Die Zukunft ist smart

„Es ist erschreckend offensichtlich geworden, daß unsere Technologie unsere Menschlichkeit
überflügelt hat.“
Albert Einstein

Dem Ölland mit den „größten Reserven der Welt“ fehlt es an Sprit. So schreibt es die FAZ über Venezuela. Ja, Venezuela, nicht etwa Saudi-Arabien.
So weit dann zu „Reserven“. Oder „Öl“. Erstens ist venezolanisches „Öl“ ein fieses Zeug voller Schwefel und relativ zäh. Kein Vergleich mit dem, was früher so aus dem Boden sprudelte, wenn man einen Stock in einen Tümpel im Sumpf gerammt hat. Das war so in den 50er Jahren. Was Venezuela heute fördert, fällt unter „Schwerstöl“. Das heißt nicht umsonst so.
Zweitens muß man eben dieses zähe Zeug gründlich und langwierig raffinieren, um was daraus zu machen. Benzin, beispielsweise. An eben diesen Kapazitäten mangelt es dem Land gewaltig. Das angebliche Ölland muß einen Großteil des Benzins importieren. Voll nützlich, dieses ganze Öl, wenn man keine Raffinerien hat.
Ach ja – drittens hat man die venezolanischen Reserven vermutlich das letzte Mal bewertet, als der Ölpreis bei 115 Dollar lag. Denn „Reserven“ bedeutet grob: Alles, was aussieht wie Öl und eventuell ökonomisch ausgebeutet werden kann zu aktuellen Bedingungen. Im Grunde müßten also die „Reserven“ von allem – denn das Prinzip gilt für alle Rohstoffe – regelmäßig neu bewertet werden. Die meisten Länder tun das aber nicht. Aus Gründen.

Venezuela gehört zum Beispiel zur OPEC und dieser Laden legt seine Förderquoten fest im Verhältnis zu den Reserven, die ein Land angibt.
Öl, Kohle, Gas, Eisenerz und andere Dinge sind nur dann „Reserven“, wenn sie auch ökonomisch nutzbar sind. Alles andere fällt definitionsmäßig unter „Ressource“. Die großen Ölgesellschaften der Welt haben schon Anfang 2014 und davor dank so horrend teurer Methoden wie Fracking mit Verlusten gearbeitet. Das war vor dem Rückgang der Preise um gute 60 Prozent. Sollte jetzt eine Firma wie – sagen wir mal, Exxon Mobil – gezwungen sein, die eigenen Investitionen neu zu bewerten, dann würde der Wert des gesamten Konzerns um eben diese Prozente sinken. Denn plötzlich wäre mein Öl in den Büchern eben mit realistischen Werten verzeichnet. Das wäre allerdings für börsennotierte Großkonzerne der Energiebranche ziemlich unangenehm. Deshalb verzichtet man großzügig auf derartig kleinliche Bilanzierungsregeln. Immerhin hat man das bei den Großbanken ja auch getan. Wenn man früher miese Papiere ausgelagert hat, um sie dann aus den eigenen Büchern zu streichen und so zu tun, als sei alles tiptop in Ordnung, war das Bilanzbetrug. Heute ist es längst gängige Praxis.

Im Moment fördern sich die größten Ölländer der Welt allesamt in den finanziellen Ruin. Unter anderem natürlich auch Venezuela, denn dieses Land braucht nach verläßlichen Schätzungen einen Ölpreis von etwa 85 Dollar pro Barrel, um profitabel arbeiten zu können. Dieser Preis ist aber seit dem Herbst 2014 nicht mehr existent und auch derzeit nirgendwo in Sicht. Die Wahrscheinlichkeit, daß Venezuela also an den zu niedrigen Ölpreisen stirbt und sich in einen failed state verwandelt, steigt quasi seit gut zweieinhalb Jahren täglich. Wie Griechenland, nur eben mit Öl.
Von irgendwelchen ökologischen Aspekten oder der Tatsache, daß auch Bergbau nicht mit Hamstern betrieben wird, reden wir da mal gar nicht. Prost, Gemeinde! Weiterlesen

Weihrauch und Glitzerstaub

,,The study of economic lift-off is well developed; touch-down has not been considered.
There is an asymmetry here which would invite comment if applied to aviation.”

David Fleming

Nicht nur einen, nicht nur zwei, nein – gleich sieben erdähnliche Planeten haben die unermüdlichen Planetenjäger auf der Erde in der vorletzten Woche entdeckt.
Donald Trump – immer noch Präsident der USA, jedenfalls offiziell – hat die wunderbare NASA gebeten, ihre neue Superrakete doch bitte mal schneller auf Vordermann zu bringen als geplant. Also 2019 und nicht erst 2021. Die Erbsenpistole der Demokratie schreibt hierzu einen Artikel unter dem ganz großartigen Titel „Donald Trump will schnellstmöglich zum Mond“.
Nun, wenn das der Wahrheit entspräche, sollte man dem Mann diesen Wunsch erfüllen.
Leider handelt es sich um dieselbe NASA, der permanent Gelder gekürzt werden, da Mitglieder der Republikaner es für völlig unnötig halten, mit Satelliten die Erde zu beobachten und somit etwa Daten über die Eisbedeckung am Nordpol zu gewinnen oder derartig unsinniger Kram. Wissenschaft – pah! Niemand braucht so etwas.
Es ist auch derselbe Präsident, der den US-Rüstungsetat um 54 Milliarden Dollar erhöhen will. Grandiose und absolut fantastische Begründung: „Wir müssen wieder Kriege gewinnen.“ Denn die US-Armee sei durch die vielen Finanzkürzungen völlig „ausgelaugt“. Keine weiteren Fragen.
Obwohl – doch. Eine hätte ich da schon. Welche Kriege eigentlich?
Und hat irgendwer dem Kerl im Oval Office mal erzählt, daß die USA mehr Geld ausgeben für ihr Militär als die nächsten sechs Nationen auf der Liste der rüstenden Ritter? Darunter sind dann so Zwergstaaten wie China oder Rußland. Dieser Typ weiß echt genau gar nichts über die Verhältnisse außerhalb seines Kopfes, also der realen Welt. So sad!

Die von Tesla-CEO Elon Musk aus der Taufe gehobene private Weltraumfirma Space-X kündigte derweil an, man wolle ab 2018 Touristen zum Mond bringen. Beziehungsweise, mit denen um den Mond herumfliegen. Natürlich dürfte ein derartiges Ticket ein exorbitantes Sümmchen kosten, denn das Verlassen des irdischen Gravitationstrichters ist mit enormen Energieaufwand verbunden und das kostet. Verdammte Physik!
Auch das von Musk geplante Projekt Hyperloop kommt voran. Studenten der TU München haben einen Preis gewonnen für das Design einer Kapsel, mit denen dieses Verkehrsmittel der Zukunft ausgestattet sein soll.

Warum erwähne ich das eigentlich alles?
Weil es exakt dem entspricht, worüber ich hier gerne mal schreibe, was ich hier beschreibe und das uns eindeutig in den Allerwertesten beißen wird. Also, uns alle, so als Zivilisation. Der Mythos des Fortschritts. Überall entdecke ich in den letzten Tagen wieder wunderschöne Beispiele des Alltags für das, was ich so vor mich hin schreibe in der Bambushütte am Rande der Zivilisation. Weiterlesen

Die Psychologie des Untergangs

,,Ozeanien führt Krieg gegen Eurasien. Ozeanien hat immer Krieg gegen Eurasien geführt.“

George Orwell

Während sich achttausend Kilometer westlich von mir der offizielle Hort von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten in eine Diktatur verwandelt, die von einem pompös aufgeblasenen Schuljungen angeführt wird, stelle ich mich unter die Dusche. Warmes Wasser rieselt auf mich, aus einem Plastikduschkopf und im Keller warmgehalten mit der Hilfe von Erdgas. Der Schaum auf meinem Astralkörper ist reine Chemie, auch wenn er so phantastisch nach Mandarinen riecht, daß ich am liebsten in den eigenen Oberarm beißen möchte.
Während die Fassade unserer Zivilisation sich mehr und mehr auflöst, spüle ich mir das Zeug aus den Haaren, das mein Fell geschmeidig glänzend macht, ein weiteres Erzeugnis chemischer Zauberküchen. Schaum verschwindet in einem sich beschleunigendem Wirbel im Abfluß. Genauso wie die bröselnden Teile unserer Kultur sich in einem immer schnelleren Strudel verwandeln, der weitere Stützen einreißt, weitere Teile der Fassade wegspült.
Die Frage, was mit einer ganzen Gesellschaft geschieht, die Zeuge wird, wie sich ihre über Jahrzehnte und Jahrhunderte aufgebauten Geschichten als Lügen herausstellen, als Märchen, als schlechter Witz – diese Frage ist für meinen Teil beantwortet. Ebenso wie einzelne Menschen können Gesellschaften den Verstand verlieren. Und sie tun es auch.

In der Psychologie gibt es den Ausdruck des „Double Bind“. Die Doppelbindungstheorie wurde aufgestellt von einem Mann namens Gregory Bateson, und zwar in den 50er und 60er Jahren. Das ungewöhnliche an Mr Bateson war, daß weder Psychologie noch Medizin zu seinen Hauptfächern gehörte. Bateson war Anthropologe mit einem Hintergrund in Kommunikationswissenschaften. Und er war ein Kybernetiker, also einer der Vertreter der damals noch sehr exotischen Gattung des Homo Nerdius. Was aber sehr wohl passend ist, denn ursprünglich beschäftigt sich Kybernetik als Wissenschaft mit der Übermittlung von Informationen.

„Kommunikation?“, denkt sich der Normalmensch.
„Was soll daran so interessant sein? Kann doch jeder. Macht ja auch jeder.“
Und dann fährt man in den Urlaub und lernt Tauchen und haut dem Lehrer eins in die Fresse, weil der einen unter Wasser ein Arschloch genannt hat. Oder man kriegt eins auf die Fresse, weil man einen Autofahrer genauso beleidigt hat.
Nur bedeutet der Kreis aus Daumen und Zeigefinger mit dem abgespreizten Rest bei Tauchern eben nicht „Arschloch“ sondern: „Alles ok hier.“
Genauso bedeutet der Daumen, der am Straßenrand irgendwo hinzeigt, bei uns an der Bundesstraße „Nimm mich mit“ und nicht „Fick dich, Penner!“
In Europas Süden ist das stellenweise eben anders. Ganz so simpel, wie es aussieht, ist das mit der Kommunikation dann wohl doch nicht. Weiterlesen

My hollow Trumparicans…

Gestern war es dann endgültig soweit: Aus dem President-Elect wurde nach Ablegen des Amtseids endgültig „Mr. President“. President Trump. Obwohl ich bereits ein gutes Jahr vor der Wahl vom Sieg dieses Mannes geschrieben und mich schon im Januar darauf festgelegt hatte, fühlt sich allein diese Wortkombination auf meiner Großhirnrinde irgendwie schleimig an. President Trump. Irgendwas ist doch hier völlig surreal.
Jetzt wird sich zeigen, ob die USA die von Gott so auserwählte Superdupernation des Planeten sind, für die sie sich in ihrem burgerbekifften Größenwahn immer halten. Sie wird allen göttlichen Beistand brauchen, den sie bekommen kann, diese Nation.

Wenn es an der Zeit wäre, mal einen fetten Blitz vom Himmel zu werfen, dann wäre dieser Moment die Vereidigung der kleinen, pelzigen Alienkreatur gewesen, die auf dem Kopf von Donald J. Trump wohnt und seinen Körper steuert. So eindeutig richtig kann ein Moment überhaupt nur einmal in der Geschichte des Universums sein. Außerdem hätte Gott® damit auch jegliche Zweifel an der eigenen Existenz beenden können – so ein spektakulärer Blitzschlag auf den Stufen des Kapitols hätte sich auf die Twitter-Follower des Herrn sicherlich durchaus positiv ausgewirkt, könnte ich mir so vorstellen.
Aber nein – kein Blitz. Nicht mal die Hand ist dem Kerl abgefault, als er auf die Verfassung der USA geschworen hat. Gut, das haben auch schon andere Typen hingekriegt, ohne sofort von Beulenpest befallen zu werden. Das mit dem Lügen ist ja keine Erfindung von Trump. Richard Nixon hat beispielsweise so viele Lügen gezüchtet, daß man sich wundern mußte, wie er da überhaupt den Überblick behalten konnte.

Jimmy Carter, der alte Erdnußfarmer, versprach seinen fellow Americans, er werde ihnen stets die Wahrheit sagen. Was er dann ab und zu auch gemacht hat. Zum Beispiel, als er Solarzellen auf das Weiße Haus nageln ließ und seine Nation darüber informierte, daß sie auf zu großem Fuß lebt. Was der Teil der Wahrheit war, den die Amis schon damals nicht hören wollten, weshalb Carter auch nach einer Amtszeit spontan nicht wiedergewählt wurde. Ich war ganz überrascht, den Mann gestern in der Übertragung der Inauguration in der Menge zu entdecken. Ich dachte, der wäre schon tot. Aber nein, Jimmy Carter ist 92. Das ist nah dran am tot sein, nehme ich an. Aber er ist noch da.

Das ist so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit, wie ich finde. Denn so konnte einer wie Carter sehen, was auch durch seine Schuld gestern passiert ist. Carter mag ab und an gelogen haben. Richard Nixon steht auf dieser Skala weit über ihm.
Aber all das wird von Trump problemlos überboten, eindeutig.
Dieser Mann lügt und behauptet dann mit dem nächsten Tweet einfach das Gegenteil. Völlig unbelastet von Fakten oder ihm vorgehaltetenen digitalen und sonstigen Beweisen, die Donald J. Trump beim Erzählen von kackdreisten Lügen zeigen, streitet Donald J. Trump ab, den Kerl auf dem Youtube-Video überhaupt zu kennen.

Das Erschreckende daran ist: Es gibt Momente, in dem glaube ich ihm das sogar. Wie grenzenlos unbeschwert es sich doch regieren läßt als denkbefreite Zone, es muß herrlich sein.
Seit gestern ist die weltmachtigste Weltmacht des Planeten in den kleinen Händen eines Mannes, der Präsidentendekrete auf 140 Zeichen in den asozialen Medien eindampft. Im Grunde eine angemessene Form, die stinkenden Reste amerikanischer Demokratie offiziell zusammenzufegen und endgültig in den Treteimer der Geschichte zu befördern. Rott in Peace. Weiterlesen

Der Geist der zukünftigen Wahlnacht

,,Wahlen alleine machen noch keine Demokratie.“

Barack Obama

Morgen ist es soweit. Morgen wird das Electoral College seine Wahl treffen. Das ist keine Universität, sondern das etwas in Verruf geratene Wahlmännergremium der Vereinigten Staaten, dessen Aufgabe es ist, den Präsidenten zu wählen. Dessen Name noch immer Donald Trump lauten wird, obwohl rumweinende mehr oder weniger Intellektuelle im Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten weiterhin hoffen, die Abgesandten der Bundesstaaten mögen sich ihres Gejammers erbarmen und die Königin der Herzen zur Präsidentin ernennen, die da Hillary Clinton heißt.
Wird nur nicht passieren, denke ich. Denn obwohl Ms Clinton nach dem Stand der weiteren Auszählungen lockere 2,5 Millionen Stimmen mehr bekommen hat als ihr Konkurrent, ist das dem amerikanischen Wahlsystem völlig egal. Das interessiert sich für die Zahl der Wahlmännerstimmen, nichts anderes. So ist das eben in einem indirekten reinen Mehrheitswahlrecht. Irgendwas an „the winner takes it all“ haben die Demokraten, die da gegen Demokratie protestieren, wohl nicht ganz verstanden. Vielleicht hätten sie einfach mal zur Wahl gehen sollen, dann hätte es ihnen womöglich jemand erklärt.

Eben dieses Wahlrecht empfinden jetzt also viele der Verlierer als völlig unangemessen für ein Land wie ihres. Aus unerfindlichen Gründen fühle ich mich da an die letzte Bundestagswahl erinnert, als plötzlich ganz viele beleidigte Anhänger dieser gewissen pseudoliberalen Partei auftauchten und vergrätzt bemerkten, daß es ja so etwas wie eine Fünf-Prozent-Hürde im deutschen Wahlrecht gibt, über die die eigene Partei nicht drübersprang im Jahre 2013.
Auch die völkischen AfDler weinten bitterlich rum, denn sie waren ebenfalls vor der Tür stehengeblieben und durften nicht rein. Völlig entsetzt wurde das als Beweis dafür angeführt, daß Deutschland keine Demokratie sein könne, wie es die selbsternannten Retter der Nation ja schon immer gewußt haben. Dabei waren die Regeln vorher klar und deutlich festgelegt. Ich wüßte auch nicht, daß in den dreißig oder vierzig Jahren vorher diese sogenannte liberale Partei damit je ein Problem gehabt hätte. Pötzlich war diese Hürde aber ein undemokratisches Problem, da wurde ernsthaft von Seiten der Pseudoliberalen mit der demokratischen Repräsentation argumentiert, denn insgesamt blieben bei dieser letzen Wahl gute siebzehn Prozent aller Wählerstimmen auf dem Rasen vor dem Bundestag hocken. Zynische Geister könnten auf die Idee kommen, daß die damalige Reaktion damit zu tun hatte, daß man nun erstmals seit gefühlt Immer nicht an den Fleischtöpfen der Macht sitzen würde.
Nirgendwo steht geschrieben, daß jede Nulpenpartei in ein Parlament einziehen muß, die auch nur einhundert Stimmen zusammenkratzen kann. Grund dafür ist, daß das Wort „Mehrheit“ in manchen Köpfen ganz klar definiert ist als „Meine Meinung plus alle anderen, die sie teilen“. Wenn das aber nur 53 Menschen von insgesamt 64 Millionen Wahlberechtigten sind, ist das parlamentarisch nun einfach keine Minderheit, die irgendein Vertretungsrecht hätte. Ich habe die Bundestagswahlen auch noch kein einziges Mal gewonnen, ich finde, die sollen sich alle mal nicht so anstellen.

Ist schon komisch, daß die eigene Mehrheit im Kopf nicht parlamentsfähig sein soll. Oder präsidentenfähig, auch wenn das am verpfuschten Wahlsystem liegen mag. Aber die USA können ganz beruhigt sein. Denn die Medien haben in wochenlanger schmerzhafter Analyse und Selbstreflexion herausgefunden, woran es lag, daß eine Superfrau wie Hillary Clinton die Wahl recht krachend verloren hat: Die Russen waren es.
Gerade eben erst hat die Washington Post eine Liste veröffentlicht von etwa 200 Blogs, die russische Propaganda verbreiten und so den amerikanischen Wähler seiner rechtmäßig gefühlten Präsidentin beraubt haben. Darunter sind ein oder zwei Blogs, die ich auch schon zitiert habe. Aber gut, jetzt weiß ich ja, daß das alles ferngesteuerte Russen sind. Danke, Washington Post. Und meine Grüße an Senator McCarthy.
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Gefiltert im Nebel

,,Das Tolle am Internet ist, daß endlich jeder der ganzen Welt seine Meinung mitteilen kann. Das Furchtbare ist, daß es auch jeder tut.“
Das Känguru

Eine Woche nach den Ereignissen in den USA wundern sich immer noch alle. Nachdem sie aus ihrem Koma wieder erwacht sind, das die Begegnung mit einer Flasche Wodka, Whisky oder Bourbon unmittelbar nach der Wahl verursacht hatte, versteht sich. Paul Krugman wunderte sich noch in der Wahlnacht. Eine sichtlich gealterte Hillary Clinton wunderte sich erstmalig gestern in der Öffentlichkeit und sprach von einer gespaltenen Gesellschaft in den USA. Unglaublich, was so ein bißchen Make-Up doch ausmacht. Für Gesichter und Gesellschaften.
Ursprünglich sollte der Link zur Süddeutschen Zeitung gehen, aber die wollen offensichtlich nicht mehr verlinkt werden, denn die Seite benutzt neuerdings einen Adblocker-Blocker. Schade, SZ. Netter Versuch.
Die deutsche Regierung wundert sich. Die russische nicht, die gratuliert dem neuen Mann schon einmal. Zum Glück hat Nordkorea nicht auch noch gratuliert, zumindest habe ich darüber nichts gelesen. Insgesamt wundern sich erstaunlich viele Menschen: Wie konnte es passieren, daß ein Typ mit einer Frisur wie ein explodierter Hamster zum Chef des offiziell noch immer mächtigsten Landes auf diesem Planeten gewählt wird?

Im Grunde ist die Antwort einfach: Arrogantes Vollidiotentum, gepaart mit Ignoranz. Näher betrachtet ist die Antwort natürlich nicht ganz so simpel. Das ist wie der Beziehungsstatus zwischen Menschen und ihren Quietscheentchen oder Teddybären auf Facebook: Es ist kompliziert.

Ich persönlich habe die letzte Woche mit mehreren inneren Reichsparteitagen gefeiert, um hier mal jemanden zu zitieren, den ich in einem anderen Leben mal kannte. Nachdem ich schon vor einem guten Jahr vorhergesagt habe, daß Donald Trump Präsident werden wird, und das ganze vier Wochen vor der Wahl noch einmal deutlich wiederholt habe – wobei ich sogar den Verlauf der Wahlnacht recht gut getroffen habe – ist das Ereignis also tatsächlich eingetreten.
Für jemanden wie mich ist das doof, denn eigentlich hatte ich einen Artikel vorbereitet, der da heißen sollte: „Madame President“.
Den kann ich jetzt wohl in den Ordner schieben, der „Alternative Zeitlinien“ heißt. Dabei hätte ich so gerne über die Zukunftsaussichten einer Präsidentin Clinton gelästert. Aber so ist das eben, wenn man mit dem, was man so schreibt, auf aktuelle Ereignisse Bezug nimmt.
Auf der anderen Seite ist es manchmal auch durchaus sehr angenehm, den Effekt des „Told you so“ am eigenen Leib zu erleben. Statt immer über den Spinner auf der Party zu lachen, mußten jetzt manche Menschen eingestehen, daß ich sehr wohl recht gehabt habe mit meiner Prognose.
Die dafür bezahlten Spezialisten hingegen, die Demoskopen und Statistiker, die Zeitungsschreiber in New York, Washington, London, Frankfurt, Berlin, Hamburg, L.A. und anderswo – sie alle laufen immer noch mit enormen Kopfschmerzen herum seit der letzten Woche. Tja, meine Herren. So ist das, wenn eine Realitätsblase platzt, in der man es sich gemütlich gemacht hat.
Eigentlich wollte ich einen irgendwie anderen Text schreiben, aber kaum hatte ich begonnen, stolperten die Gedanken in meinem Kopf mal wieder hektisch übereinander und drängelten nach vorne. Die Wichtigtuer!
Kreativlinge kennen das. Also geht es diese Woche um etwas, das von sehr vielen Leuten offensichtlich nicht wahrgenommen wird oder wurde, aber trotzdem enormen Einfluß auf unsere Gesellschaft hat. Einen Einfluß, der in den letzten Jahren – auch dank der bereits erwähnten Medien – weiter zugenommen hat: Persönliche Realitäten. Weiterlesen

Nummer Fünfundvierzig

Niemals kann er das schaffen. So war seit Tagen, seit Wochen der Tenor aller Medien, die man so in die virtuellen Finger bekommen konnte. „Er“ ist natürlich Donald Trump und zu schaffen war es, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden.
Alle waren sich schon längst einig. Hillary Clinton würde siegen. Ob in der Süddeutschen, der stets von ihrer eigenen Liberalität überzeugten und längst grottig rechtskonservativen FAZ, der Erbsenpistole der Demokratie, der ZEIT, der Washington Post und – allen seit Monaten mit Stiefeln im Gleichschritt voran – in der New York Times.

Noch am 30. Oktober lagen die Chancen der ehemaligen Außenministerin bei neunzig Prozent laut NYT, selbstgefällig wurden bereits zahlreiche „Day after“-Szenarien durchgespielt. Was würde Hilary tun? Gleich Syrien angreifen oder erst das Oval Office neu möblieren lassen?
Dann kamen die etwas ominösen neuen Erkenntnisse über weitere eMails der demokratischen Kandidatin. Prompt schütteten die Medien Dreck über dem Chef des FBI aus. Niemand wies darauf hin, daß der Fehler nicht etwa darin lag, derartige Anschuldigungen eine Woche vor der Wahl zu erheben, sondern darin, die vorherigen Ermittlungen wegen der sicherheitstechnisch wohl eher bedenklichen Nutzung eines privaten Mailservers durch die Ex-Außenministerin einzustellen.
Hillarys Werte begannen zu sinken. Auf 88 Prozent. Siebenundachtzig. Vierundachtzig. Wo sie bis zum Wahltag blieben. Alles nach Ansicht der Analysen der New York Times, wohlgemerkt.
Auf anderen Seiten lagen diese Wahrscheinlichkeiten bei etwa 65 zu 35.
Donald J. Trump, dieser sexistische Pöbler, der Mann, der Amerika den eigenen Rassismus so überaus deutlich vor Augen geführt hatte, wurde immer nur erwähnt in seiner Rolle als Außenseiter. Als „ferner liefen“. Als der Mann, der unbedingt alles gewinnen müsse, um eine Chance zu haben, am Ende doch noch knapp hinter Clinton zu sein, einen guten Kampf zu liefern. Alles war bereits geplant. In der typischen Manier von King Kong und Meister Yoda war das Ergebnis von den Bühnenkritikern bereits vorweggenommen.

Trump hatte sogar die Eltern eines im Irak Gefallenen beschimpft in seinem Wahlkampf – ein absolutes Tabu in der US-Politik, stellt es doch irgendwo auch die Sinnhaftigkeit von Kriegen in weit entfernten Ländern in Frage, aus denen nur tote junge Menschen in Kisten nach Hause kommen.
Nein, amerikanische Soldaten sind immer für die gute Sache gestorben, haben ihr Leben gegeben für Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie – der ganze übliche Scheiß, den Eltern erzählt bekommen, deren hoffnungsvolle Kinder leider durch US-Politik ein abrupt verkürztes Leben erfahren. Das Narrativ gebietet das so. In der Kriegskultur der Vereinigten Staaten von Amerika gibt es kein sinnloses Opfer.
Also erzählt man den ganzen patriotischen Mist, den Eltern dann auch glauben und vor allem glauben wollen, da es ansonsten ja fraglich sein könnte, ob eine derartige Aktion überhaupt einen Sinn ergibt.
Statt sich mit der bitteren Wahrheit zu beschäftigen – nämlich, ein potentiell ganz geiles Leben sinnlos verschwendet zu haben im Interesse von Konzernen – wird gerne die Lüge unbesehen übernommen. Es ist einfach, der offiziell erlaubten Vorgabe zu folgen. Der einfachen Sicht der Dinge. Er oder sie ist für eine gute Sache gestorben. Alles andere wäre viel zu furchtbar. Schwieriger zu nehmen. Weiterlesen

Weimar Amerika

,,Wenn wir Gewalt ausüben, dann weil wir die Vereinigten Staaten von Amerika sind.
Wir sind die unersetzliche Nation. Wir stehen über anderen und haben einen weiteren Blick auf die Zukunft als andere Nationen.“

Madeleine Albright

Es war eine mehr als seltsame Woche.
Die Elbphilharmonie in Hamburg wurde offiziell fertiggestellt. Also, fertig. So richtig. Im Sinne von: „Da kommen jetzt keine Bauarbeiter mehr“.
Gut, die kamen vorher auch mal nicht, aber da konnte man den Bau halt nicht nutzen, um darin Konzerte abzuhalten, was nun ja eigentlich erklärter Sinn eines medialen Hauses dieser Sorte ist.
Nein, diesmal kommen die Bauarbeiter nicht mehr, weil es nichts mehr zu tun gibt. Licht brennt. Akustik ist installiert. Alles töfte in Deutschlands teuerstem Theater. Schlappe 786 Millionen Euro hat das gekostet. Derartig viel Steuergelder verbrennen für einen schweinehäßlichen Glasaufsatz auf einem optisch wenig ansprechenden Ziegelbau – Respekt!
Überall in der deutschen Presse wird der grottenhäßliche Bau jetzt mit geradezu brechreizerregender Prosa schöngejubelt, damit einem die um 1000 Prozent gestiegenen Baukosten nicht mehr so auffallen. Der häßliche Glaskasten galt als architektonisches Debakel – und das bleibt er auch, nur ist er jetzt eben ein fertiges architektonisches Debakel.
Kassandra sagt: In spätestens zehn Jahren wird es in die Hütte reinregnen oder sie wird von innen rosten im Hamburger Hafenklima. Denn die „organisch geschwungenen Fenster“, die irgendein koksender Architekt da entworfen hat, schließen nicht dicht. Aber tolle Akustik.
Mit Spannung harre ich nunmehr der endgültigen Rechnung für das „bestkalkulierte Großprojekt aller Zeiten“ in Deutschland, Stuttgart21. Mein Tip war immer, daß damit der Preis gemeint ist, also 21 Milliarden. De-Em natürlich, denn das Bahnhofsprojekt ist ja planungstechnisch nun schon etwas älter als die Elbphilharmonie, zumindest, was deren Glasteil betrifft. Das wären dann Pi mal Fensterkreuz so um die 10,5 Milliarden Euronen. Ist immer noch mein Tip. Wir schaffen das.

Dann – ja, dann haben sich Youtube und die GEMA geeinigt. Und zwar darauf, daß die GEMA endlich ihre Klappe hält, mit dem widerlichen Rumgewinsel aufhört und man in Deutschland die Videos gucken kann, die der Rest der Welt auch gucken konnte bis jetzt. Also beispielsweise in Burkina Faso oder Andorra. In Nordkorea nicht, denn in dem Land gibt es ganze 1024 IP-Adressen, das reicht nicht fürs Videostreaming. Und eben in Deutschland auch nicht. Nicht etwa, weil wir uns keine IP-Adressen leisten konnten. Nein, weil wir diese lächerliche „Verwertungsgesellschaft“ haben, diese peinlichen Parasiten im kreativen Pelz der Gesellschaft, die es bisher in ihrer unnachahmlichen Arroganz für geboten hielten, deutschen Usern selbst die Videos vorzuenthalten, die von sehr hörenswerten Bands auf ihren eigenen Webseiten präsentiert worden sind.
Wie kommen derartige Kulturterroristen auch nur auf die Idee, sie dürften auf ihrer Webseite Videos zeigen, die sie selber gemacht haben und selber dort hochgeladen und in denen diese Bands – Hölle! – ihre eigene Musik einem Publikum präsentieren? Völlig absurde Vorstellung natürlich.
Aber da hat die GEMA ja zum Glück den Alleinvertretungsanspruch. Ich kannte das bisher nur aus der politischen Geschichte der beiden deutschen Staaten, daß da irgendwer einen solchen Anspruch erhebt. Aber nein, die GEMA nimmt tatsächlich für sich in Anspruch, jeden Künstler in Deutschland zu vertreten, ob der das will oder nicht. Weiterlesen

Lieb Vaterschland, magst unruhig sein

Ich habe mal einen afghanischen Schneider kennengelernt, der nach Deutschland geflüchtet ist. Er mußte seine Heimat verlassen, dieses seit 35 Jahren von Bürgerkriegen und Stellvertreterkriegen zerrissene Land, weil er es gewagt hat, sich in eine Frau zu verlieben, die dummerweise Christin ist. Was an sich vielleicht noch keinen Streß verursachen würde. Aber dieser Mann ist vom Islam zum Christentum übergetreten, um diese Frau heiraten zu können. Denn das Christentum verlangt natürlich, daß beide Ehepartner Christen sind. Ich hatte mal eine katholisch erzogene Freundin, dank derer ich mich etwas ausführlicher mit dem Katholizismus beschäftigt habe. Was soll man sonst tun, um sich auf ein Frühstück mit Eltern vorzubereiten, die einen nicht mögen und die beide katholische Religion unterrichten?
Jedenfalls kam mir da unter, daß ich selber zum katholischen Christentum hätte konvertieren müssen, wenn ich meine Freundin hätte ehelichen wollen. Aber das hätte ohnehin nicht funktioniert, denn ich war zu diesem Zeitpunkt zwar erst sechsundzwanzig, aber bereits ein geschiedener Mann. Und natürlich dürfen Geschiedene heute ja nicht noch einmal heiraten. Als wäre ich ein byzantinischer Kaiser und das würde irgendwen interessieren.

Diese Nebengeschichte erzähle ich nur, falls jemand irgendwelche Anmerkungen über die Intoleranz des Islam machen möchte. Ich persönlich halte mal überhaupt nichts von einem Gott, der mir vorschreiben möchte, wen ich wann heiraten darf oder auch nicht und wann ich denn jetzt meine Freundin wie zu vögeln habe – oder auch nicht. Das geht jeden Gott – mit Verlaub – einen Scheißdreck an, denn ich bin es, der geil auf meine Freundin ist und nicht Gott. Soll der alte Spanner sich einen Porno reinziehen, da gibt es genug von im Internet. Auch 1996 war das durchaus machbar, außerdem ist Gott ja allmächtig und so. Egal, welchen Namen er so trägt. Und falls Gott doch geil ist auf meine Freundin, gibt es entweder gepflegt eins in die Fresse von mir oder einen Dreier – kommt drauf an.
Mit diesen Grundhaltungen war ich natürlich bei den Eltern meiner damaligen Herzensdame enorm beliebt, das sollte recht klar sein. Meine erste Erfahrung mit religiösen Fanatikern stammt somit eindeutig aus Südhessen. Und es waren Christen. Aber weil ihre Tochter so eine großartige Frau ist und sich auch als lernfähig erwiesen hat – da darf sich jetzt jeder was dabei denken – ist sie die einzige meiner Ex-Damen, mit der ich noch gelegentlich Kontakt habe. Freundschaftlichen vor allem. Weil sie einfach sie ist.

Doch zurück zum afghanischen Schneider. Dieser Mann erzählte also, daß er zum Christentum konvertiert sei, um die Frau heiraten zu können, die er liebt. Das klingt jetzt unwahrscheinlich romantisch und im Grunde genommen ist es das auch.
Aber es ist dummerweise im Islam auch ein todeswürdiges Verbrechen. Das steht jetzt nicht direkt im entsprechenden heiligen Buch, dem Koran, ergibt sich aber wohl aus dem, was im Islam Hadith heißt. Das sind offizielle Sammlungen von Spüchen des Mohammed, also des ursprünglichen Mohammed, der mit dem Prophet-des-Herrn-Diplom im 7. Jahrhundert.
Da werden also Dinge aufgeführt, die der Mann gesagt hat oder gesagt haben soll. Außerdem Dinge, die er gemacht hat oder gemacht haben soll. Dummerweise ist das nun schon ein paar Tage her und was einer so gesagt oder gemacht hat, unterliegt dann manchmal doch starker Legendenbildung, der Korruption oder schlicht dem Wunschdenken des jeweiligen Schreibers oder der Person, die den Text gerade beim Schreiber bestellt hat. Da kann man bei Konfuzius nachschlagen. Oder auch bei Mao. Weiterlesen

Zunehmende Zerfallsrate

Ein Mann mit einer Axt in einem Zug. Fünf Verletzte. Ein anderer Mann mit einer Schußwaffe in München. Neun Tote. Wieder ein anderer mit einer Bombe in Ansbach. Fünfzehn Verletzte. Und natürlich die Attentäter, die allesamt bei diesen Vorfällen umkommen.
Im Netz toben daraufhin wieder die faschistischen Arschlöcher, kotzen ihre widerwärtige Dummheit aus über einen Begriff wie „Deutsch-Iraner“, denn der Münchner Amokläufer war ein solcher.
Es paßt den neuen Herrenmenschen eben nicht ins erbsengroße Weltbild, daß dieser Mann nichts mit den Flüchtlingen des letzten Jahres zu tun hatte. Auch beim Würzburger Attentäter ist es ähnlich. Schon länger hier, bereits im Asylverfahren, so weit erst einmal versorgt.
Der Amokläufer mit der Schußwaffe stellt sich wenig später als jemand heraus, der mit dem sogenannten „Islamischen Staat“ nichts am Hut hatte, sondern mit Antisemitismus und allgemeinem Fremdenhaß. Acht seiner Opfer sind deutlich unter zwanzig und haben Migrationshintergrund. Er mag den norwegischen hirnkranken Killer Breivik und findet es toll, am selben Tag geboren zu sein wie dereinst der kleine österreichische Diktator. Als wäre das eine persönliche Leistung. Insgesamt ist er jemand, dessen Weltbild wunderbar unter die Hakenkreuzflagge und die „Deutschland in den Grenzen von 1937“-Tattoos der rechten Arschlöcher gepaßt hätte. Plötzlich herrscht Schweigen bei den Netznazis, bevor dann wieder die üblichen Verschwörungstheorien hochblubbern.

Alleine schon die Reaktion auf dieses Aufkommen von Terror in Deutschland führt die Idee des Historikers Michael Wolfssohn ad absurdum, der allen Ernstes sagt, man müsse in Deutschland eine allgemeine Dienstpflicht für Bürger einführen. Denn der Staat könne offensichtlich seinen Aufgaben bezüglich Sicherheit nicht mehr nachkommen.
Wie man noch immer an der absolut sicheren Tatsache vorbeisehen kann, daß hier in Deutschland Vollidioten rumlaufen – deutsche Vollidioten wohlgemerkt – denen man keine Plastikgabel in die Hand drücken sollte, geschweige denn, sie in einer Grundausbildung mit militärischen oder polizeilichen Kampftaktiken vertraut zu machen, ist mir ein Rätsel. Wir können uns auch gleich eine neue SA züchten.
Bei derartigen Vorschlägen möchte ich den sauberen Herrn Historiker am Kragen greifen, ordentlich schütteln und ihn fragen: „Was haben Sie denn so gewählt die letzten zwanzig Jahre, Herr Wolfssohn?“
Die Parteien, die in Baden-Württemberg und Bayern fleißig Stellen in Polizei und Justiz gekürzt haben? Oder die anderen, die gesagt haben, das sollte man vielleicht mal nicht machen?
Ein Historiker, der so einen Blödsinn absondert, steht für mich auf derselben Stufe wie all die Menschen, die lautstark empört ausrufen „Wie kann man nur AfD wählen?“ – die aber Zeit ihres Lebens die CDU gewählt haben. Ich rufe das zwar durchaus auch, aber mit weniger Empörung. Mehr mit verzweifeltem Kopfschütteln. Und ich habe eben nie diejenigen Parteien gewählt, aus denen die Gründer und Mitglieder der AfD so entlaufen sind. Also die sogenannten „Konservativen“. Weiterlesen