Nix machen, aber richtig

»Wie ihr’s euch träumt, wird Deutschland nicht erwachen.
Denn ihr seid dumm und seid nicht auserwählt.
Die Zeit wird kommen, da man sich erzählt:
Mit diesen Leuten war kein Staat zu machen!«
Erich Kästner, Marschliedchen, 1932

Amerika wird heute 250 Jahre alt. Hurra!
Allerdings sieht es auch nicht einen einzigen Tag jünger aus. Der letzte TÜV ist schon ziemlich lange her – so um 1860 – die Abgaswerte sind bedenklich hoch und außerdem ist es eindeutig zu fett geworden. Burger und Hot Dogs sind auf Dauer einfach nicht die ideale Wahl, Fußball-WM hin oder her.
An dieser Stelle meinen Glückwunsch ans Nationalteam Deutschland für seinen Entschluss, das große Sportereignis in einer proto-faschistischen Diktatur doch noch zu boykottieren. Bisschen spät, aber immerhin.
Der angebliche Präsident des Landes feiert heute das erste Viertel des Tausendjährigen Reichs mit dem üblichen debilen Gefasel a la „Ich bin Jesus reincarnated und alle anderen linksgrüne Kommunisten, die keine Ahnung haben.”
Danch verkauft er Eintrittskarten für den grünen Reflecting Pool hinter dem Bauzaun und bezahlt wird mit Bitcoin.
Wie unser Kanzlerdarsteller in Berlin schon vor Jahren gesagt hat: „Trump und ich, wir kämen schon klar.” Logisch, warum sollten zwei geistige Bros das auch nicht.

Gerade erst hat sich ein Typ wie Hr. Linnemann darüber aufgeregt, dass der neue Chef der Linken die CxU als faschistische Partei bezeichnet hat. Da bellen sie wieder, die getroffenen Hunde.
Ist halt blöd, wenn die Historie der eigenen Partei ziemlich klarstellt, wer der größte Nachfolger der NSDAP und der SED auf deutschem Boden ist. Spoiler Alert: es ist die CDU. Ist auch eine Leistung, die man erst einmal hinbekommen muss. Allerdings null Respekt dafür von meiner Seite.
Zusammen mit den willigen Wasserträgern der ehemaligen spd hat der Haufen Regierungstypen in Berlin jetzt seine großartigen Reformen verkündet. Natürlich wollte man das unter der Tarnung der WM machen, wie immer. Kein Scherz, das ist legitime Taktik und nennt sich „burying”, also das Begraben politischer Entscheidungen zur weiteren Plünderung der Öffentlichkeit unter dem Fernsehgebrüll großer Sportevents. Wobei Öffentlichkeit alle bedeutet, die keine zweistelligen Millionen- und Milliardenwerte besitzen. Die kriegen danach immer mehr Geld, das dann aus weiteren Staatsschulden finanziert werden muss. Exakt deshalb wartet die Politik da immer, bis alle Fernsehen gucken auf dem Markt und besoffen sind. Gut, das hat jetzt diesmal nicht so zu einhundert Prozent funktioniert, aber das ist Friedrich Merz ja bereits gewohnt.

Gegen diesen ganzen Blödsinn des Nicht-Kanzlers zweiter bis dritter Wahl gäbe es ein adäquates Mittel, mit dem sich der durchschnittliche Deutsche sogar prima anfreunden könnte. Wir machen einfach mal nix.
Also wie immer. Ob das jetzt Integration von Menschen betrifft, die halt die ganze Arbeit machen im Land oder ÖPNV, der bezahlbar funktioniert oder Energieversorgung, die auch in Zukunft ohne Abhängigkeit von Diktaturen arbeitet – im nix machen macht Deutschland niemand was vor. Den Weltmeistertitel halten wir notfalls bis 2070 und jenseits der 5-Grad-Grenze, aber Hallo!
Helmut Kohl hat das politische Aussitzen erfunden, Angela Merkel hat es zum politischen Pfahlhocken perfektioniert. Friedrich Merz wollte unbedingt jetzt was machen und das hat er auch. Nämlich kaputte Dinge noch mehr kaputt. Was anderes konnte der nie.

Natürlich machen da wieder welche nicht mit. Nix machen, wenn man nicht von den christlichen Faschisten dazu aufgefordert wird oder von den blauen Nazis? Das ist bestimmt wieder so eine linksgrüne Kommunistenverschwörung, da gehe ich doch lieber bei 47°C noch drei Stunden extra arbeiten!
Aber es ist doch scheißegal, ob Konzernvorstände morgens um 10 ihrem klimatisierten Dienstgefährt entsteigen. Oder ob der Bundestag wieder mal nur halb besetzt ist. Wobei mir einfällt, wer sammelt da jetzt eigentlich die ganzen Krankmeldungen ein? Die sind doch krank gemeldet, wenn mal wieder keiner da ist? Oder?

Wann hat ein Jens Spahn zuletzt in der Pflege gearbeitet? Ich frage das, weil dieser korrupte Steuerverschwender gerade erst gesagt hat, mit der Krankmeldung am ersten Tag solle die Pflege gestärkt werden. Was im klaren Umkehrschluß bedeutet, Hr. Spahn unterstellt Pflegekräften, sie machten ganz besonders oft blau. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich darauf reagieren würde, wenn ich noch in diesem Berufsfeld tätig wäre.

Wie oft hat Markus Söder Pakete ausgetragen? Ich frage das, weil der creepy Wurstblogger aus seinem bayerischen Elfenbeinturm neulich erst gefordert hat, die Höhe des Bürgergeldes der Grundsicherung müsse auf das „verfassungsrechtliche Minimum” gekürzt werden. Da ist es bereits, Markus. Es ist sogar niedriger als das, da sämtliche Regierungen seit 2004 sich alle Mühe gegeben haben, die ganzen Bedarfe so erbärmlich runterzurechnen wie nur möglich. Die einzige Pause in dieser endlosen Diskriminierungsorgie gegen eine ganze Bevölkerungsgruppe gab es in der Ampelkoalition. Der Bundesstaat Bayern hat im Haushaltsjahr 2025 insgesamt 2,3 Milliarden Euro an Schenkungssteuern übrigens nicht eingezogen. Allein die Formulierung des hierfür zuständigen Paragraphen ist für Normalverdiener-Ottos ein Tritt ins Gesicht.
Viele Menschen bei Paketdiensten kommen von woanders, verdienen nicht viel und machen die Arbeit auch bei 57°C. Da kann man übrigens ins Schwimmbad gehen zur Abkühlung. Hat Herr Söder auch neulich gesagt. Als es so heiß war, Ältere erinnern sich. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich darauf reagieren würde, wenn ich noch in diesem Berufsfeld tätig wäre.

Wie viele Weichen hat Friedrich Merz in seinem Leben bisher gestellt?
Die Weichen der Leipziger Straßenbahn sind noch immer festgegipst durch Bitumen, das sich in der größten Hitzewelle in Europa in 160 Jahren Wetteraufzeichnungen verflüssigt hat. In diesem Berufsfeld war ich noch nicht tätig. Aber ich rege mich trotzdem auf. Irgendwo muss ich bei dieser bevölkerungsfeindlichen Regierung damit anfangen, obwohl man oft nicht weiß, wo genau.
Zur ganzen Thematik der Klimazerstörung hat die gesamte Regierungs-Junta in Berlin keine einzige beschissene Silbe gesagt. Nicht ein Wort. Gut, wäre auch schwierig gewesen mit allem, was alleine Friedrich Merz in seinem Ignorantentum bisher dazu gesagt hat. Antiwissenschaftliche Idioten haben es nicht immer einfach, wenn die Physik mal wieder vorbeischaut.
Hätte eine Terrororganisation vor zwei Wochen 1.300 2.000 Menschen alleine in Frankreich getötet und in Deutschland Autobahnen zerstört, den Flugverkehr behindert und wirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe angerichtet, die CxU-Volkstreter kämen bis heute aus ihren hysterischen Schreikrämpfen nach Rache gar nicht raus. Die „AfD” würde in stündlichen Hetzkampagnen auf Meta oder exTwitter die Ausweisung aller Leute fordern, die nicht Müller, Meier oder Schmidt heißen. Einschließlich ihrer Parteivorsitzenden, vermutlich.

Um Sigorney Weaver zu zitieren: »Die pissen auf uns und haben nicht mal den Anstand, das Regen zu nennen.«
Besser kann man deutsche Regierungspolitik nicht beschreiben.

Aber wenn wieder einmal Arbeitnehmerrechte beschnitten werden, alle unter Generalverdacht gestellt, die mal krank sind, bei den unteren zehn Millionen mal wieder das verfassungsrechtlich längst erklärte Existenzminimum noch weiter gekürzt wird von verbeamteten Pensions-Millionären, dann finden diese erbärmlichen Entschuldigungen für Menschen dutzende Sätze Zeit, in willig hingehaltene Mikrophone zu erklären, dass ihre antisoziale Scheißpolitik zukunftssichernde Aufbauarbeit sein soll.
Die Mikros halten dabei auch gerne „Journalisten”, die keine einzige Frage zur faktischen Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes stellen. Falls sie die doch stellen, steht das generierte Sammelsurium hinterher ebenso hinter einer Paywall wie die neue NSDAP-Kartei, in der man mal nachschlagen kann, was Oppa im Krieg tatsächlich so gemacht hat.

Die angebliche Vierte Macht zieht ihre Aufgabe der Verteidigung der Demokratie komplett ins Absurde, wenn für politische Aufklärungsarbeit ein Eintrittsgeld verlangt wird. Vor 90 Jahren mussten die Nazis noch eine Presselandschaft gleichschalten und demokratische Hemmnisse bei der Errichtung ihrer Diktatur beseitigen.
Heute hat der Spätkapitalismus mit seinen 3.985 Werbepartnern und ihren berechtigten Interessen das im Vorfeld schon erledigt. Alle Gesetze und Werkzeuge zur totalitären Überwachung und Gängelung sind installiert, bereits in Benutzung und werden im günstigen Abo an die Volksmasse vermietet. Gerade eben versucht der Rest der ehemaligen spd zum vierten Mal, diese Nummer mit der Vorratsdatenspeicherung durchzusetzen. Diese Partei erinnert mich immer mehr an diesen Bremsstreifen in der Kloschüssel, den man übersehen hat und dann auch mit kräftigem Bürsten vom Porzellan nicht mehr abbekommt im Nachhinein. Aber nun ja – bei den nächsten Wahlen dann.

Der gebildete Nazi von heute liest natürlich ohnehin Nius oder Compact und nicht die ZEIT. Um alle anderen kümmert sich Springer, wie schon immer.
Und warum auch nicht, geben sich doch Politiker der Unionsparteien in diesen geistigen Nachfolgern des Stürmers gerne die Klinke in die Hand. Die sterbenden Presseerzeugnisse einer toten Demokratie versuchen seit Jahren verzweifelt, ihre Leser zurückzugewinnen, indem sie immer mehr neoliberalistischen Bullshit oder einfach direkt Nazimüll in Artikeln bringen. Von Friedrich Merz lernen heißt, siegen lernen!
Eben erst hat der Spiegel behauptet, die Verhinderung eines Parteitags der „AfD” sei eine Behinderung der Demokratie. Der alte Augstein würde diese Redaktion inzwischen einfach mit dem Flammenwerfer entlassen, kehrte er in der Zombie-Apokalypse zurück.

Natürlich ist das ein (Zitat) Meinungsartikel und gibt nicht die Auffassung der Redaktion wieder (Zitat Ende).
Klar. Aber man muss ja nicht jeder noch abstrusen Meinung zur Demokratievernichtung eine Plattform geben. Wobei der Spiegel das zumindest billiger erledigt als die Propaganda des ÖRR.
Auch hätte jemand wie ich das dem Spiegel vor 30 Jahren geglaubt. Heute, nach diversen BILD-Demokratiefeinden als Redakteuren und Schreibern, ist es die lahme Schutzbehauptung einer Horde abgehalfterter Pseudo-Journalisten (m/w/d), die einfach darauf hoffen, dass die nächste Regierung sie nicht gleich ins Lager stecken wird, wenn sie ihr vorher nur tief genug in den Arsch kriechen. So wie Friedrich Merz sich immer noch in dem Wahn ergeht, dass die Blaunazis ihn nach der nächsten Wahl zum Kanzler ernennen werden. Dazu müsste die CxU aber mehr Stimmen kriegen. Je erfolgreicher Merz die Stimmen der „AfD” halbiert, desto wahrscheinlicher wird es, dass der erste, der später das Parteibuch wechseln wird, ohnehin Jens Spahn ist. Vielleicht 2032, das wäre historisch passend.

Wenn eine Nazipartei wie die AfD exakt 100 Jahre nach dem ersten Parteitag der NSDAP einen Steinwurf entfernt einen Parteitag abhält, ist das natürlich ein Zufall, von dem der Geschichtenerzähler Höcke wieder einmal nichts gewußt hat. Sicherlich. Wenn irgendwie grüne Parteitage abgesagt werden, weil es aufgrund von Gegendemonstrationen irgendwelcher antidemokratisch Verstrahlter ein Sicherheitsrisiko geben soll, sehen dieselben Autoren und Blätter hier keine Probleme. Wäre ich der Erfurter Stadtrat, ich hätte noch schnell eine Ausstellung besorgt und die entsprechenden Räumlichkeiten mit „Sorry, ausgebucht“ gekennzeichnet. Vielleicht irgendwas Historisches zum ersten Parteitag der Nazis** und dessen weitere Folgen?

Übrigens winseln einen alle großen Publikationen in diesem Land inzwischen in jedem Artikel-Teaser und der Hauptseite an, man möge doch ihre ungeistigen Ergüsse bevorzugt bei Google anzeigen lassen. Kann sich noch jemand an das Leistungsschutzrecht erinnern, diese Lex Springer? So als Randnotiz, wenn demnächst wieder jemand etwas über ein digital unabhängiges Europa erzählt. Es gibt am aktuellen 4. Juli 2026 CE eigentlich keinen einzigen Punkt, an dem es unsere Politik nicht völlig verkackt hat.

Friedrich! Merz! Für diesen Grad absolut evidenter Nulpigkeit in Tateinheit mit spätkapitalistischem Bevölkerungsbashing fällt mir einfach kein passendes Adverb mehr ein. So’n grundlegend vollsympathischer Typ mit einem Gesichtsausdruck, als hätte er gerade den öffentlichen Foltertod von 100 Retriever-Welpen befohlen und müsse seine Freude darüber verbergen.
Ein empathischer Totalausfall, der seine geistig völlig verstrahlte Millionärstruppe anpöbelt, sie solle mal Mannschaftsgeist simulieren jetzt. Ich erkenne keinen Unterschied zwischen Bundestrainer und Bundeskanzler.

Wobei Hr. Merz zum Ausscheiden der Nationalballtreter sehr viel mehr gesagt hat als zur Klimakatastrophe. Die möchte der ehemalige Boss der „linken” Jungsozen, Lars Klingbeil, jetzt als Finanzminister auch noch weiter anheizen – hahaHAH!* – indem er der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen weiter zusammenstreicht.
Der Flughafen Hannover ließ in der Hitzewelle noch stolz verkünden, es gäbe keine Ausfälle bei den Flügen. Weil man die Start- und Landebahn bewässert hat. Während der Kreis seinen Bewohnern gleichzeitig Strafe androhte, sollten sie zu viel Wasser verbrauchen.
Warum haben die Grünen, diese ideologischen Volldeppen, diesem Haufen Irrer doch noch gleich die ganze Kohle genehmigt, mit der die „Sondervermögen” gestaltet werden?
Der Ausdruck stammt übrigens vom korruptesten Mafioso der CxU seit Franz Josef Nazi-Strauß selig, nämlich Herrn Kohl, dem Dicken aus de Palz. Das „Sondervermögen des Bundes”, also die Staatsschulden, wurde mit der deutschen Wiedervereinigung geboren.

Für alle, die sich also immer noch fragen, ob diese ganzen Politnasen den Bullshit glauben, den sie in Mikrophone fantasieren, wenn sie mal jemand aus ihrem Taka-Tuka-Land herausholt: Ja.
Es ist Doppeldenk in bester Orwell’scher Tradition. Nur weil die Jahreszahl des Buches schon veraltet ist, heißt das ja nicht, dass sein Inhalt keine Relevanz mehr hat. Auch die Kontrolle von und über Medien bei gleichzeitig völliger Verantwortungslosigkeit und Intransparenz der Regierung entstammt dem Grundgerüst des von Orwell geschilderten totalitären Staates. Ozeanien hat immer Krieg gegen Ostasien geführt, verehrte Mit- und Vorbeileser.
Donald Trump glaubt ernsthaft, dass alle Menschen, die ihn nicht leiden können, an einer Krankheit leiden und seine Speichellecker im Pressecorps übernehmen das ungefragt. Ozeanien hat schon immer Krieg gegen Eurasien geführt.

Das ist wie die Idioten am Obersten Känguruh-Gericht der ehemaligen USA. Wenn ich dem Präsidenten das Recht zuspreche, dass er jederzeit die Köpfe angeblich unabhängiger Kontrollinstanzen austauschen darf, und ihm gleichzeitig schon zugesichert habe, dass er als Präsident alles machen kann, was er will, ohne strafrechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen – wie lange wird es dauern, bis President Vance den gesamten Supreme Court neu besetzt und das Land danach in die diktatorische Theokratie verwandelt, die er haben will?
Bis also dieses shithole Country jenseits des Atlantik so aussieht wie der Iran? Allerdings in diesem Falle mit Atomwaffen. Und einer anderen Religion, aber das ist eh Fassade.

Wir könnten solche Dinge mit relativ wenig Aufwand verhindern, indem wir alle mal eine Woche daheim bleiben und diesen völlig von durchschnittlichen Lebensrealitäten entfremdeten Kaspergestalten in Berlin einfach den Mittelfinger zeigen. Oder beide.
Klar wird dann deine Tanke nicht beliefert. Aber du sollst ja auch daheim mal auf dem Sofa bleiben und nicht mit der 3-Tonnen-Karre durch die Gegend bügeln, du Depp!
Klar habe ich dann Lücken im Regal meines Supermarkts. Aber der hat eh zu, denn es ist ja keiner da. Außerdem fahren die bulgarischen Lastwagenlenker nicht. Ich wiederum fahre kein Auto und habe genug Vorräte, um eine Woche völligst problemlos ohne einen Supermarkt zu überleben.
Von mir aus legt euch eine Woche mit ’nem Kasten Bier und neben dem Grill an den Badesee. Wen interessiert’s? Und falls dann irgendein Politiker rumheult, alle seien zu faul – machen politische Fürze eigentlich Gestank, wenn keiner über sie berichtet?

Ich glaube jedenfalls nicht, dass Friedrich Merz oder andere Darsteller es mit dem Überleben eine Woche lang hinkriegen. Kein Dienstwagenfahrer, kein Flughafenpersonal für Fritze und auch sonst nüscht. So ein AfD-Typ kriegt alleine nicht mal die Dose Sauerkraut auf. Ein Alexander Dobrindt findet doch ohne Google Maps nicht mal den Weg aus seinem Bundestagsbüro.
Wenn notorische Narzissten und Komplettignoranten Befehle geben und alle dann lachen und einfach keiner sie ausführt, würden diese Schlipsträger in einem Tag als das dastehen, was sie sind: der komplett nutzlose Teil der Gesellschaft, den sie immer woanders sehen.


*Gerhard Schröder
** also, Hitlers Nazis jetzt, nicht Höckes und Weidels


Update 20260705: Was Merz gesagt hat: Völlig weggetreten

Was Göbbels gesagt hat: »Meckerer und Kritikaster«, Aktion der NSDAP ab Mai 1934

 

Back to the No-Future

»Tell me how this ends?«
Gen. David Petraeus, Irak, 2003

Es ist Ostern. Es ist sonnig. Irgendwelche Raketen der NASA fliegen zum Mond. Es ist Energiekrise. Willkommen in den 70ern.
Zumindest könnte man das fast glauben, wären da nicht diese seltsamen Bullshit-Schwafler, die mir was erzählen von „Wir brauchen unbedingt neue Atomkraftwerke” oder „Wir müssen die Steuern aufs Fliegen senken, steht so im Koalitionsvertrag” oder auch wahlweise „Wir sollten unbedingt mehr Gas verbrennen, auch in deinem Heizungskeller”.
Was genau ist der Plan solcher fossil verwirrten Null-Bits? Russland ökonomisch auszutrocknen in seinem Angriffskrieg, indem wir alle Gasvorräte des Landes bei uns verfeuern und dann erst stellen wir alles um auf diese anderen Hirngespinste wie grünen Wasserstoff oder e-Fuels?

Woher kommen diese Typen eigentlich alle? Gab es da einen Brand in einer Klapsmühle für besonders schwere Fälle und die sind alle weggelaufen? Wird sie jemand wieder einfangen? Wieso ist einer von denen Bundeskanzler?
Also, in echt jetzt. Nicht am Frühstückstisch, wo er sich in Ruhe mit Cäsar, Napoleon und Genghis Khan unterhalten könnte, bis der Betreuer ihm seine Medikamente bringt.
Was ist mit dieser geistig völlig verwirrten Lobbyistin mit Gasvergiftung und wieso läuft die im Wirtschaftsministerium rum? Fragen über Fragen.

In der letzten Energiekrise verhängte eine deutsche Regierung, kurz vorher gewählt bei 93% Wahlbeteiligung, kurzerhand ein Tempolimit auf Landstraßen und Autobahnen. Man verordnete sofort autofreie Sonntage. Das Bundesministerium für Wirtschaft gab Flugblätter heraus mit Sätzen wie: „Der beste Weg, Energie einzusparen ist es, sie gar nicht erst zu verbrauchen.”
Die aktuelle Kaspermannschaft im Bundeskabinett würde da sofort den Staatsschutz anrufen wegen kommunistischer Unterwanderung. Für unsere Möchtegern-Faschisten von vorgestern sind schon Worte wie „Profitmaximierung” linksradikale Gesellschaftsunterwanderung.
A pro Profitmaximierung – wie geht’s ihrem Benzinpreis eigentlich so? Als ich gestern an der Tankstelle vorbeiradelte, habe ich herzlich gelacht. Gerade erst hat Katharina die Vergaste die Einführung eines Tempolimits abgelehnt. Begründung dafür: keine.
Aber die Pendlerpauschale erhöhen, natürlich auf Kosten der Steuerzahler auch ohne Auto, das geht immer. Hauptsache, wir können weiterhin so tun, als wär‘ nix. Fossiler Protektionismus vor der physikalischen Realität. Was unterscheidet also die Bundesregierung von den faschistischen, völlig realitätsentfernten Kriegstreibern in Washington? Eben. Nix. Das geistige, oder besser, ungeistige Setting ist diesseits und jenseits des Atlantik völlig kongruent.

Irgendwer meinte neulich, die US-Regierung würde das alles als ein Spiel betrachten. Aber man merkt deutlich, dass in Washington keine Gamer am Ruder sind. Die wissen nämlich genau, dass sie besser mal eine Strategie haben sollten und einen Plan, bevor sie ihre mühselig aufgestellten Truppen in ferne Weltregionen entsenden.
Die NASA hat es nicht dank Donald Trump hinbekommen, mal wieder eine lunare Expedition zu starten, sondern trotz Donald Trump. Der gerne die NATO verlassen würde und dafür das US-Militärbudget noch mal um 450 Milliarden Dollar erhöhen will, auf dann sagenhafte 1,5 Billionen Dollar. Damit das auch klappt, hat er bereits damit begonnen, alles für illegal erklären zu lassen, was im November einen Wahlsieg bei den Midterms gefährden könnte. Also ganz besonders demokratische Wähler und demokratische Bundesstaaten.
Donald Trump baut in seinen angeblichen Ballsaal des Weißen Hauses nach eigenen Angaben „einen bombensicheren Bunker und Militärinstallationen” ein. Wundert mich nicht.
Mr Trump wird das brauchen, um sich nach 2028 im White House zu verschanzen, wenn er den Faschismus endgültig ausrollt über den Trümmern der USA. Eventuell hat er es so eilig mit dem Bau, weil er den Führerbunker schon im Herbst benutzen möchte.
Auch hier ist das theokratische Regime in Washington auf einer Linie mit den Kollegen in Teheran. Vermutlich wird Trump dem Iran übernächsten Monat eine Allianz anbieten. Schon, um die dann toten 5.000 Marines oder so unter den Tisch zu kehren, also die größten Verluste der USA seit Vietnam. Falls er denn so blöde ist, wirklich eine Landungsoperation durchführen zu lassen. Ok. Rhetorische Anmerkung.

Falls so etwas übernächsten Monat noch relevant sein sollte. Was ich bezweifle. Aus Gründen.
Die unfassbar arrogante Strunzdämlichkeit unserer – zumindest teilweise – leider auch gewählten Anführer ist nur ein Grund für Kassandras Zweifel. Ich habe da noch ein paar andere mitgebracht. Continue reading →

Priceless

»The Spice must flow!«
Padishah Emperor Shaddam IV. Corrino

Irgendwo in einem Kaminzimmer klingelte vor einigen Tagen ein Telefon. Zumindest stellt sich mein Gehirn das so vor. Aus einem mit extremst gemütlichen Flausch überzogenen Ohrensessel streckt sich eine Hand aus und ergreift mit einem Ausdruck vollkommenster, belangloser Lässigkeit den Hörer des Geräts.

»Jo?«
»BigBoss, ich habe hier so eine Reederei dran. Die wollen ihre Schiffe wieder fahren lassen.«
»Und? Wo ist das Problem?«
»Der Krieg.«
»Watt? Welcher Krieg?«
»Na, der amerikanische Präsident hat zusammen mit Israel den Iran überfallen.«
»Den Iran? War das nicht der Irak?«
»Nee. Das war mal. Neuer Präsident.«
»Echt? Schon wieder? Wer denn?«
»Donald Trump.«
»Ernsthaft? Schon wieder?«
»Na ja, er hat die Stimmauszählung manipuliert und…«
»Und da glaubt immer noch einer, Demokratie existiert? Wie doof können Leute sein?«

»Also, was das angeht…«
»Egal. Da ist Krieg?«
»Jo. Alle schießen.«
»Die Straße von Hormuz?«
»Yep.«
»Dat versicher’n wa nich.«

+++++

Der angebliche amerikanische Präsident und die erbärmliche Junta aus Arschkriechern und Speichelleckern, die ihn umgibt, wird sehr bald einen äußerst unangenehmen Zusammenstoß mit der Realität erleiden, die diese Leute in ihrer happy Propaganda-Welt immer wieder ausblenden oder in ein projiziertes Zerrbild ihrer eigenen Erbärmlichkeit verwandeln.
Während Donald Trump darüber erzählt, dass er womöglich den Iran noch ein bisschen ‚just for fun‘ bombardieren wird und die USA gewonnen haben, aber noch nicht gewonnen genug, regelt die Physik.
Während der US-Kriegsminister (sic!), ein versoffener Kneipenschläger, der auf St. Pauli nicht mal Türsteher in der letzten Kaschemme sein dürfte, darüber schwadroniert, dass „die Presse” den Krieg nicht schön genug darstellt und der Überwacher der Rundfunkfrequenzen, FCC-Boss Brendan Carr, diese Medien mit Lizenzentzug bedroht, sollten sie nicht im ‚public interest‘ berichten, ist der Krieg, den diese Idioten angezettelt haben, bereits verloren.
„Öffentliches Interesse”, zur Erläuterung, bedeutet natürlich: Alles, was der Präsident sagt, ist automatisch wahr und richtig. CDU-Wähler und ihre AfD-Kumpel verstehen das.

Die Straße von Hormuz ist trotzdem geschlossen. Sie ist nicht geschlossen, weil der Iran diese Meerenge vermint hat. Oder weil die US Navy – zumindest prinzipiell – nicht in der Lage wäre, Tanker durch die Passage zu geleiten.
Die Halsschlagader der fossilen Weltwirtschaft ist geschlossen, weil von sieben Schreibtischen in London und anderswo sieben Schreiben rausgegangen sind, die wiederum an die großen Reedereien der Erde gerichtet waren.
In Essenz besagen diese Schreiben etwa: »Ihre War Premium Insurance ist leider aktuell nicht verfügbar.« Continue reading →

Neue Karten

– I –
Rückzugsgefechte

„To travel faster than a speeding bullet is not much
help if you and it are heading
straight towards each other.” – John Brunner 

Die USA befinden sich seit geraumer Zeit in dem Zustand, der von Politologen als imperiale Überdehnung bezeichnet wird. Der britische Historiker Paul Kennedy hat diesen Begriff 1987 geprägt. Nicht verwandt oder verschwägert mit dem hirnfreien Esoteriker, der aktuell das US-Gesundheitsministerium anführt, übrigens. Das Grundprinzip ist simpel. Die Kosten zur Aufrechterhaltung des Imperiums werden irgendwann größer als der Gewinn, den das Imperium daraus ziehen kann.
Die Definition von Imperium ist tendentiell unterschiedlich, in Kassandras Sinne aber allgemein gültig:  ein Imperium ist eine Wohlstandspumpe. Das ist sein Zweck. Wohlstand in unterschiedlichster Form fließt aus der Peripherie ins Zentrum der Macht. Vor zweitausend Jahren nach Rom. Heute in die USA. Auch nach Europa.
Vier Prozent der Weltbevölkerung verbrauchen 25 Prozent aller Ressourcen pro Tag, verwenden feuchte Froschhintern zum Messen der Lufttemperatur oder mittelalterliche Stockmaße für Entfernungen und wundern sich auf Europa-Urlaub dann noch, dass man hier nicht mit Dollar bezahlen kann. Die Arroganz des Idiotentums in bester Form.
Wohlstand ist hierbei ein umfassender Begriff. Es können Rohstoffe sein. Billige Arbeitskräfte, die man ausnutzt. Auf der Putenfarm beispielsweise, die den Thanksgiving-Truthahn mästet. Die Plastikfarm im Südosten Spaniens, auf der afrikanische Flüchtlinge meinen verdammten Brokkoli züchten. Aber der einzige Zweck ist es letztendlich, dem Zentrum mehr Wohlstand herbei zu pumpen.

Bis der Tag kommt, an dem die Peripherie langsam ausgeplündert ist. Oder der Tag, an dem es für ein Imperium keine Gebiete mehr gibt, in die es expandieren kann. Wohlgemerkt, lohnende Gebiete. Natürlich hätte Rom ganz Germanien besetzen können. Vom Rhein bis zur Elbe, zur Oder, zur Neiße, zur Ostsee. Rom hätte sich durch den nahezu endlosen europäischen Wald bis vor Moskau ausdehnen können.
Aber was hätte es davon gehabt? Eine mehr oder weniger menschenleere Mannschaft, nicht einmal für den Ackerbau geeignet, denn dazu hätte man erst den Wald beseitigen müssen. Also hätte Rom für seinen mehrere Jahrzehnte langen Krieg gegen den Wald und seine Bewohner endlose Festmeter an Holz bekommen.
Die Garnisonen, die zusätzlichen Legionen, die Siedler, die man aus dem Reich in die neuen Gebiete entsandt hätte und denen der Kaiser neue Städte hätte bauen müssen – all das hätte sich aus diesem bißchen Gewinn niemals selbst tragen können. Rom eroberte Germanien nicht, weil es nicht dazu fähig gewesen wäre. Rom eroberte Germanien nicht, weil dieses Gebiet schlicht und einfach keinerlei ausreichenden ökonomischen Vorteil gebracht hätte. Das Wort Biophysik war damals noch nicht erfunden, das war der Physik aber egal und deshalb war sie damals genau so gültig wie heute auch.

Nach Cäsars Eroberung Galliens flossen mehr als 40 Millionen Sesterzen jährlich in die Schatulle Roms, schon zur Zeit eines Octavian. Heute würde man das schnelle Amortisierung nennen. Um das Gebiet Germaniens bis zur Ostsee und Weißrussland so weit zu kriegen, hätte Rom vermutlich dreihundert Jahre lang investieren müssen. Heute würde man das Tesla nennen oder OpenAI.
Europas Kolonialperiode begann nach Entdeckung der Neuen Welt so richtig, da man plötzlich zwei riesige neue Landmassen hatte, deren Wohlstand man nach Europa transferieren konnte. Amerikanisches Gold aus geplünderten Aztekenstädten und Silber aus Sklavenminen fluteten Spaniens Schatzkammern in einem Ausmaß, dass den Wert der Goldwährungen bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts um ein Viertel zurückgehen ließ. Spaniens Silber verteilte sich über den Kontinent, sorgte für die Gründung erster Bankhäuser, Aktiengesellschaften und allgemein des Kapitalismus, der uns heute noch wie Scheiße am Schuh klebt. Continue reading →

Die Gegenwart der Zukunft

»Revolutions always come around again. That’s why they’re called revolutions.«
Terry Pratchett, Night Watch

Die Gegenwart. Auch in Zukunft wird das die Zeit sein, die uns den meisten Streß verursacht. Wo immer man hin sieht, man scheint stark von Idioten umgeben. Oder Politikern, was noch schlimmer ist. Oder irgendwelchem dementen Nazi-Pack, das so etwas wie „Antifa” für eine Terrororganisation hält und als Hobby Golfspiel, Karate und Angriffskriege auf andere Länder hat. Ja, ich gucke dich an, Donald. Dich auch, Wladimir.

Kassandra hat schon vor zwanzig Jahren immer gesagt, dass sie sich keine Sorgen macht um Russland mit Putin. Gut, an dem Punkt mussten klar einige Abstriche gemacht werden. Wer konnte aber auch glauben, dass der Typ derartig verblödet sein würde und so einen Bullshit-Krieg anfangen, um sich von den zunehmenden Falten seines alternden Arsches abzulenken?
Selbst nach 2014, als die Russen sich die Krim eingesackt hatten und mir ein Blick auf die Landkarte klar sagte, dass diese Aktion nur Sinn ergeben könne, wenn man diese verdammte Halbinsel mit einem möglichst breiten Landkorridor an Russland anbindet, dachte ich mir noch: »So doof kann er nicht sein, oder?«
Nun ja, wir wissen es inzwischen besser. Doch der Kernpunkt steht noch immer: Kassandra macht sich keine Sorgen um Russland unter Putin. Kassandra macht sich Sorgen um Russland nach Putin. Denn das wird vermutlich nicht besser. Der Mann ist auch nicht unsterblich. Wenn also sonst keiner den Schakal anheuert, um das Problem auf althergebrachte Weise zu erlegen, wird es der übliche Abholdienst* erledigen, den wir alle kennen: Groß, sehr dürr, schwarze Kapuzenkutte, Sense, mag Katzen und Currygerichte und SPRICHT IN GROSSBUCHSTABEN.
Dem ultimativen Vertreter des Temporalen wird auch ein Wladimir Putin nicht entwischen. Continue reading →

Das, was war…

»The Terrans must be aware of this flaw. It’s not sustainable.«
»I don’t think sustainability is their main objective.«
Star Trek Discovery

Eines der Grundprinzipien des Kapitalismus ist es, an der Börse auf eine Zukunft zu spekulieren, die eventuell eintreten könnte, damit die Superreichen weiter auf Kosten eben dieser Zukunft Koks und Nutten bei Amazon ordern können. Geht es aber um die Zukunft des Planeten, dann ist völlig unmöglich, etwas über die Zukunft zu sagen. Sagen dieselben Leute.
Man muss es eingestehen: Wir leben schlicht und ergreifend in einem totalitären System. Die Verrückten werden weiterhin von den Blinden angeführt und werden dafür sogar von ihren Fangemeinden noch mit Geld beworfen.
Gut, dieses System wird aktuell noch durch massive Überregulierung dazu gezwungen, einem im Kleingedruckten der AGB so was wie ein opt out anzubieten, aber das wird auch nur deswegen gemacht, weil es ohnehin keine Auswirkungen hat. You can quit anytime, but you can never leave.

Die USA, das Land der begrenzten Unmöglichkeiten, werden sich weiter gegenseitig über den Haufen schießen und danach weiterhin versuchen, mit Hilfe von thoughts and prayers das Land in eine von weißem Marketing-Abschaum regierte Theokratie zu verwandeln. Denn diese Leute glauben fest daran, dass die USA ein solches Land sind. Das die Worte „Staatsreligion” oder „Kapitalismus” im Zusammenhang mit der Staatsform der USA innerhalb des Textes der Verfassung gar nicht vorkommen, löst bei vielen Bewohnern von Gilead hinter dem Atlantik in Umfragen immer wieder basses Erstaunen aus. Übrigens auch in Deutschland. Tatsächlich verliert das Grundgesetz zur Frage der Wirtschaftsform nicht ein einziges Wort.

In Deutschland, dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten, wird der traurige Troll des Industrielobbyismus im Kanzleramt, dieser Sauerländer mit dem Standard-Gesichtsausdruck eines alternden Cockerspaniels, der versucht, seinen Durchfall zu unterdrücken, auch weiterhin das tun, was er bisher getan hat: Nichts.
Jedenfalls nichts, was in irgendeiner Form einen geistigen Kontakt zur physisch existierenden Realität aufweist.

Das der Typ sich neulich auf eine Brücke gestellt hat, die erstaunlicherweise schon nach  4 statt nach 4,5 Jahren fertiggestellt worden ist, um in stinkender Selbstlobhudelei dieses für Deutschland ungewöhnliche Ereignis für sich in Anspruch zu nehmen, zählt nicht. Als das Projekt Rahmedetalbrücke angeschoben wurde, saß Merz noch auf der Oppositionsbank und verweigerte der damaligen Regierung einmal die Woche die Gelder, um die er dieselbe Regierung noch vor seiner zweiten Wahl zum Kanzler dann angebettelt hat. Die erhöhte Baugeschwindigkeit kam übrigens dadurch zustande, dass man den zuständigen Unternehmen pro Tag früherer Fertigstellung einen Bonus von ca. 10.000 Euro versprochen hat. Plötzlich klappte dann auch alles mit der Planung und sonstigem Gedöns.
Ich habe da allerdings zwei Fragen. Continue reading →

Befrei mich!

„You can check out anytime, but you can never leave.”
– The Eagles –

Goldene Fanfaren ballern die amerikanische Nationalhymne in den Raum, in dem die versammelte Journalistenschar bereits Füße scharrend wartet.
Eine Gruppe halbnackter Blondinen mit Botox-Lächeln pustet mit lasziv gespitzten Lippen eine Wolke aus Kokain und PCB in die wartende MAGA-Menge, um die aufgekratzte Stimmung etwas zu beruhigen.
Dann kommt er: der orangefarbenste Führer aller Zeiten betritt Beifall heischend den Raum und erhebt seine winzig kleinen Hände, um das tosende Jubeln seiner ergebenen Untertanen zu beschwichtigen. Hinter ihm, immer das dienstbare Furunkel am Arsch seiner Majestät, folgt Elon MAGA-Murks, eine Kettensäge in den Nationalfarben an seinem Mützenschirm. Der Typ hat immer noch keinen Anzug.
Gut sieht er aus, der Diktator aller Amerikaner. Statt wie sonst sein dünnes Plastikhaar von hinten nach vorne zu kämmen, trägt er es heute von links nach rechts gebürstet. Selbst sein Haar folgt der politischen Richtungsvorgabe, so das klare Zeichen.

Sodann erhebt El Lider seine mächtige Stimme und verkündet, welche Zölle sich seine höchst intelligente Administration aus dem Arsch gezogen hat, um den Planeten wirtschaftlich endlich mal so richtig abzuwracken.
»It’s a good time to get rich«, furzt er in die willig hingehaltenen Mikrofone und meint damit, dass jetzt alle noch reicher werden, die es ohnehin schon sind. Ganz besonders, wenn sie womöglich auf fallende Börsenkurse gewettet haben und Musk die Behörde, die solche Dinge untersucht, schon komplett entkernt hat.
Sich für Journalisten haltende Halbhirne in Deutschland werden wenige Minuten später ernsthaft schriftlich Debatten darüber beginnen, wie Trump überhaupt auf seine Zahlen gekommen sein mag. Oder ob er womöglich… „generative KI” für seine Formel benutzt haben könnte. Sie wissen schon, dieses Dingsbums, dass den nächsten, heißen Evolutionsschritt des Globalkapitalismus darstellt und das wir jetzt unbedingt alle benutzen müssen, damit wir unsere Jobs verlieren können. Oder so ähnlich.
Als wäre es in irgendeiner Form relevant, aus welchem Paralleluniversum die jeglichem Realitätskontakt abholden Wichsphantasien des Idiokraten diesmal denn so stammen. Aber man hat sich in Deutschlands angeblichen Redaktionen derartig ans Verfehlen einer vorhandenen Kernthematik gewöhnt, da möchte man die Tradition natürlich aufrechterhalten.

So ungefähr muss sich in Donalds sonnenbankbestrahlter Runkelrübe die unfassbare Shitshow angefühlt haben, mit der er am Donnerstag, dem 02. April des Jahres 4.500.002.025 nach Entstehung der Welt die seit nunmehr 80 Jahren von den USA etablierte und mit Bomben und Granaten verteidigte Wirtschaftsordnung der endlosen Globalisierung kurz mal in die Tonne getreten hat.
Schon 2016 sagte ich, dass dieser Mann der Typ sein könnte, der die Globalisierung beendet und ich hatte recht. Der alte Faschist hat es nur noch dümmer und spannender gemacht, als ich gedacht hatte.
Auch Wirtschafts„wissenschaftler” gaben sich entsetzt über das Zustandekommen der Zahlen. Als hätte irgendwer mit mehr als 0,5 Hirnzellen das Geschwafel geglaubt, diese Administration habe sich monatelang über neue Zollpläne beraten und Dinge berechnet. BWAHAHAHARRRHARR…. ′tschuldigung, geht gleich wieder.

Die Realität der Herrschenden und das tatsächliche Universum driften schon lange stark auseinder. Trump hat endgültig die Scheidung eingereicht

Wir reden hier von Menschen, die sich über einen Instant Messenger wie Signal über einen amerikanischen Militärschlag im Jemen unterhalten, der in dem Moment gerade anläuft. Ein pre-Live-Kommentar sozusagen.
Auf diesen Geheimnisverrat höchster Ebene durch Mitglieder der aktuellen Regierung angesprochen, antwortete Gottes eigene Nation, das Land, das einen Mann wie Julian Assange zwei Jahrzehnte mit der Todesstrafe bedroht hat, weil er korrekte journalistische Arbeit geleistet hatte, mit dem Kommentar: »Pfffrtzzzz!«

Die sich empört äußernden „Wirtschaftswissenschaftler” entstammen derselben Denkschule, lehnen auch immer jegliche Verantwortung dafür ab, dass sich die Realität nicht gemäß ihrer wirren Hypothesen verhält und zünden mit ihrer realitätsresistenten Ideologie seit nunmehr 80 Jahren den Planeten an.
Sie handeln mit Futures und werfen echten Wissenschaftlern dann vor, man könne die Zukunft nicht vorhersagen, wenn es um Klimadings und anderen Bums geht.

Kommentiert und der Öffentlichkeit nahegebracht werden diese Dinge von journalistischen Elfenbeinturmbewohnern, von denen es kein einziger bemerkenswert fand, dass die verfickten Amis beim live kommentierten Luftschlag im Jemen ein ganzes Wohngebäude eingeäschert haben. Um einen einzigen Kerl zu killen, den sie für einen Terroristen hielten. Aber Assange haben sie auch für einen gehalten.
Womöglich hat der Typ im Jemen mal an eine Klowand geschrieben, dass die USA ein faschistisches Drecksland sind, in das man nicht mal seine Schwiegermutter reisen lassen möchte. Was also der Wahrheit entspräche. Mit der kommen die USA seit einigen Jahrzehnten in zunehmenden Maß eher weniger gut zurecht. Continue reading →

Clusterfuck States of America

“If we could bring God down from heaven and he’d be the vote counter, we’d win this, we’d win California, we’d win a lot of states.” – Donald Trump

“If you’re looking for my professional opinion as ship’s Counselor, he’s nuts” – Deanna Troi

– II –
Ein Moment der Veränderung

Doch wie werden diese durchaus global wichtigen Wahlen für den wichtigsten Bürojob der Welt eigentlich ausgehen?
Kassandra sagt: Ms Harris wird gewinnen. Möglicherweise sogar recht deutlich.
Mein Quantencomputer errechnet eine Wahrscheinlichkeit von 0,72 für einen Wahlsieg der Dame.

„Aber die Umfragen!111!”, rufen jetzt alle.

Kassandra sagt: Bullshit. Ihr habt mir nicht zugehört. Umfragen sind Blödsinn. Sie sind Momentaufnahmen. Oft ziemlich schlechte. Keinesfalls sind sie ein Wahlergebnis.
In den letzten Wochen ist die Anzahl der rechtslastigen, also republikanischen Umfragen wie durch Zauberhand in den Battleground States angestiegen. Oft taugt hier nicht einmal die Gruppengröße etwas. Weniger als 1.000 Befragte? Wirf’s in den Papierkorb.
Was aber passiert, wenn diese Dinge in Staaten wie Nevada oder Michigan urplötzlich Trump vorne sehen mit nullkommadrölf Punkten? Oder in Arizona mit fünf? Na ja, diese Zahlen fließen natürlich in das „national average“ der Umfragerei, das wiederum von Aggregatoren wie „538“ und anderen benutzt wird. Somit sieht es aus, als wäre diese Wahl ein unfassbar brutales, enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Ein Fotofinish. Ein Nail-Biter. Continue reading →

Clusterfuck States of America

– I –
Wie Demokratie stirbt

»Come mothers and fathers, throughout the land,
and don’t criticize what you can’t understand.

Your sons and your daughters are beyond your command,
your old road is rapidly agin‘.

Please get out of the new one, if you can’t lend your hand,
for the times they are a-changin’« – Bob Dylan

Es gibt immer wieder Konstanten innerhalb des Chaos, das den Untergang einer Zivilisation begleitet. Wie beispielsweise totalitäre Möchtegerns mit großer Fresse, die versprechen, uns alle vor Gefahren zu beschützen, die sich zum größten Teil ausschließlich im TakaTuka-Land im Kopf dieser Leute manifestieren.
Fortschreitender Kontaktverlust zur Realität ist nicht nur ein Teil der Symptomatik der Langen Dämmerung, sondern in unserer Kultur von vornherein mit eingebaut. Wir hören noch immer Menschen zu, die ernsthaft glauben, man könne auf einem endlichen Planeten endlos lang wachsen. So lange diese Typen nicht in einem Sanatorium landen, sondern weiterhin von irgendwelchen angeblichen Journalisten ein Mikro oder eine Kamera vorgehalten bekommen, wird sich der Untergang unserer Zivilisation in den nächsten Jahren exponentiell beschleunigen.

In den USA kann man das aktuell wieder beobachten.
Vor die Wahl gestellt, einen senilen Tattergreis mit totalitären Wichsphantasien zu wählen oder womöglich eine Schwarze, die auch noch eine Frau ist und in ganzen Sätzen reden kann, ist die Wählerschaft aktuell zu 50/50 gespalten.
Sagen die Medien. Die vor allem aus Umfragen bestehen. Ich hatte dazu schon mal was gesagt.
Das ist verständlich aus Sicht des durchschnittlichen weißen 64,3 Jahre alten Mannes, der mit Pistole an der Hüfte zum Gottesdienst geht. Ich meine, welchen Schaden haben Schwarze historisch nicht schon in den USA angerichtet!
So eine Entscheidung will also gründlich durchdacht sein.

Deswegen hört man einem Mann zu, der verbreitet, daß irgendwelche Migranten Hauskatzen grillen oder das Deutschland sich mit seiner Energiewende fast ruiniert hätte durch die viele Windkraft und jetzt ein Kohlekraftwerk pro Woche baue. Spätestens hier müßte man ja lachend die Veranstaltung verlassen.
Ich meine – Deutschland. Ein Kraftwerk pro Woche? Bis dahin ist hier nicht mal die erste Seite des Planfeststellungsbeschlusses ausgedruckt. Außer wenn Friedrich Merz endlich Kanzler von AfD-Gnaden wird, natürlich.
Dann baut der die Kraftwerke alle selbst. Mit den ganzen Leuten, denen er die 500 Öcken Bürgergeld streicht, um damit die neuen Arbeitslager zu finanzieren.
Ich befürchte sehr stark, daß die USA ab demnächst als der bestbewaffnete Faschistenstaat der Erde in die Geschichtsbücher eingehen. Denn in einem Punkt glaube ich Trump jedes Wort, sofern man seinem senilen Gestammel mal ein solches entnehmen kann: wenn er gewählt wird, wird es danach keine Wahlen mehr geben. Continue reading →

Madam President?

Die Salamitaktik des „Demokrat X hat gesagt…“, die seit dem unseligen Fernsehduell in der US-Politik durchgeführt wurde, ist vorbei. Der müde Joe wird nicht noch einmal Präsident der Uneinigen Staaten von Amerika sein. Kassandra sieht ein paar Problemchen.
Hätten die Demokraten Kamala Harris wirklich zur Kandidatin aufbauen wollen, hatten sie dazu 3,5 Jahre Zeit.
Noch vor zehn Tagen sagten „Stimmen aus der Politik“, das Ms. Harris ungeeignet sei. Wegen der miesen Umfragewerte. Ich verweise auf den obenstehenden untenstehenden Langtext. Diese Nummer ist Bullshit. Harris‘ Umfragewerte sind nicht schlechter als die von Biden waren. Die Schlußfolgerung lautet: die Demokraten wollten Harris gar nicht aufbauen.

Der Tattergreis Mitch McConnell, selber 82, wurde auch sofort aus seinem Wachkoma fitgespritzt und blökte bereits was davon in den Kongress, daß dieser Schritt den Wählern der Demokraten (sic!) gegenüber unfair sei. Denn die haben den Joe doch gewählt. In den Primaries!
Als hätten sich die Republikaner in den letzten 60 Jahren jemals für den Willen irgendwelcher Wähler interessiert, die nicht mindestens dreistellige Millionäre sind. Außerdem ist der Nominierungsprozess der Demokraten noch undemokratischer als derjenige der Republikaner, die gerade erst Trump zum neuen alten Führer gewählt haben. Insofern: who the fuck cares?

Kassandra ist sich sicher, daß sich Donald, dem persönlichen goldenen Schuß soeben erst entgangen, bei der nächsten Wahlkampfveranstaltung erstmals als direkten Messias und Propheten des Herrn bezeichnen wird. So’n Streifschuß richtet eben auch Schaden an in der Rübe. Wäre aber die logische Fortsetzung seines faschistischen Geschwafels vom GOP-Parteitag.

Interessanterweise hat keine der vielzitierten Geisterstimmen der letzten Tage von der demokratischen Partei gefordert, vielleicht mal den Zusatzartikel 25 anzustoßen. Weil die Demokraten kein weniger rassistischer Müllhaufen sind als die Reps auch.

Kassandra sagt: Joe Biden sollte seinem Land einen letzten Dienst erweisen und von der Präsidentschaft zurücktreten, nicht nur von der Kandidatur. Damit wäre Harris die erste Madam President der USA.
Ein demokratischer Kongressler sagte neulich erst, daß bei ihrer Kampagne alles darauf zugeschnitten sei, daß Joe Biden Trump schlagen könne. Die Gegenseite wird dabei oft vergessen.

Denn bei Trump war auch alles darauf ausgelegt, daß Joe Biden der Gegner sein würde. Das ist ab heute vom Tisch. Und wenn Donald, dem Einohrhasen, nicht bald was Besseres einfällt als Ms Harris mit „Laughing Kamala“ runterzumachen – nun, ich hätte als US-Amerikaner nichts gegen eine 59jährige Präsidentin, die auch mal lacht. Vielleicht auch im November. Über ihren klaren Wahlsieg über den 78jährigen, fetten Opa, der den Wählern was von einer Zukunft erzählen will, in der er als Präsident Snow I. zu herrschen gedenkt.
Ich gebe den Demokraten bis nächsten Sonntag Zeit, um aus der Vizepräsidentin eine amtierende Präsidentin zu machen. Die Zeiten sind jedenfalls gerade wieder einmal richtig interessant geworden.