Die Schultern von Riesen

Das wohl größte Problem der Kommunikation ist die Illusion, daß sie tatsächlich stattgefunden hätte.

George Bernard Shaw

Der Mann, mit dem diese Geschichte beginnt, hat niemals eine Schule in unserem Sinne besucht. Er ist der Sohn eines Apothekers und wird zu einer Zeit geboren, in der so etwas wie eine Schulpflicht noch in der Zukunft seines Landes wartet, daher wird er von Hauslehrern unterrichtet oder wer eben damals so für diese Tätigkeit herhalten mußte.
Trotzdem beginnt er, sich mit etwa zwölf Jahren für wissenschaftliche Dinge zu interessieren. Oder vielleicht auch gerade deshalb.
Mit gerade einmal sechzehn bewältigt er die Aufnahmeprüfung zur Universität, mit zweiundzwanzig wird er Doktor der Naturwissenschaften. Er heiratet spät, erst mit Mitte dreißig. Als er bereits Ende fünfzig ist, ermutigt er einen achtundzwanzig Jahre jüngeren guten Freund, seine schriftstellerischen Ambitionen auch zu veröffentlichen und unterstützt ihn hierbei nach Kräften.
Der Schriftsteller ist Hans Christian Andersen, seine „Märchen, für Kinder erzählt“ machen ihn berühmt und verwandeln ihn in eine Meerjungfrau, die heute noch im Hafen Kopenhagens zu bewundern ist.

Erstaunlicherweise ist auch der andere Mann kein Grieche, wie sie ja schon öfter von mir erwähnt wurden, sondern, wie Andersen auch, ein Däne, also Angehöriger eines Volkes, das dem O immer einen Strich durch die Rechnung macht. Sein Name ist Hans Christian Ørsted und der ist heute ein eigener kleiner Park in der dänischen Hauptstadt.
Ørsted beobachtete während einer Vorlesung im Jahre 1820, wie eine Kompaßnadel von einem Draht abgelenkt wurde, durch den gerade ein Strom floß. Mit seinem im wahrsten Sinne des Wortes ungeschulten, aber eben sehr neugierigem Verstand runzelte der Herr Anfang Vierzig die Stirn und sagte sich vermutlich, dies sei ja wohl etwas seltsam. Aber das Ereignis ließ sich reproduzieren. Strom durch Draht ergab Ablenkung des Kompasses. Kein Stromfluß ergab einen langweiligen Kompaß, der bekanntlich stets nach Norden weist auf unserem Planeten. Jedenfalls halbwegs, aber dazu später.
Was Ørsted da entdeckt hatte, war das Prinzip des Elektromagnetismus. Ein Strom, der einen Leiter durchfließt, erzeugt ein Magnetfeld. Er war nicht der erste, dem das aufgefallen war, aber er war der erste, der seine Erkenntnisse veröffentlichte und damit auch Gehör fand. So ist das eben, wenn man schon ein bißchen bekannter ist und auf die Publikationsmöglichkeiten der etablierten Wissenschaften zurückgreifen kann. Diese Entdeckung sollte noch eine Menge Aufregung verursachen. Im Grunde genommen hat sie die Welt verändert. Weiterlesen

Mythopolis

– IX –

Das Knirschen von Sand

,,Ihr glaubt bereitwillig an alles Unsichtbare. Aber was euch direkt ins Gesicht springt, wollt ihr nicht sehen. Es gibt dafür eine wissenschaftliche Erklärung:
Ihr seid doof.“

Doctor Who

Nicht immer sind negative Seiten der technologischen Entwicklung so offensichtlich wie bei der Verwendung von Kernenergie, deren Rückbau und Ende den Steuerzahler mindestens soviel Geld kosten werden wie die ganzen staatlichen Subventionen, die in den letzten 45 Jahren an diesen Industriezweig geflossen sind. Trotzdem gibt es immer noch Menschen, die die Mär vom billigen Atomstrom papageienmäßig wiederholen. Weil sie daran glauben wollen. Denn ansonsten müßten sie sich eingestehen, jahrzehntelang wie die Idioten an eine Lüge geglaubt zu haben. Menschen tun so etwas sehr ungern.
Stattdessen glaubt man lieber weiter an die Dinge, die man kennt und die einem von den Priestern der Fortschrittsreligion so angepriesen werden.
Deswegen heißen Priester eben so, zumindest vermute ich das. Weil sie anpreisen, was der jeweilige Gott so alles drauf hat und was für ein toller Hecht er doch ist. Oder was für eine zarte Forelle, falls es sich um eine Göttin handeln sollte. Die Religion von Fortschritt und Technologie bringt auch besonders sehenswerte technologische Tempel hervor. Außerdem natürlich „Wunder“, die sehr wohl funktionieren. Zumindest für eine Weile. Wenn das Wartungsbudget nicht gekürzt wird. Oder die Garantie abgelaufen ist.
Gute Werbung ist also offenbar sehr nützlich, wenn man anderen etwas als unverzichtbar und besonders großartige Errungenschaft verkaufen möchte. Wenn es dann auch noch einen handfesten Charakter hat, also ein irgendwie greifbares Dingsbums ist, werden die Kriterien schon etwas klarer. Wenn man Menschen heute fragt, worauf sie nicht mehr verzichten können im Alltag – die berühmte „einsame Insel“-Frage, bekommt man in den Antworten eine Auflistung von allem möglichen Mist geliefert, der nicht den geringsten Wert hat. Ich würde auf die einsame Insel jedenfalls eher eine Axt mitnehmen als ein Smartphone.

„Technologie“ oder – in meinen Begriffen hier in diesem Blog – die genaue Ausformung der Technosphäre ist immer auch eine Entscheidung der Gesellschaft.
Zumindest wird uns das eingeredet. In Wahrheit funken einem die Kräfte der viel gepriesenen freien Marktwirtschaft natürlich ständig dazwischen.
Es gab nie eine Entscheidung der Gesellschaft für die vorgeblich zivilie Nutzung der Kernenergie. Es gab eine politische Entscheidung, denn mit Reaktoren hat man die Hand eben auch irgendwo immer auf dem Stoff, aus dem die Bomben sind. Die Tatsache, daß Nationen wie Japan oder Deutschland über keine eigenen A-Waffen verfügen, ist ja nun nicht etwa technologischem Unvermögen geschuldet, sondern der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Der freie Markt ist an solchen Stellen also normalerweise eben kein Markt. Und frei ist er auch nicht, denn der freie Markt ist auch einer dieser Mythen, an die unsere Gesellschaft so gerne glauben möchte. Er funktioniert hier schlicht kommandowirtschaftlich. Hitler konnte in Hydrierwerken aus Braun- und Steinkohle Sprit für Flugzeuge und Panzer gewinnen lassen, weil es geht. Nicht etwa, weil das Verfahren ökonomisch Sinn ergibt. Es ist nämlich bei weitem zu teuer. Würde man Benzin heute aus deutscher Steinkohle herstellen wollen, kostete der Liter Sprit vermutlich irgendwas um die acht Euro. Dann mal Prost.
Mit Atomkraft war es ähnlich. Die Franzosen reihten sich als Atommacht Nr. 4 in den Reigen ein, weil Charles de Gaulle die Bombe haben wollte und dazu brauchte man eigene Reaktoren. Da die Kolonialgebiete Uran liefern konnten, hat man die Reaktoren gebaut. Darum hat Deutschland auch keine eigenen Bomben, denn damit konnte Frankreich sicher sein, nicht noch einmal von deutschen Truppen überfallen zu werden. Deutschland hätte wiederum auch gerne die Bombe gehabt, Old Adenauer war jedenfalls sehr dafür, soweit ich das weiß. Nur gab es eben keine. Dafür stehen die Franzosen heute da und erzeugen siebzig Prozent ihrer Elektrizität aus Kernmeilern. Da fragt sich nur noch, wem zuerst das Licht ausgeht. Uns oder den westlichen Nachbarn. Sollte einer der Schrottmeiler an der deutschen Grenze wie Cattenom vorher noch platzen, werden womöglich doch deutsche Truppen noch einmal Frankreich überfallen. Wer weiß? Weiterlesen

Mythopolis

– VIII –

Internet, AD 4000

,,When you want to know how things really work, study them when they’re coming apart.”
William Gibson, Zero History

Die Bibliothek von Alexandria soll über zweihunderttausend Schriftrollen enthalten haben, gefüllt mit dem Wissen ihrer Zeit. Philosophie, Astronomie, Mathematik, dazu Dinge, die wir heute Anthropologie und Soziologie nennen würden.
Im Jahre 331 vdZ von dem Alexander gegründet, den heute noch alle kennen, wuchs die Siedlung rasch an, und etwa ein Jahrhundert später wurde dann die Bibliothek gegründet. Die Große Bibliothek, wie sie heute noch genannt wird.
Von ihrer Gründung an war dieser Ort ein Hort des Wissens, alles wurde hier gelagert. Menschen aus allen Ländern der damaligen Welt, also vorwiegend den Mittelmeerländern, kamen nach Alexandria, um bestimmte Dinge zu erfahren. Aber auch, um selber Werke zu schreiben und dazu eben Informationen aus der Bibliothek zu benutzen.
Alexandria wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einem Leuchtturm des Wissens, dessen Licht weitaus heller und weiter strahlte als das des anderen, sehr berühmten Leuchtturms, der sich im Hafen der Stadt befand, des Pharos. Ebenso wie die Bibliothek eines der Sieben Weltwunder der Antike und ebenso wie fünf andere davon nicht mehr vorhanden in unserer Zeit.

Unzählige Rollen aus diversen Jahrhunderten waren hier gelagert. Alleine die Bibliothekare müssen über eine Kenntnis verfügt haben, die heutigen Kunsthistorikern in nichts nachstand. Denn sie waren es, die das Pergament oder Papyrus für den Zugriff durch andere verwalten mußten. Aber dazu braucht es ein System und das dürfte damals recht kompliziert gewesen sein.
Wir wissen heute nicht mehr, aus wie vielen Jahrhunderten die Geschichten auf den Rollen stammten und vor allem, was uns die Buchstaben so erzählt hätten. Denn bedauerlicherweise ging diese Ansammlung von Gelehrsamkeit, dieses geistige Leuchtfeuer, irgendwann im 3. Jahrhundert ndZ unter. Ein Brand fraß das sorgfältig gelagerte Wissen auf. Allerdings sind sowohl Art als auch Zeitpunkt dieses Verlustes nicht mehr genau bestimmbar. Da sich heute an dieser Stelle das moderne Alexandria erhebt, die zweitgrößte Stadt Ägyptens, sind Grabungen schwierig und bisher hat man von der Bibliothek keine Spuren gefunden.

Trotzdem wissen wir heute sowohl von der Bibliothek als auch von ihren Inhalten noch einiges. Denn natürlich kamen auch jede Menge Menschen nach Alexandria, um ein ganz bestimmtes Exemplar einer ganz bestimmten Schrift zu suchen. Und vor allem, um es mitzunehmen. Allerdings war die Bibliothek von Alexandria natürlich eine Präsenzbiblothek. Wirklich ausleihen konnte man sich da nichts.
Da sowohl der Buchdruck als auch der Fotokopierer damals noch ihrer Erfindung harrten, mußte man also eine Abschrift anfertigen lassen und von denen sind zum Glück wenigstens ein paar erhalten geblieben. Der Fotokopierer ist übrigens eine amerikanisch-österreichische Erfindung, keine japanische, ganz am Rande bemerkt. Ganz im Gegensatz zum Buchdruck mit beweglichen Lettern, den dürfen wir in unserem Kulturkreis sehr wohl als deutsche Erfindung vereinnahmen. Weiterlesen

Mythopolis

– III –

Das technologische Dogma

„My friend asked me to use a USB port to charge his cigarette, but I was needing it to charge my book.
The future is stupid.“
some guy on the Internet

Ich mag Zugfahrten. Ich habe schon vor mehr als einem Jahrzehnt mein letztes Benzinvehikel verkauft und seitdem bewege ich mich mit Rad, Füßen und eben Zügen durch den Alltag. Klar kommen Züge mal zu spät, ab und an liegt eine Kuh auf dem Gleis oder ein Baum. Aber im Großen und Ganzen muß ich persönlich dem deutschen ÖPNV-System doch eine gewisse Brauchbarkeit attestieren. Kein Vergleich zur Schweiz, aber von englischen Verhältnissen eindeutig so weit entfernt wie ein Sigmar Gabriel von sozialdemokratischer Politik. Es ist auch nicht der Fernverkehr, in dem die Bahn ständig versagt. Über den läßt sich nur spektakulärer berichten. Es ist der Nah- und Regionalverkehr, der unglaublich gruselig sein kann und oft auch ist. Trotzdem mag ich Zugfahrten. Wenn mehrere hundert Tonnen Stahl über die Schiene gleiten, das Rheinpanorama rechter Hand neben mir, Sonnenlicht über dem Flußtal, während ich von dem Buch in meiner Hand aufblicke – das ist mit einer Autofahrt einfach nicht vergleichbar.

Ich habe schon immer davon geträumt, die manchmal durchaus bequeme Nutzung eines Autos mit der angenehmen Seite von Eisenbahnen zu verbinden.
Wenn selbstfahrende Autos existierten, könnte man ich davon eines im örtlichen Pool der Stadt bestellen, wenn ich denn dringend irgendwohin fahren muß. Ich sage dem Zentralrechner der Stadt Bescheid und fünf Minuten später steht das Fahrzeug vor der eigenen Tür. Ich steige in die Kiste und weise mich gegenüber dem Bordrechner aus. Mit Stimmabdruck, Handlinien, Retinascan – die Möglichkeiten sind vielfältig.
Dann sage ich dem elenden Navigationssystem, wo ich hin will, und die Möhre fährt los, um mich meinem Ziel entgegenzutragen. Dort angekommen, steige ich aus und das Fahrzeug bewegt sich zurück in den Pool oder eben zum nächsten Kunden, der es soeben angefordert hat.
Während dieser Fahrt scannt das Fahrzeug sein Inneres, stellt fest, das alles soweit in Ordnung ist, und schickt einen Satz Daten an den Zentralrechner der Stadt, der daraufhin die entsprechende Gebühr von meinem Konto einzieht. Das wird mir entsprechend mitgeteilt, der freundliche Muttercomputer sendet eine Botschaft und die Rechnung an mein Smartphone, mein Tablet, mein Fitnessarmband oder an irgendein anderes digitales Gadget, das man eben so mit sich herumträgt.
Gleichzeitig mit dieser Mitteilung verwandelt sich der bisher gespeicherte, persönliche Datensatz in den Computern in einen statistischen Datensatz.
Konnte man eben noch lesen „Person X von A nach B transportiert“ ist nun in den Datenbänken nur noch ein „Fahrt von A nach B“ zu finden.
Denn den ersten Datensatz brauchten die Computer nur bis zur Bezahlung der Gebühren und die ist ja gerade erfolgt. Die statistischen Daten brauchen sie, um den einzelnen Mietmodulen die entsprechenden Wartungsintervalle zuzuweisen. Die anfängliche Identifizierung dient natürlich auch dem Zweck, Vandalismus zu verhindern. Immerhin wissen wir alle, wie viele junge Menschen heute ihren Bildungsstand gerne damit ausdrücken, daß sie ihren Namen in die Scheiben und Sitze öffentlicher Verkehrsmittel kratzen.

Denn Hohepriestern des Fortschritts würde diese Vorstellung meinerseits sicherlich gefallen. Ganz besonders, wenn ich jetzt noch sage, daß ich dieses Szenario schon seit zwanzig Jahren in meinem Kopf herumtrage. Und jetzt beginnt es tatsächlich, Wirklichkeit zu werden. Nichts von dem, was ich gerade beschrieben habe, ist unmöglich, zu teuer, zu gefährlich oder aus technischen Gründen nicht machbar. Da sage noch einer, es gäbe keinen Fortschritt mehr. Oder womöglich, daß Fortschritt an sich bald nicht mehr existieren wird. Lächerliche Vorstellung!
Nein, Technologie wird immer einen Lösungsweg finden.

An dieser Stelle ist es dann meine Aufgabe, die Hand zu heben, zu lächeln, und eine weitere Frage zu stellen: Was ist eigentlich diese „Technologie“ von der die Apologeten des unendlichen Fortschritts immer wieder reden?
Oder, um mal die unsterblichen Worte des Lehrers in einem irgendwie zum Kultfilm mutierten Uralt-Streifen zu zitieren: Wat is’n Dampfmaschin‘? Weiterlesen

Mythopolis

– I –

Das Morgen von gestern

,,Eine der Definitionen geistiger Gesundheit ist, das Wirkliche vom Unwirklichen unterscheiden zu können. Sehr bald werden wir eine neue Definition brauchen.“

Alvin Toffler

Die Fortschritte der Technik erfolgen in immer kürzeren Abständen. So lautet der Einleitungssatz der Stimme aus dem Off in einer Dokumentation über Nanotechnologie, die ich mir neulich angesehen habe.
Im Bereich der Nanotechnologie geht es, wie der Name schon vermuten läßt, um Größenordnungen kleiner zu als in der Mikrotechnologie, die uns so etwas Großartiges wie den modernen Computer und das Smartphone geschenkt hat. Wobei, geschenkt würde ich jetzt nicht sagen bei den Preisen.
In der Nanotechnologie sind also die Dinge, die woanders in Mikron gemessen werden – das sind Tausendstel eines Millimeters – noch viel kleiner. So klein, daß ein einzelnes Nano sich in einem Mikron vorkäme wie unsereiner alleine im Mittelmeer. Letztlich sind die Ingenieure heute in der Lage, ein einzelnes Atom zu manipulieren oder Maschinen zu bauen, die aus nur wenigen Atomen bestehen. Das ist in der Mikrotechnologie nicht viel anders. Innerhalb einer modernen CPU in einem Computer wie dem, der auf meinem Schreibtisch steht, werden diverse Elemente übereinandergeschichtet. Viele dieser Lagen sind nur wenige Moleküle dick. Aber ein Molekül besteht eben aus mehreren Atomen.
In der Nanotechnologie wäre es möglich, aus beliebigen Atomen beliebige Moleküle zu bauen, sofern deren Zusammensetzung bekannt ist. Allerdings würde es relativ lange dauern, eine Zahnbürste herzustellen, da die etwa 76 Bazillionen Atome enthält. Wenn die alle erst mit einem Kran an die richtige Stelle gebracht werden müßten, könnte das etwas Zeit erfordern. So zwei, drei Jahrtausende.

Eine industrielle Nanoproduktion von irgendwelchen Dingen, so wie der Replikator in Star Trek sie vorführt, steht also eindeutig derzeit nicht zur Debatte.  Mit Hilfe der reichlich vorhandenen Energie des Antimaterie-Reaktors werden hier Moleküle zusammengebastelt, die dann, entsprechend zusammengesetzt, etwas ergeben, das ein bißchen – aber nicht völlig – anders schmeckt als Curryhuhn mit Reis oder Tomatensuppe, für die über 200 Rezepturen vorliegen. Oder Tee. Earl Grey. Heiß.
Wobei das natürlich ein bißchen geschummelt ist, denn irgendwo muß der Replikator eine Quelle für seine Moleküle haben, er arbeitet nicht auf atomarer Ebene. Es muß also an Bord der Enterprise-D eines Captain Picard ein Lager mit Rohmasse geben, mit der die Replikatoren beschickt werden, einen Molekülvorrat sozusagen.
Ich hätte ja gerne so ein System, damit ich nie wieder Abspülen muß. Von allen Haushaltstätigkeiten mag ich diese mit Abstand am wenigsten. Und natürlich ist der Replikator jederzeit in der Lage, die benutzte Teetasse des Captains wieder in ihre Rohform aufzulösen. Wie praktisch ist das denn?

Es sind Serien wie diese und unzählige Filme im SF-Bereich, die uns allen den Basismythos unserer Zivilisation vorgeben. Geschichten, die nur aufgrund dieses Mythos überhaupt erst entstehen konnten. Der Mythos des Fortschritts und der umfassenden Allmacht der Technologie.
Aber was genau ist das eigentlich, Technologie?
Und warum nenne ich Fortschritt einen Mythos, denn das habe ich ja inzwischen in einigen anderen Texten ebenfalls getan?
Nun, ich fürchte, dazu muß ich etwas weiter ausholen. Denn um die Grundannahmen, auf denen unser Alltag beruht, ordentlich zu zertrümmern, muß man eben auch weit ausholen, sonst funktioniert das nicht. Aber es macht unglaublichen Spaß. Weiterlesen

Hau ab, Mephistopheles!

,,Was eine lange Reihe von Generationen aufgebaut hat, das zerschlägt und zerstreut ein einziger Tag.“
Lucius Annaeus Seneca, Briefe an Lucilius, 91

Als der Mann den Gerichtssaal der Inquisition verläßt, ist er geschlagen.
Man hatte ihn zu dem öffentlichen Geständnis gezwungen, in seinem Buch geirrt zu haben, er mußte seine Fehler verfluchen und verabscheuen – ein Teil des Widerrufungsrituals – und schaffte es nur dadurch, dem drohenden Scheiterhaufen zu entkommen. Das Urteil lautet auf lebenslange Kerkerhaft. Für einen Mann im Alter des Angeklagten – 68 Jahre – im Grunde ein Todesurteil auf Raten.
Schließlich bleibt der Verurteilte in der Botschaft der Toskana und kann, da der Herzog der Toskana ein großer Bewunderer seiner Arbeiten ist, schließlich doch nach Hause zurückkehren, wo er allerdings für den Rest seines Lebens in Arrest verbleibt und mit einem lebenslangen Lehrverbot belegt wird.

Aber Galilei hatte sein Leben gerettet, das nach diesem Prozeß immerhin noch ein Jahrzehnt andauern sollte und es ihm ermöglichte, einen ausgedehnten Briefwechsel mit befreundeten Gelehrten im In- und Ausland zu führen, von denen einige deutlich weiter vom Einflußbereich des Papstes in Rom entfernt waren als er selber. Und die Verkündungsfreude bezüglich des neuen Weltbildes, das Galileo in seinem beanstandeten Buch diskutiert hatte, nahm mit der Entfernung vom Papstthron deutlich zu. Die Tatsache, daß Galilei seinen „Dialog über die zwei Weltsysteme“ in der Volkssprache verfaßt hatte, also Italienisch statt des wissenschaftlichen Latein, half der inzwischen mehrere Jahrzehnte alten „neuen“ Idee, die ein Herr Kopernikus in die Welt gesetzt hatte, ebenfalls zu einer deutlichen Steigerung ihrer Popularität.
Galilei wurde angefeindet, weil er, oder besser, diese neue Idee, die Erde aus dem Mittelpunkt des Sonnensystems verbannte. Als einer der Jünger des kopernikanischen Weltbildes und eigener Beobachter des Sternenhimmels mittels der gerade erfundenen Teleskope war er schon früher der Inquisition unangenehm aufgefallen, sprach er doch offen darüber, auf der Sonne Flecken entdeckt zu haben. Zur damaligen Zeit natürlich ein schwerer Angriff auf die Dogmen der Kirche, denn die himmlischen Sphären waren von Gott geschaffen, wie alles andere, aber eben auch direkter Wohnort des Heiligen und somit Perfekten. Wie konnte also die Sonne Flecken haben?

Damals, 1623, hatten Freunde Galileis in der und um die Kurie die Anschuldigungen gegen ihn versanden lassen. Jetzt war er ein Jahrzehnt danach ein weiteres Mal in den Fokus der Inquisitoren geraten und damit einmal zu oft.
Aber ein weiterer Schritt war getan worden, um die Rätsel des Universums zu klären. Wieder einmal trug die Wissenschaft den Sieg davon. Was die Kirche mit ihrer in religiöser Dogmatik erstarrten Weltsicht in den kommenden Jahrhunderten lieferte, waren Rückzugsgefechte. Den eigentlichen Krieg hatte sie zu diesem Zeitpunkt bereits verloren. Weiterlesen

Den Elefanten fühlen

,,Derjenige, der etwas zerbricht, um herauszufinden, was es ist, hat den Pfad der Weisheit verlassen.“

Gandalf zu Saruman

Es gibt da diese schöne Geschichte von den blinden Männern und dem Elefanten. Nach allem, was ich weiß, stammt die Geschichte aus Indien, was ja auch annähernd logisch wäre, denn da gibt es Elefanten.
Falls das jemand nicht kennt, die Geschichte geht etwa so: Eine Gruppe blinder Männer begegnet einem Elefanten. Von den lauten Geräuschen des Tiers sehr deutlich auf dessen Existenz hingewiesen, beschließen die Männer verblüfft, einen der ihren loszuschicken, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Der erste Blinde erwischt ein Bein des offensichtlich gutmütig gestimmten Dickhäuters und kehrt zu seinen Kollegen zurück, um ihnen zu berichten, es handle sich bei der Quelle der Geräusche wohl um eine Art Säule.
Der zweite Mann erwischt den Schwanz des Elefanten und erzählt etwas von einer Art Seil. Der dritte erwischt eines der Ohren und spicht von einem Fächer. Der vierte wiederum berührt die Flanke des Elefanten und spricht von einer Wand. Der fünfte erwischt den Rüssel und spricht von einer Art Schlange. Der sechste berührt einen Stoßzahn und sagt, das Etwas müsse eine solide Röhre sein.

Die Geschichte existiert in unterschiedlichen Varianten. Mal ist die Zahl der Männer anders, mal sind sie nicht blind, sondern es ist ein dunkler Raum. Es gibt Unterschiede in der Art der Auflösung. Einmal streiten sich die Männer gewalttätig, in anderen Versionen diskutieren sie die Sache friedlich. Auch die Art und Weise der Beschreibung der Körperteile differiert.
Die von mir präsentierte Version beruht auf einer Übersetzung dieser Parabel ins Englische, die aus dem 19. Jahrhundert stammt und die bei uns im Westen wohl am besten bekannte Variante darstellt.
Die Geschichte wird gerne als ein Gleichnis angeführt, um besonders religiöse Streitigkeiten darzustellen. Denn gerade Theologen sind wunderbar in der Lage, über Dinge zu zanken, die sie niemals gesehen haben. Da macht es keinen Unterschied, welcher Religion der jeweilige Oberpriester so angehören mag.
In Wirklichkeit stellt die Geschichte eben die Frage: „Was genau ist Wahrheit und wie kommen wir da ran?“ Weiterlesen

Gaias Atem

,,Ich kann die Erde sehen. Ich sehe die Wolken.
Sie ist so wunderschön!“

Juri Alexejewitsch Gagarin

Ein Wassertropfen. Ich bin ein Wassertropfen. In der aus meiner Perspektive unfassbaren Gesamtheit bin ich ein Atom, eine Winzigkeit aus Wasser und einer minimalen Menge Salz. Wo ich existiere – wo alles existiert – gibt es keine Einteilung in Sekunden, in Minuten oder ein anderes Zerschneiden der Zeit. Es gibt nur mich. Und alle anderen um mich herum. Herum im wahrsten Sinne des Wortes, obwohl winzige Teilchen keine Worte haben. Hier gibt es keine Worte, denn die Welt ist die Gesamtheit und die Gesamtheit die Welt.
Wir strömen um einen Kontinent. Ein Brocken Land, der in irgendeiner Sprache Antarktis genannt wird. Aber hier ist Sprache bedeutungslos. Wir kreisen nur, eine Gesamtheit aus Nicht-Stimmen, die etwa 800mal so groß ist, wie etwas, das in dieser verbalen Bedeutungslosigkeit im Woanders ,,Amazonas“ heißt. In dieser schweigenden Unendlichkeit umkreisen wir dieses Land, diese seltsame Anomalie aus Festigkeit in der normalen Gestaltung der Welt.

Aber die Richtung ändert sich. Irgendetwas wirft mich aus dem Kreislauf hinaus, es geht woanders hin. Weg von der kreisenden Gesamtheit, spalte ich mich ab und drifte nach…Norden?
So würde das heißen, gäbe es hier Sprache. In einer Tiefe von etwa 800 Metern gleite ich dahin, ein Teil der Gesamtheit begleitet mich. Ich kann sie spüren. Wir zeichnen die Kontur einer neuen Landmasse nach. Es ist die westliche Küste dieser Landmasse, sie ist anders als die erste. Sie ist nicht bedeckt von kalter Gesamtheit. Sie ist Nicht-Eis. Ich ströme mit den anderen aufwärts. Ich werde schneller, dynamischer, von irgendwoher kommt Energie in die Gesamtheit. Ein Phänomen von außerhalb belädt uns mit Energie. Passatwind?
Der Ausdruck hat keine Bedeutung für mich. Ich bin nur stärker, trage mehr Energie mit mir in Form von Wärme. Die Gesamtheit bewegt sich nach…Westen?
Ein einziges Durcheinander aus zerbrochenen Landmassen. Kleine, größere, große. Wir strömen daran vorbei, durch sie hindurch, verwirbeln uns, es treibt mich in eine Engstelle zwischen Land und noch größerem Land. Makassarstraße.
Wieder so ein Begriff aus dem Anderswo. Danach ist es vorbei, die Gesamtheit ist offen, strömt mit mir nach…Westen. Auf eine neue Masse an Land zu. Sie ist riesig. Sie ist auch Nicht-Eis. Das Anderswo scheint viel Nicht-Eis zu sein.

Ich nehme mehr Partikel auf, denn mein höherer Energiegehalt erlaubt mir, mehr Salz mitzunehmen als vorher. Was ich auch tue. Wir alle tun das. Die Gesamtheit sättigt sich mit Energie und Salz, nimmt in physikalischem Durst alles in sich auf.
Wir verändern unsere Bewegung, es geht nach…Süden?
Ja, Süden. Zurück zu unserem Ursprung? Wer weiß das? Wieder zeichnen wir die Kontur der Landmasse nach, umströmen ihre südliche Spitze. Plötzlich: Chaos.
Etwas wirft uns zurück. Es ist ein anderer Teil der Gesamtheit, der Teil, den wir gerade verlassen haben, der kreisende Teil im Süden, der um das große Eis-auf-dem-Land rotiert. Doch ich werde nicht aufgenommen, es geht hin und her, kein klarer Sinn ist zu erkennen. Ein Zerreißen. Weiterlesen

Der Sieg der Grauen Herren

– I –

Die neue Zeit

,,Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät?“
Paulchen Panther

Erde, Beginn des 16. Jahrhunderts ndZ. Ein Mann namens Peter Henlein verbindet in Nürnberg den Federantrieb mit einer sogenannten Federbremse und baut das ganze Konstrukt in ein Gehäuse ein, das klein genug ist, um in eine Tasche gesteckt zu werden. Die erste echte Taschenuhr hat das Licht der Welt erblickt. Wenn sie nicht in der dunklen Tasche verschwindet, natürlich.
Das Werk ist noch immer recht ungenau, die Uhr erhält deswegen nur einen Stundenzeiger. Erst deutlich später, etwa anderthalb Jahrhunderte nach Henlein, um genau zu sein, wird die Spindelhemmung in Uhren eingebaut und diese erhalten einen Minutenzeiger, da sie sich jetzt nicht mehr dafür schämen müssen, einen zu haben.
Mit der weiteren Entwicklung werden die neuen Zeitmesser genauer, kleiner, flacher und die Uhrmacherkunst zu einem Beruf, der dem des Neurochirurgen an nötiger Präzision in nichts nachsteht. 1600 ndZ setzt der spanische König einen Preis für denjenigen aus, der eine Uhr erfindet, mit der man das Längenproblem lösen kann. Was heutzutage keinerlei Problem darstellt, war nämlich zu der Zeit sehr wohl eines.
Für die Bestimmung der exakten Position auf der Erdoberfläche benötigt man den Breiten- und Längengrad. Die Bestimmung der Breite erfolgt bereits seit langer Zeit über den Polarstern. Bei den Griechen hieß der Stern Phoenice, was wiederum „der Phönizische“ bedeutet, also noch weiter in die Vergangenheit weist. Astronomisch ist das α Ursae Minoris und ein Trinär-System aus einer F7 Ib, einer F6 V und einer F3 V – das sind die Spektralklassen dieser Sterne. Unsere Sonne sieht daneben etwa wie das Streichholz vor dem Waldbrand aus. Oder vor dem Plasmaschweißbrenner.

Das Sternbild selbst ist der Kleine Bär, im Deutschen ist das die Kleine Wagen. Wir Deutschen hatten es ja schon immer mehr mit Autos als mit Bären, deswegen finden wir die am Himmel leichter. Im Gegensatz zu manchen Geschichten, die mir schon zu Ohren gekommen sind, findet man Polaris nicht, indem man die Achse des Großen Wagens verlängert, sondern das Hinterteil, also sozusagen den Kasten des Wagens.
Wenn man den Abstand zwischen den beiden hinteren Sternen am Großen Wagen um das etwa Fünffache nach „oben“ verlängert, landet man beim Polarstern. Um Fehler zu vermeiden, sollte man einmal kurz hinschauen, ob sich um diesen hellen Punkt noch andere befinden. Wenn ober- und unterhalb nichts ist, hat man den richtigen gefunden. Ansonsten hat man vermutlich die Deichsel des Kleinen Wagens an einer anderen Stelle erwischt.
Heutige Astronomen mogeln natürlich, die richten einfach große Kameras auf den Himmel und lassen die lange belichtete Fotos machen. Der Stern, dessen Bewegung keinen Kreis auf das Bild zeichnet, ist der Polarstern. Der wiederum steht am Äquator über dem Horizont, in unseren Breiten – wie man so sagt – rückt er immer näher zum Zenit des Himmels auf. Die Winkelhöhe dieses Sterns, um den sich alle anderen am Himmel zu drehen scheinen, gibt einem den Breitengrad an und diese Winkelhöhe ließ sich schon vor Urzeiten recht zuverlässig messen. Nicht zu verwechseln mit den Uhrzeiten, um die es im Folgenden gehen soll. Weiterlesen

Der Tag vor dem Morgen

,,Verschwenden Sie keinen Gedanken ans Morgen; das ist ihr gutes Recht. Aber beklagen Sie sich nicht, wenn es plötzlich da ist und Sie haben nichts mitzureden.“
John Brunner, Der Schockwellenreiter

Warum sollte sich ein Normalmensch für etwas Abstraktes wie Peak Oil interessieren?
Schließlich haben ja schon genug Untergangspropheten denselben vorhergesagt und nichts davon ist eingetreten.
In den 80er Jahren sollten die Wälder untergehen und sich in Brennholz verwandeln. Das Ozonloch würde uns alle grillen. Das mit dem Klimawandel sollte in den 70ern noch zu einer neuen Eiszeit führen, heute reden alle was von globaler Erwärmung. Extrem peinliche Geschichte natürlich.
Es gibt heute Klimawissenschaftler, die ernsthaft vehement abstreiten, daß es solche Aussagen jemals gegeben hätte. Das ist natürlich keine besonders gelungene Kommunikationsstrategie und läßt sich anhand diverser Fachartikel und einiger SF- und Fantasy-Romane aus den 70ern problemlos widerlegen, auf deren Einbänden der muskulöse, in Felle gehüllte Held zwischen den Spitzen der im Gletscher versunkenen Wolkenkratzer New Yorks umherzieht, meist begleitet von einer wesentlich weniger fellverhüllten und eher kurvigen Partnerin.
Dazu kämen dann noch solche gut gekühlten Filme wie ,,The day after tomorrow“ oder die recht aktuelle und ebenso stark unterkühlte Vision der Apokalypse namens ,,Snowpiercer“, in der sich das gesamte Geschehen in einem Zug abspielt, der durch endlose Eiswüsten fährt, die mal die Erde waren. Warum sollte man also das Gemurmel der Wissenschaftler nicht einfach ignorieren und so weitermachen wie bisher?

Die Antwort ist ebenso einfach wie kompliziert, wieder einmal. Die Sache mit dem Ozonloch zum Beispiel begann in den 80er Jahren. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts, um genau zu sein, denn damals wurde erstmalig mit Benutzung von Absorptionsspektren nachgewiesen, daß die hohe Atmosphäre tatsächlich mehr Ozon enthält als die bodennahe Atmosphäre, was bis dahin nur eine Vermutung gewesen war.
Ab den 1930er Jahren waren Messungen der Ozonmenge bereits Routine, nachdem ein gewisser Mr Dobson das Dobson-Spektrophotometer entwickelt hatte. Dobson erkannte auch Ende der 1950er Jahre die jahreszeitlichen Schwankungen des Ozons. Da war der Mann bereits 70 und lungerte immer noch in der Antarktis rum.
Schon damals fiel den Nerds auf, das irgendwie weniger Ozon da war, als es nach diversen Berechnungen hätte sein sollen. Die logische Schlußfolgerung war natürlich, daß irgendwo was verloren geht und daher machte man sich auf die Suche nach diesen Verlusten. Man wußte bereits, daß das Sonnenlicht das Ozon sowohl entstehen läßt als auch wieder auseinanderbricht, aber da mußte es noch etwas anderes geben.

Es gab übrigens damals niemanden, der Zeitungsartikel darüber geschrieben hätte, daß die ganze Nummer mit dem fehlenden Ozon ja eine Weltverschwörung sein müsse und es ja überhaupt keinen Beweis dafür gebe, daß dieses sagenhafte Ozon tatsächlich existiere.
Heutige Präsidentschaftskandidaten der Republikaner – und nicht nur die – stellen sich in den USA hin und behaupten tatsächlich, da wandle sich überhaupt nichts im Klima und sowieso sei das ja alles noch nicht wirklich bewiesen mit dem Kohlendioxid. Woraus dann messerscharf gefolgert wird, daß das Problem ja nicht existieren kann, solange man selber nicht daran glaubt. Gerade erst hat Jeb Bush, dieser unselige weitere Sproß der Familie des Grauens, der die nächsten Jahre des Niedergangs der USA gerne zur Bereicherung seiner Sponsoren nutzen möchte, dem Papst doch angeraten, er möge sich nicht politisch in die Frage des Klimawandels einmischen, denn der sei ja gar kein Wissenschaftler.
Eine sehr scharfsinnige Bemerkung und auch ein immer wieder gerne vorgebrachtes Pseudoargument der Republikaner in Sachen Klimadiskussion. Natürlich hindert das wissenschaftlich völlig ungebildete Volltrottel in dieser Partei nicht daran, fleißig selber ihren Senf zum Thema dazuzugeben, wenn es darum geht, die Existenz des Klimawandels abzustreiten. Aber das ist natürlich was völlig anderes, nicht wahr? Weiterlesen