Die Gegenwart der Zukunft

»Revolutions always come around again. That’s why they’re called revolutions.«
Terry Pratchett, Night Watch

Die Gegenwart. Auch in Zukunft wird das die Zeit sein, die uns den meisten Streß verursacht. Wo immer man hin sieht, man scheint stark von Idioten umgeben. Oder Politikern, was noch schlimmer ist. Oder irgendwelchem dementen Nazi-Pack, das so etwas wie „Antifa” für eine Terrororganisation hält und als Hobby Golfspiel, Karate und Angriffskriege auf andere Länder hat. Ja, ich gucke dich an, Donald. Dich auch, Wladimir.

Kassandra hat schon vor zwanzig Jahren immer gesagt, dass sie sich keine Sorgen macht um Russland mit Putin. Gut, an dem Punkt mussten klar einige Abstriche gemacht werden. Wer konnte aber auch glauben, dass der Typ derartig verblödet sein würde und so einen Bullshit-Krieg anfangen, um sich von den zunehmenden Falten seines alternden Arsches abzulenken?
Selbst nach 2014, als die Russen sich die Krim eingesackt hatten und mir ein Blick auf die Landkarte klar sagte, dass diese Aktion nur Sinn ergeben könne, wenn man diese verdammte Halbinsel mit einem möglichst breiten Landkorridor an Russland anbindet, dachte ich mir noch: »So doof kann er nicht sein, oder?«
Nun ja, wir wissen es inzwischen besser. Doch der Kernpunkt steht noch immer: Kassandra macht sich keine Sorgen um Russland unter Putin. Kassandra macht sich Sorgen um Russland nach Putin. Denn das wird vermutlich nicht besser. Der Mann ist auch nicht unsterblich. Wenn also sonst keiner den Schakal anheuert, um das Problem auf althergebrachte Weise zu erlegen, wird es der übliche Abholdienst* erledigen, den wir alle kennen: Groß, sehr dürr, schwarze Kapuzenkutte, Sense, mag Katzen und Currygerichte und SPRICHT IN GROSSBUCHSTABEN.
Dem ultimativen Vertreter des Temporalen wird auch ein Wladimir Putin nicht entwischen. Continue reading →

Eine wissenschaftliche Hypothese ist eine Vermutung. Eine Idee. Sie wird dann zur Theorie, also etwas Handfestem, wenn sich genug Beweise für ihre Aussagen finden lassen. Durch Messungen, Beobachtungen und Experimente beispielsweise. Idealerweise ergeben sich aus einer Hypothese Vorhersagen, die man dann anschließend mit den genannten Instrumenten nachprüfen kann. Das ist der Kern der wissenschaftlichen Methodik.

In diesem Sinne weise ich zum 10. Todestag von David Bowie auf diese Hypothese hin:

Screenshot eines wahrlich zeitlosen sog. „Tweets“, als es Twitter noch gab und diese Sache mit den ’sozialen Medien‘ noch nicht völlig zu einem brennenden faschistischen Misthaufen entgleist war

Ich sage jetzt nicht, dass Ms Loewy Recht hatte und David Bowie tatsächlich die Struktur des Universums zusammengehalten hat. Aber *zeigt mit hochgezogener Augenbraue auf so ziemlich alles*

 

 

Das, was war…

»The Terrans must be aware of this flaw. It’s not sustainable.«
»I don’t think sustainability is their main objective.«
Star Trek Discovery

Eines der Grundprinzipien des Kapitalismus ist es, an der Börse auf eine Zukunft zu spekulieren, die eventuell eintreten könnte, damit die Superreichen weiter auf Kosten eben dieser Zukunft Koks und Nutten bei Amazon ordern können. Geht es aber um die Zukunft des Planeten, dann ist völlig unmöglich, etwas über die Zukunft zu sagen. Sagen dieselben Leute.
Man muss es eingestehen: Wir leben schlicht und ergreifend in einem totalitären System. Die Verrückten werden weiterhin von den Blinden angeführt und werden dafür sogar von ihren Fangemeinden noch mit Geld beworfen.
Gut, dieses System wird aktuell noch durch massive Überregulierung dazu gezwungen, einem im Kleingedruckten der AGB so was wie ein opt out anzubieten, aber das wird auch nur deswegen gemacht, weil es ohnehin keine Auswirkungen hat. You can quit anytime, but you can never leave.

Die USA, das Land der begrenzten Unmöglichkeiten, werden sich weiter gegenseitig über den Haufen schießen und danach weiterhin versuchen, mit Hilfe von thoughts and prayers das Land in eine von weißem Marketing-Abschaum regierte Theokratie zu verwandeln. Denn diese Leute glauben fest daran, dass die USA ein solches Land sind. Das die Worte „Staatsreligion” oder „Kapitalismus” im Zusammenhang mit der Staatsform der USA innerhalb des Textes der Verfassung gar nicht vorkommen, löst bei vielen Bewohnern von Gilead hinter dem Atlantik in Umfragen immer wieder basses Erstaunen aus. Übrigens auch in Deutschland. Tatsächlich verliert das Grundgesetz zur Frage der Wirtschaftsform nicht ein einziges Wort.

In Deutschland, dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten, wird der traurige Troll des Industrielobbyismus im Kanzleramt, dieser Sauerländer mit dem Standard-Gesichtsausdruck eines alternden Cockerspaniels, der versucht, seinen Durchfall zu unterdrücken, auch weiterhin das tun, was er bisher getan hat: Nichts.
Jedenfalls nichts, was in irgendeiner Form einen geistigen Kontakt zur physisch existierenden Realität aufweist.

Das der Typ sich neulich auf eine Brücke gestellt hat, die erstaunlicherweise schon nach  4 statt nach 4,5 Jahren fertiggestellt worden ist, um in stinkender Selbstlobhudelei dieses für Deutschland ungewöhnliche Ereignis für sich in Anspruch zu nehmen, zählt nicht. Als das Projekt Rahmedetalbrücke angeschoben wurde, saß Merz noch auf der Oppositionsbank und verweigerte der damaligen Regierung einmal die Woche die Gelder, um die er dieselbe Regierung noch vor seiner zweiten Wahl zum Kanzler dann angebettelt hat. Die erhöhte Baugeschwindigkeit kam übrigens dadurch zustande, dass man den zuständigen Unternehmen pro Tag früherer Fertigstellung einen Bonus von ca. 10.000 Euro versprochen hat. Plötzlich klappte dann auch alles mit der Planung und sonstigem Gedöns.
Ich habe da allerdings zwei Fragen. Continue reading →

Befrei mich!

„You can check out anytime, but you can never leave.”
– The Eagles –

Goldene Fanfaren ballern die amerikanische Nationalhymne in den Raum, in dem die versammelte Journalistenschar bereits Füße scharrend wartet.
Eine Gruppe halbnackter Blondinen mit Botox-Lächeln pustet mit lasziv gespitzten Lippen eine Wolke aus Kokain und PCB in die wartende MAGA-Menge, um die aufgekratzte Stimmung etwas zu beruhigen.
Dann kommt er: der orangefarbenste Führer aller Zeiten betritt Beifall heischend den Raum und erhebt seine winzig kleinen Hände, um das tosende Jubeln seiner ergebenen Untertanen zu beschwichtigen. Hinter ihm, immer das dienstbare Furunkel am Arsch seiner Majestät, folgt Elon MAGA-Murks, eine Kettensäge in den Nationalfarben an seinem Mützenschirm. Der Typ hat immer noch keinen Anzug.
Gut sieht er aus, der Diktator aller Amerikaner. Statt wie sonst sein dünnes Plastikhaar von hinten nach vorne zu kämmen, trägt er es heute von links nach rechts gebürstet. Selbst sein Haar folgt der politischen Richtungsvorgabe, so das klare Zeichen.

Sodann erhebt El Lider seine mächtige Stimme und verkündet, welche Zölle sich seine höchst intelligente Administration aus dem Arsch gezogen hat, um den Planeten wirtschaftlich endlich mal so richtig abzuwracken.
»It’s a good time to get rich«, furzt er in die willig hingehaltenen Mikrofone und meint damit, dass jetzt alle noch reicher werden, die es ohnehin schon sind. Ganz besonders, wenn sie womöglich auf fallende Börsenkurse gewettet haben und Musk die Behörde, die solche Dinge untersucht, schon komplett entkernt hat.
Sich für Journalisten haltende Halbhirne in Deutschland werden wenige Minuten später ernsthaft schriftlich Debatten darüber beginnen, wie Trump überhaupt auf seine Zahlen gekommen sein mag. Oder ob er womöglich… „generative KI” für seine Formel benutzt haben könnte. Sie wissen schon, dieses Dingsbums, dass den nächsten, heißen Evolutionsschritt des Globalkapitalismus darstellt und das wir jetzt unbedingt alle benutzen müssen, damit wir unsere Jobs verlieren können. Oder so ähnlich.
Als wäre es in irgendeiner Form relevant, aus welchem Paralleluniversum die jeglichem Realitätskontakt abholden Wichsphantasien des Idiokraten diesmal denn so stammen. Aber man hat sich in Deutschlands angeblichen Redaktionen derartig ans Verfehlen einer vorhandenen Kernthematik gewöhnt, da möchte man die Tradition natürlich aufrechterhalten.

So ungefähr muss sich in Donalds sonnenbankbestrahlter Runkelrübe die unfassbare Shitshow angefühlt haben, mit der er am Donnerstag, dem 02. April des Jahres 4.500.002.025 nach Entstehung der Welt die seit nunmehr 80 Jahren von den USA etablierte und mit Bomben und Granaten verteidigte Wirtschaftsordnung der endlosen Globalisierung kurz mal in die Tonne getreten hat.
Schon 2016 sagte ich, dass dieser Mann der Typ sein könnte, der die Globalisierung beendet und ich hatte recht. Der alte Faschist hat es nur noch dümmer und spannender gemacht, als ich gedacht hatte.
Auch Wirtschafts„wissenschaftler” gaben sich entsetzt über das Zustandekommen der Zahlen. Als hätte irgendwer mit mehr als 0,5 Hirnzellen das Geschwafel geglaubt, diese Administration habe sich monatelang über neue Zollpläne beraten und Dinge berechnet. BWAHAHAHARRRHARR…. ′tschuldigung, geht gleich wieder.

Die Realität der Herrschenden und das tatsächliche Universum driften schon lange stark auseinder. Trump hat endgültig die Scheidung eingereicht

Wir reden hier von Menschen, die sich über einen Instant Messenger wie Signal über einen amerikanischen Militärschlag im Jemen unterhalten, der in dem Moment gerade anläuft. Ein pre-Live-Kommentar sozusagen.
Auf diesen Geheimnisverrat höchster Ebene durch Mitglieder der aktuellen Regierung angesprochen, antwortete Gottes eigene Nation, das Land, das einen Mann wie Julian Assange zwei Jahrzehnte mit der Todesstrafe bedroht hat, weil er korrekte journalistische Arbeit geleistet hatte, mit dem Kommentar: »Pfffrtzzzz!«

Die sich empört äußernden „Wirtschaftswissenschaftler” entstammen derselben Denkschule, lehnen auch immer jegliche Verantwortung dafür ab, dass sich die Realität nicht gemäß ihrer wirren Hypothesen verhält und zünden mit ihrer realitätsresistenten Ideologie seit nunmehr 80 Jahren den Planeten an.
Sie handeln mit Futures und werfen echten Wissenschaftlern dann vor, man könne die Zukunft nicht vorhersagen, wenn es um Klimadings und anderen Bums geht.

Kommentiert und der Öffentlichkeit nahegebracht werden diese Dinge von journalistischen Elfenbeinturmbewohnern, von denen es kein einziger bemerkenswert fand, dass die verfickten Amis beim live kommentierten Luftschlag im Jemen ein ganzes Wohngebäude eingeäschert haben. Um einen einzigen Kerl zu killen, den sie für einen Terroristen hielten. Aber Assange haben sie auch für einen gehalten.
Womöglich hat der Typ im Jemen mal an eine Klowand geschrieben, dass die USA ein faschistisches Drecksland sind, in das man nicht mal seine Schwiegermutter reisen lassen möchte. Was also der Wahrheit entspräche. Mit der kommen die USA seit einigen Jahrzehnten in zunehmenden Maß eher weniger gut zurecht. Continue reading →

Ende eines Experiments

Gut. Ein nebliger Morgen dämmert nicht über Europa. Weil Nebel. Sehr passend, wie ich finde.
Die USA haben sich offensichtlich entschieden, ihr ‚amerikanisches Experiment‘ nach 248 Jahren zu beenden.
Georgia und North Carolina sind kampflos gefallen.

Wie vor acht Jahren ist Pennsylvania der Schlüsselstaat für Lord Trumpatine. Continue reading →

Clusterfuck States of America

“If we could bring God down from heaven and he’d be the vote counter, we’d win this, we’d win California, we’d win a lot of states.” – Donald Trump

“If you’re looking for my professional opinion as ship’s Counselor, he’s nuts” – Deanna Troi

– II –
Ein Moment der Veränderung

Doch wie werden diese durchaus global wichtigen Wahlen für den wichtigsten Bürojob der Welt eigentlich ausgehen?
Kassandra sagt: Ms Harris wird gewinnen. Möglicherweise sogar recht deutlich.
Mein Quantencomputer errechnet eine Wahrscheinlichkeit von 0,72 für einen Wahlsieg der Dame.

„Aber die Umfragen!111!”, rufen jetzt alle.

Kassandra sagt: Bullshit. Ihr habt mir nicht zugehört. Umfragen sind Blödsinn. Sie sind Momentaufnahmen. Oft ziemlich schlechte. Keinesfalls sind sie ein Wahlergebnis.
In den letzten Wochen ist die Anzahl der rechtslastigen, also republikanischen Umfragen wie durch Zauberhand in den Battleground States angestiegen. Oft taugt hier nicht einmal die Gruppengröße etwas. Weniger als 1.000 Befragte? Wirf’s in den Papierkorb.
Was aber passiert, wenn diese Dinge in Staaten wie Nevada oder Michigan urplötzlich Trump vorne sehen mit nullkommadrölf Punkten? Oder in Arizona mit fünf? Na ja, diese Zahlen fließen natürlich in das „national average“ der Umfragerei, das wiederum von Aggregatoren wie „538“ und anderen benutzt wird. Somit sieht es aus, als wäre diese Wahl ein unfassbar brutales, enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Ein Fotofinish. Ein Nail-Biter. Continue reading →

Clusterfuck States of America

– I –
Wie Demokratie stirbt

»Come mothers and fathers, throughout the land,
and don’t criticize what you can’t understand.

Your sons and your daughters are beyond your command,
your old road is rapidly agin‘.

Please get out of the new one, if you can’t lend your hand,
for the times they are a-changin’« – Bob Dylan

Es gibt immer wieder Konstanten innerhalb des Chaos, das den Untergang einer Zivilisation begleitet. Wie beispielsweise totalitäre Möchtegerns mit großer Fresse, die versprechen, uns alle vor Gefahren zu beschützen, die sich zum größten Teil ausschließlich im TakaTuka-Land im Kopf dieser Leute manifestieren.
Fortschreitender Kontaktverlust zur Realität ist nicht nur ein Teil der Symptomatik der Langen Dämmerung, sondern in unserer Kultur von vornherein mit eingebaut. Wir hören noch immer Menschen zu, die ernsthaft glauben, man könne auf einem endlichen Planeten endlos lang wachsen. So lange diese Typen nicht in einem Sanatorium landen, sondern weiterhin von irgendwelchen angeblichen Journalisten ein Mikro oder eine Kamera vorgehalten bekommen, wird sich der Untergang unserer Zivilisation in den nächsten Jahren exponentiell beschleunigen.

In den USA kann man das aktuell wieder beobachten.
Vor die Wahl gestellt, einen senilen Tattergreis mit totalitären Wichsphantasien zu wählen oder womöglich eine Schwarze, die auch noch eine Frau ist und in ganzen Sätzen reden kann, ist die Wählerschaft aktuell zu 50/50 gespalten.
Sagen die Medien. Die vor allem aus Umfragen bestehen. Ich hatte dazu schon mal was gesagt.
Das ist verständlich aus Sicht des durchschnittlichen weißen 64,3 Jahre alten Mannes, der mit Pistole an der Hüfte zum Gottesdienst geht. Ich meine, welchen Schaden haben Schwarze historisch nicht schon in den USA angerichtet!
So eine Entscheidung will also gründlich durchdacht sein.

Deswegen hört man einem Mann zu, der verbreitet, daß irgendwelche Migranten Hauskatzen grillen oder das Deutschland sich mit seiner Energiewende fast ruiniert hätte durch die viele Windkraft und jetzt ein Kohlekraftwerk pro Woche baue. Spätestens hier müßte man ja lachend die Veranstaltung verlassen.
Ich meine – Deutschland. Ein Kraftwerk pro Woche? Bis dahin ist hier nicht mal die erste Seite des Planfeststellungsbeschlusses ausgedruckt. Außer wenn Friedrich Merz endlich Kanzler von AfD-Gnaden wird, natürlich.
Dann baut der die Kraftwerke alle selbst. Mit den ganzen Leuten, denen er die 500 Öcken Bürgergeld streicht, um damit die neuen Arbeitslager zu finanzieren.
Ich befürchte sehr stark, daß die USA ab demnächst als der bestbewaffnete Faschistenstaat der Erde in die Geschichtsbücher eingehen. Denn in einem Punkt glaube ich Trump jedes Wort, sofern man seinem senilen Gestammel mal ein solches entnehmen kann: wenn er gewählt wird, wird es danach keine Wahlen mehr geben. Continue reading →

Madam President?

Die Salamitaktik des „Demokrat X hat gesagt…“, die seit dem unseligen Fernsehduell in der US-Politik durchgeführt wurde, ist vorbei. Der müde Joe wird nicht noch einmal Präsident der Uneinigen Staaten von Amerika sein. Kassandra sieht ein paar Problemchen.
Hätten die Demokraten Kamala Harris wirklich zur Kandidatin aufbauen wollen, hatten sie dazu 3,5 Jahre Zeit.
Noch vor zehn Tagen sagten „Stimmen aus der Politik“, das Ms. Harris ungeeignet sei. Wegen der miesen Umfragewerte. Ich verweise auf den obenstehenden untenstehenden Langtext. Diese Nummer ist Bullshit. Harris‘ Umfragewerte sind nicht schlechter als die von Biden waren. Die Schlußfolgerung lautet: die Demokraten wollten Harris gar nicht aufbauen.

Der Tattergreis Mitch McConnell, selber 82, wurde auch sofort aus seinem Wachkoma fitgespritzt und blökte bereits was davon in den Kongress, daß dieser Schritt den Wählern der Demokraten (sic!) gegenüber unfair sei. Denn die haben den Joe doch gewählt. In den Primaries!
Als hätten sich die Republikaner in den letzten 60 Jahren jemals für den Willen irgendwelcher Wähler interessiert, die nicht mindestens dreistellige Millionäre sind. Außerdem ist der Nominierungsprozess der Demokraten noch undemokratischer als derjenige der Republikaner, die gerade erst Trump zum neuen alten Führer gewählt haben. Insofern: who the fuck cares?

Kassandra ist sich sicher, daß sich Donald, dem persönlichen goldenen Schuß soeben erst entgangen, bei der nächsten Wahlkampfveranstaltung erstmals als direkten Messias und Propheten des Herrn bezeichnen wird. So’n Streifschuß richtet eben auch Schaden an in der Rübe. Wäre aber die logische Fortsetzung seines faschistischen Geschwafels vom GOP-Parteitag.

Interessanterweise hat keine der vielzitierten Geisterstimmen der letzten Tage von der demokratischen Partei gefordert, vielleicht mal den Zusatzartikel 25 anzustoßen. Weil die Demokraten kein weniger rassistischer Müllhaufen sind als die Reps auch.

Kassandra sagt: Joe Biden sollte seinem Land einen letzten Dienst erweisen und von der Präsidentschaft zurücktreten, nicht nur von der Kandidatur. Damit wäre Harris die erste Madam President der USA.
Ein demokratischer Kongressler sagte neulich erst, daß bei ihrer Kampagne alles darauf zugeschnitten sei, daß Joe Biden Trump schlagen könne. Die Gegenseite wird dabei oft vergessen.

Denn bei Trump war auch alles darauf ausgelegt, daß Joe Biden der Gegner sein würde. Das ist ab heute vom Tisch. Und wenn Donald, dem Einohrhasen, nicht bald was Besseres einfällt als Ms Harris mit „Laughing Kamala“ runterzumachen – nun, ich hätte als US-Amerikaner nichts gegen eine 59jährige Präsidentin, die auch mal lacht. Vielleicht auch im November. Über ihren klaren Wahlsieg über den 78jährigen, fetten Opa, der den Wählern was von einer Zukunft erzählen will, in der er als Präsident Snow I. zu herrschen gedenkt.
Ich gebe den Demokraten bis nächsten Sonntag Zeit, um aus der Vizepräsidentin eine amtierende Präsidentin zu machen. Die Zeiten sind jedenfalls gerade wieder einmal richtig interessant geworden.

Der amerikanische Albtraum

“Europe is lost. America: lost. London: lost. Still we are clamouring Victory!”
Kate Tempest, Let them eat chaos

Die Medien bestehen weiterhin darauf, daß diese US-Präsidentenwahl eine ist wie jede andere auch. Dabei war das schon 2016 nicht mehr so. 2020 auch nicht.
Anstatt klar anzusagen, daß diese Wahl die letzte sein wird auf amerikanischem Boden, sollte Donald Trump gewinnen, ergeht man sich in der üblichen Berichterstattung, die den Namen längst nicht mehr verdient, nichts berichtet, nichts analysiert und weniger Tiefgang hat als ein Mississippi-Dampfer in einem feuchten Weizenfeld.
Natürlich alles hinter der Paywall, schließlich muß hochkritischer Edeljournalismus von echten Recherche-Experten und fachkundigen Beratern auch bezahlt werden. Was? Nein, das waren nicht ihre Werbedaten, die wir da gerade an 200 verschiedene Marketingbuden weitergereicht haben mit unserer Webseite.

Es geht nicht um die Tatsache, daß beide Kandidaten zusammen 150 Jahre plus die jeweilige Kalkmenge im Kopf auf die Waage bringen. Es geht nicht darum, irgendwelche schwachsinnigen, rassistischen Halbsätze des einen mit dem halbsenilen Gemurmel des anderen zu vergleichen und etwas ausgewogen gegenüberzustellen. An Donald the Führer ist nichts ausgewogener als an Mumbling Joe.

Es geht darum, daß hier ein mieser Gauner und politischer Strippenzieher mit 54 Jahren Erfahrung in der größten politischen Schlangengrube des Planeten auf der einen Seite steht und auf der anderen eben Donald Trump, der keinen Hehl daraus macht, daß er drei Minuten nach seinem Wahlsieg aus der angeblichen Präsidialrepublik USA eine Diktatur machen wird. Natürlich nur für einen Tag. Aber das wird ein verdammt langer Tag werden, nehme ich an.
So ein Kandidat hat in einer demokratischen Wahl schlicht keinen Platz zu haben. Die Partei, die ihn unterstützt, ebenfalls nicht.
Aber genau so, wie die Wahrheit lange vor dem Kriegsbeginn stirbt, im Gegensatz zur immer zitierten Weisheit diesbezüglich, stirbt eben auch Demokratie langsam vor sich hin, lange bevor jemand wie Trump auch nur in die Nähe des Oval Office kommt.

In allen westlichen Industrieländern wird diese Sache mit der Demokratie seit etwa 20 Jahren von oben aktiv untergraben. Also von den jeweiligen Regierungen und ihren ungewählten  Beratern in den Konzernvorständen.
Dann heulen plötzlich alle rum, wenn die Demokratie vergewaltigt, erschossen und in den Straßengraben geworfen wird, nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Continue reading →

System Shock I

Kassandra neulich so:
»Sollte Trump als Führer der USA wieder ein Exportverbot verhängen, um den Preis an der heimischen Pumpe niedrig zu halten, wird Europa mal merken, wie wenig Energie es eigentlich hat. Wobei es dazu keines Donald Trump bedarf. Irgendeiner der nächsten US-Präsidierenden wird das ohnehin tun.«

Realität so: Wieso einer der nächsten Präsidenten? Warum so lange warten?

Was haben die grünen LNG-Terminals an Deutschlands Küsten noch gleich für Preisschilder?
Der verlinkte Text ist übrigens auch bereits in seinem einleitenden Abschnitt ein großartiges Beispiel für den absoluten Realitätsverlust der Politik weltweit.
„Non-FTA-Countries“ schließt die EU natürlich mit ein, denn – Ältere erinnern sich – wir haben keinen Freihandelsvertrag mit den USA. Schönes neues Europa, das solche Verbündete hat 😀

Kleine Ergänzung 20240129: Die Begründung der Biden-Administration für das Einfrieren des Gases ist tatsächlich „KLIMAAAAKATASTROPHHÄÄÄ!“.
Das ist natürlich, in kurzer Essenz kassandrischer Analyse, totaler Bullshit. Der Fracking-Boom ist vorbei. Die USA werden schlicht nicht in der Lage sein, das ganze Gas, das man sich auf politischer Ebene als Wichsphantasie zusammengeträumt hat, irgendwo zu ernten. Sie sind es nicht. Sie waren es nie. Das Zeug ist nicht da in der Menge. Hierzu sei angemerkt, daß LNG-Lieferverträge übliche Laufzeiten von 20-30 Jährchen aufweisen, da kein Investor Bock hat,  zweistellige Milliarden in ein Terminal zu investieren, das dann keine Auslastung hat.

Heißt also, die Biden-Administration kann das Gas auf Dauer gar nicht zurückhalten, denn das hätte sehr weitreichende globalpolitische Konsequenzen und ginge nur unter Berufung auf nationalen Notstand und solche Dinge.
Hält man sich aber an die Verträge, dann wird der Preis an der Pumpe, den ich im letzten Artikel erwähnte, in nächster Zeit für Jill und John Doe in den USA klar nach oben gehen. Wenn etwas begrenzt verfügbar ist, das stark nachgefragt wird, geht der Preis rauf. Manche Dinge der ökonomischen Theorie sind eben doch simpel korrekt. Steigende Preise sind aktuell aber klar ein No-Go, denn es ist fucking Wahljahr!

Letztlich war das Ziel der US-Fracking- und Gasindustrie der Anschluss an den Weltmarkt mit seinen durchweg höheren Preisen. Das ist auch der Grund, warum andere langfristige Lieferverträge mit Asien bestehen, denn zum damaligen Zeitpunkt konnte man den Stoff dort für den etwa dreifachen Preis loswerden. Das geht aber nur, wenn man das Gas verflüssigt und exportieren kann. Das hat man getan und die Kapazitäten dafür ausgebaut.
Jetzt hat die Industrie das Beste aus zwei Welten: sie kann natürlich die Mengen, die sie vollmundig versprochen hat, nicht liefern, hat aber dank ihrer Propaganda die Aufhebung des jahrzehntelangen Exportverbots bekommen. Jetzt werden größere Gasmengen als je zuvor verflüssigt, was wiederum zu Knappheiten auf dem heimischen Gasmarkt führt, der – wie bisher Europa – aus sehr viel billigerem Pipelinegas besteht. Profitmaximierung incoming, verehrte Damen und Herren. Der Markt™ regelt halt.
Offiziell soll sich die Kapazität für LNG-Exporte der USA, Kanadas und Mexikos bis 2027 verdoppeln. Falls diese Ausweitung weiter betrieben wird. Ich bezweifle das, denn ansonsten wird spätestens der übernächste Präsident strikte Preiskontrollen einführen müssen. Mit einem dauerhaften Stop der Ausweitung verbliebe mehr Gas im nordamerikanischem Markt, was die Preise dämpfen sollte. Bis dahin können die Exporteure sich weiter möglichst hohe Profite erfracken. Europa guckt dabei natürlich in die Röhre. Oder in den leeren Gastank. Oder auf die Rechnung, und zwar mit Schweißperlen auf der Stirn.
Eventuell sollten sich europäische Politiker auch einmal Gedanken darüber machen, was diese absehbare Entwicklung für die Fähigkeiten der USA bedeutet, ihre Militärmacht weiter global zu projizieren. Wobei ich stark bezweifle, daß sie das tun.


Update 20240201: Unüberraschende Nachricht des Tages: Klick