Geistiger Grillanzünder

,,Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.“

Konfuzius

Eine Zeit, in der aus einer ländlichen Kultur eine städtische wird, aus einer kommunalen eine stark individualistische. Eine Zeit beständiger Kriege und Kleinkriege. Unaufhaltsame technologische Veränderungen drängen in den Alltag. Beängstigende neue Waffen mit vorher nie gesehener Zerstörungskraft. Neue Wege der Kommunikation und des Denkens. Alte Hierarchien, in der Politik und im Religiösen, im weltlichen wie im spirituellen Leben, die nicht mehr in der Lage sind, der sich schnell verändernden Lage Herr zu werden.
Verzweifelung in den Konferenzen der Herrschenden, die nicht so recht zu verstehen scheinen, was um sie herum passiert und warum es passiert. Ein weitverbreitetes Empfinden von Angst und Unsicherheit angesichts einer sich verändernden Welt, deren Wandelgeschwindigkeit kaum noch zu verfolgen ist. Eine Zeit des Zusammenbruchs, aus der neue Sichtweisen der Welt entstehen. Neue Arten, zu leben. Neue Auffassungen darüber, was es bedeutet, Mensch zu sein. Welchen Platz Mensch in der großen Matrix der Dinge einnimmt.

Klingt beängstigend nach unserer heutigen Zeit. Ist aber die Beschreibung der Achsenzeit, wie Karl Jaspers sie verwendet.
Jaspers, seines Zeichens in der Rubrik „Philosoph“ tätig, prägte den Begriff Achsenzeit im Rahmen seiner Arbeit im Jahre 1949. Er bezeichnet damit eine Periode, die sich etwa vom 8. bis zum 3. Jahrhundert vdZ erstreckt.
In dieser Zeit kam es in den beherrschenden Regionen der Erde zu großen Veränderungen in der menschlichen Lebensweise. In den Zivilisationen von China, Persien, Griechenland, Indien und im Nahen Osten breiteten sich ökonomische, technologische und gesellschaftliche Veränderungen aus, die noch nie dagewesen waren.
Die Eisenverarbeitung war eine dieser Veränderungen. Die Entstehung großer Städte, etwas, das wir heute Urbanisierung nennen würden. Mündliche Kulturen verschriftlichten sich, zum Beispiel die griechische, in der ein Dichter namens Homer die Ilias zu Papier oder besser, zu Pergament brachte und somit eine Geschichte festhielt, die schon Jahrhunderte vorher erzählt worden war. Ich hatte das schon mal irgendwo erwähnt, glaube ich.
Marktwirtschaft breitete sich aus. Ja, Marktwirtschaft und Kapitalismus sind tatsächlich Dinge, die nicht deckungsgleich sind, wie es uns heute immer gerne erzählt wird und wie wir das gerne annehmen, sei es aus Ahnungslosigkeit oder Bequemlichkeit.
Nach den Worten von Jaspers wurden in dieser Zeit „die Fundamente gelegt, auf denen die Menschheit noch heute steht“. Und das halte ich als Aussage für vollkommen korrekt.

Geschichte. Das ist einer der Gründe, warum ich hier, in diesem Blog, nicht ausschließlich irgendwas über den Kapitalismus erzähle. Also das, was heute unsere vorherrschende Wirtschaftsform darstellt. Denn diese Art des Wirtschaftens und des Verständnisses von Ökonomie ist noch nicht sonderlich alt. Im besten Falle 250 Jahre. Es ist etwas schwierig, das genau einzuordnen, denn – wer hätte es gedacht – Kapitalismus ist nicht einfach so entstanden, wie er heute ist.
Wir laufen nicht in einer Abstraktion herum, die sich „Kapitalismus“ nennt. Oder „Neoliberalismus“. Oder „Globalisierung“. Diese Dinge, diese Begriffe sind entstanden über einen Zeitraum hinweg. Sie haben also eine Geschichte, sie sind Geschichte und sie erzählen eine.
Innerhalb dieser Geschichte haben sich die Bedeutungen dieser Begriffe auch gewandelt. Das Vorstellungsbild im Kopf von Menschen bei einem Wort verändert sich im Laufe der Zeit. Wie ich auch schon mal hier und da erwähnte, denken wir Menschen in Geschichten. In Erzählungen. In Bildern.
Die Welt des Geistes, der Vorstellung von Menschen – und somit einer menschlichen Gesellschaft – muß sich mit der Wirtschaft und der Technologie weiterentwickeln.
Irgendwann erreicht eine Gesellschaft unweigerlich einen Punkt ihrer Entwicklung, an dem alte Antworten auf wichtige Fragen sich als beklagenswert unzureichend entpuppen. Als nicht länger angemessen. Sogar als schädlich.
In diesem Falle, in einer Gesellschaft im Umbruch, muß man neue Antworten finden. Oder womöglich neue Fragen stellen. Oder beides. Der Zusammenbruch einer Gesellschaft ist nur eine spezielle Form von Umbruch.
Das alles ist keinesfalls Zeitverschwendung. Um die richtigen Fragen zu stellen, muß man vorher über eine Thematik gründlich nachgedacht haben. Um Antworten zu finden, auch.

So etwas wie „Neoliberalismus“ ist heute das Synonym für gnadenlose Ausbeutung im Namen des Profits transnationaler Konzerne.
Das Bild im Halbdunkel gekrümmter Kinderrücken in Bangladesh beim Zusammentackern von T-Shirts mit Biosiegel taucht im Kopf des empörten Antikapitalisten auf. Aber ursprünglich war damit was völlig anderes gemeint. Was ist also eigentlich dieser geheimnisvolle „Kapitalismus“?
Im Jahr 1776, dem ersten Jahr der Revolution britischer Kolonisten in Nordamerika gegen die Politik der britischen Krone, veröffentlichte ein Herr namens Adam Smith ein Buch mit dem etwas sperrigen Titel „Untersuchung über Wesen und Ursachen des Reichtums der Völker“, was verständlicherweise zu „Wealth of Nations“ verkürzt wurde und im Deutschen „Der Wohlstand der Nationen“ heißt.
Wenn man davon etwas an einer Universität hört, in einer BWL-Vorlesung beispielsweise, dann sagt der Professor vermutlich, daß Mr Smith mit diesem Werk die Grundlagen der klassischen Nationalökonomie gelegt hat und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kommt dann das Zitat, das jeder schon einmal gehört hat, nämlich das von der „unsichtbaren Hand des Marktes.“ Und das war es dann auch schon.

Dummerweise ist das ziemlicher oberflächlicher Unsinn. Ein Herr namens Schumpeter warf Smith später vor, er habe nichts in seinem Buch benutzt, was damals wirklich neu gewesen wäre. Herr Schumpeter, der Erschaffer des Begriffs der „Schöpferischen Zerstörung“ in der Ökonomie, hält das offenbar für eine sachliche Kritik und verfällt damit exakt dem Verhalten, das ich schon mehr als einmal als das von blinden Idioten bezeichnet habe: Warum zur Hölle muß etwas unbedingt neu sein, um sachlich gültige Aussagen zu machen?
Eine fundiertere Kritik an Smiths Werk bezeichnet ihn – kleiner Witz der Geschichte – als Wegbereiter des Marxismus. Denn Smith geht in seinem Werk davon aus, daß der Wert eines Produkt sich objektiv aus dem bestimmen sollte, was an Kosten in der Produktion anfällt. Das ist natürlich total kommunistisch, denn heute weiß ja jeder Ökonom, daß der Wert einer Ware durch die subjektive Einschätzung des Konsumenten entsteht. Wo kämen wir da hin, wenn wir Plastikplunder objektiv bepreisen würden. Dann kostete das Quietscheentchen für die Badewanne nämlich dank der verwendeten Materialien und Energien vermutlich 36,50 Euronen und keiner würde mehr so einen Mist kaufen.
Adam Smith, der übrigens zu seiner Zeit ebenfalls das Label eines „Philosophen“ trug und nicht etwa das eines Ökonomen, stand auch so etwas wie Aktiengesellschaften kritisch gegenüber. All das sind Dinge, die einem der Professor an der Uni vermutlich nicht erzählt. Aber die „unsichtbare Hand“, die durch Verfolgung des Eigeninteresses auf geheimnisvolle Weise für Verteilung aller Güter und des Wohlstands sorgt in einer freien Marktwirtschaft, die kommt immer vor.
Smith erwähnt übrigens auch ganz klar die Tatsache, daß das Wachstum der Wirtschaft begrenzt ist und begrenzt sein muß. Auch so eine völlig unkapitalistische Sichtweise, sehr verwunderlich bei einem der offiziellen Väter unseres heutigen Wirtschaftssystems.

Stelle mer uns ma janz domm und frachen uns: Wat is’n eijentlich Kapitalismus?

Oder auch nicht. Denn Mr Smith lebte in einer völlig agrarisch geprägten Gesellschaft. Das Amerika des Jahres 1776 kannte keine Industrielandschaften. Zwar war Mr Watt die Verbesserung der Dampfmaschine bereits gelungen und in Großbritannien* begann das neue fossile Zeitalter langsam schnaufend an Fahrt aufzunehmen – aber in diesem Land jenseits des Atlantik, in dem Terroristen die herrschende Staatsmacht mit Anschlägen zu Zugeständnissen zwingen wollten, gab es vor allem Felder. Und Pferdekutschen. Und die eine oder andere mit Waltran gefüllte Lampe neben Kerzen aus Bienenwachs. Dergestalt war auch die Welt eines Adam Smith, obwohl er in der quasi einzigen Industrienation lebte und Watts Dampmaschine sogar kannte.
Für diesen Mann war das Wort „Ressource“ gleichbedeutend mit „Land“ und dem Besitz des Landes. Und natürlich ist die nutzbare Landfläche der Erde begrenzt groß. Smiths Schlußfolgerungen einer Wirtschaftsentwicklung, die einer natürlichen Obergrenze unterworfen ist, war also aus seiner Sicht heraus völlig logisch und absolut korrekt. Diese Sichtweise ist auch heute noch völlig korrekt. Allerdings möchten Standardökonomen davon nichts hören.

Was ich damit sagen will?
Begrifflichkeiten unterliegen Bedeutungsverschiebungen. Manchmal verschiebt sich die Bedeutung von Worten so weit vom Ursprung weg, vom eigentlichen Bild im Kopf des Zuhörers, daß nichts mehr davon übrig bleibt. Von der Bedeutung, nicht vom Kopf.
Adam Smith als „Kapitalismus“ zu bezeichnen, ist wohl irgendwie nicht ganz richtig, könnte man sagen. Wie alt ist er also dann, unser Kapitalismus?
Vielleicht sind 150 Jahre richtiger als 250. Damals schrieb ein Mann namens Marx ein Werk, das sich „Kritik der politischen Ökonomie“ nannte. Und auch ein anderes, nämlich das allseits berühmte „Das Kapital“. Sinnigerweise gilt auch Marx als ein Philosoph.

Wenn mir also irgendwer regelrecht vorwirft, ich würde hier im Blog nur herumphilosophieren, empfinde ich das nicht zwingend als vernichtende Kritik.
Ganz besonders nicht, wenn die Behauptung folgt, das würde ja nichts bringen oder nichts verändern. Ich denke, daß ein Typ wie Marx eine ganze Menge verändert hat im Laufe der Geschichte. Nicht zwingend so, wie er sich das gedacht haben mag, bedauerlicherweise. Aber das ist nicht seine Schuld.
Auf jeden Fall zeigt sich hier klar und deutlich, daß Philosophie sehr unangenehme Folgen haben kann, wenn man sich nicht die Mühe macht, sie auch zu verstehen.
Auch den an mich einmal ergangenen Vorwurf, ich sei ja bloß Mitglied der „bürgerlichen Gesellschaft“ und deshalb an „ernsthafter Kapitalismuskritik“ nicht interessiert, muß ich amüsiert zurückweisen.
Erstens handelt es sich nicht um ein Sachargument. Zweitens sind alle Menschen, die in den G20-Staaten leben, Mitglieder einer bürgerlichen Gesellschaft. Drittens entkräftet es meine bisherigen Positionen, die ich hier so vertrete, nicht im geringsten, wenn man mir vorwirft, ich sei ja bloß bürgerlicher Gesellschafter. Viertens sollte bis hier klar geworden sein, daß diese so scheinbar simple Sache mit dem Kapitalismus eben auch so ist wie der Rest der Geschichte: Komplex.
Fünftens – ich muß es einfach erwähnen – konnte Marx sein ganzes Zeug auch nur schreiben und dabei in London in der geheizten Bude sitzen, weil ihm ein Mann namens Engels den Rücken freigehalten hat. Sprich, Karl Marx war von einer gewissen finanziellen Unterstützung abhängig, von der Last körperlicher Arbeit weitgehend befreit und insofern voll bürgerlich oder burgeois, wie man das damals so nannte. Als Sohn eines Anwalts ganz besonders.

Im anderen Damals™ – also im achten bis dritten Jahrhundert vor Christus, gab es auch eine Menge Philosophen. Sokrates, wieder so ein alter Grieche.
Siddharta Gautama, heute besser bekannt unter seinem Künstlernamen Buddha, fiel im 6. Jahrhundert vdZ in Indien rum, unzufrieden mit den Antworten, die seine Zeitgenossen auf seine Fragen gaben.
In China verfassten Lao Tse und Konfuzius Schriften, die bis heute im modernen China nachwirken. In Nahost bzw. in Persien – so genau läßt sich das nicht mehr sagen – lief ein Typ namens Zarathustra durch die Gegend. Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß es auch bezüglich der Lebensdaten dieses Herrn größere Meinungsverschiedenheiten gibt. Ich habe die späte Datierung verwendet, weil sie eben in Jaspers Achsenzeit paßt und es hierfür einige starke Indizien gibt.

Alle diese Menschen haben eines gemeinsam. Sie stellten essentielle Fragen, die andere Zeitgenossen sich angesichts der Umwälzungen auch stellten.
Die Philosophien liehen der verwirrt guckenden Menge an Menschen quasi eine Stimme, während alte gesellschaftliche Ordnungen zerbrachen. Und auch – so ungern ich es erwähne – religiöse Ordnungen.
Religion gehört zur menschlichen Kultur und deswegen hat alles, was ich in letzter Zeit geschrieben habe, irgendwo auch einen, wenn man so will, spirituellen Unterton. Dieses Dingsbums namens Religion hat schon immer eines versucht: Menschen die Frage zu beantworten, wo ihr Platz im Kosmos denn so ist. Wobei natürlich gern ein gewisses Eigeninteresse verfolgt worden ist, je nach Kult und Priesterschaft. Ich hebe auch den Zeigefinger und weise darauf hin, daß „Religion“ und „Spiritualität“ unterschiedliche Dinge sind. Ich werde diese Thematik aber an anderer Stelle vertiefen. Kassandra ist übrigens nicht Mitglied einer Kirche oder sonstigen Glaubensgemeinschaft.
In einer Welt sich auflösender Hierarchien und jeder Menge Gewissheiten, die plötzlich in Frage gestellt wurden, entwickelten sich jedenfalls in der Achsenzeit neue Wege, zu denken und die Welt zu sehen.
Natürlich bin ich nur ein Blogger in seiner Bambushütte am Rande der Gesellschaft. Ich maße mir sicherlich nicht an, Karl Marx, Lao Tse, Konfuzius oder Buddha in meinen Schriften zu übertreffen. Wobei ich zweifellos verständlicher formuliere als Marx, eindeutiger als Konfuzius und Buddha und wissenschaftlich wesentlich fundierter als Zarathustra oder sonst andere, die in Jesuslatschen durch die Geschichte gelaufen sind. Ich denke, ich habe sogar mehr Follower als der Zimmermannssohn damals, zu Beginn seiner Karriere. Aber der Kerl hatte auch kein Internet.

Bild 1: Die „Schule von Athen“ von Raffael, entstanden 1510/11
Auf dem Fresko sind Dutzende von Philosophen, Wissenschaftlern, philosophierenden Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Philosophen zu sehen.
Lange Zeit wurden diese beiden Dinge nämlich in einem Atemzug genannt und waren nichts Getrenntes. Die meisten Teilnehmer sind alte Griechen – wer hätte es gedacht. Sokrates ist dabei, Pythagoras, Euklid, Ptolemäus, Platon und Diogenes – der Herr in der Bildmitte auf der Treppe, hier ohne sein Faß.

Mir den Vorwurf zu machen, „bloß herumzuphilosophieren“, um mir dann zu erzählen, man müsse ja nur den bösen Kapitalismus abschaffen, um alle Sorgen der Menschheit zu lösen, erfüllt mich aus genannten Gründen mit stiller Heiterkeit. Diplomatisch ausgedrückt.
Ich halte auch nichts von dem Vorschlag, man müsse nur die bürgerliche Gesellschaft abschaffen, dann würde der Kapitalismus automatisch mit verschwinden. Die Annahme an sich ist durchaus korrekt.
Sofern man denn definieren kann, was denn „bürgerliche Gesellschaft“ sein soll und man diese anschließend dazu überreden kann, sich doch bitteschön einfach aufzulösen, auf das alle Menschen hierarchielos gleich werden mögen, wünsche ich dem Experiment viel Erfolg. Ich weiß allerdings, daß es keinen Erfolg haben wird. Ich habe nämlich lange über solche Ideen herumphilosophiert.
Derartige Anmerkungen sind schlicht und einfach politisch-ideologisches Gedöns. Viel Lärm um nichts. Sie haben nichts mit dem Kern dieses Blogs zu tun und vor allem helfen sie in keinerlei Weise weiter, hier aufgeworfene Fragen zu vertiefen oder zur Findung und zum Verständnis möglicher Antworten beizutragen.
Wildes Auf-und-Ab-Hüpfen und darauf zu insistieren, daß der Kapitalismus die alleinige Wurzel allen Übels sei auf diesem Planeten, ist von bedauerlicher Kurzsichtigkeit geprägt. Ich hatte hier und da mal etwas über Reduktionismus geschrieben.
Es ist ausdrückliche Zielsetzung meinerseits, den Blickwinkel hier in dieser stillen Ecke des Internet eben nicht auf den Kapitalismus oder ein anderes Einzelthema zu „fokussieren“. Das können gerne andere erledigen und haben das auch schon.
Ich will nicht näher rangehen. Ich will weiter rauszoomen.

Wer meint, in jugendlicher Naivität alles außer acht lassen zu können, was die letzten mindestens 4.000 Jahre Menschheitgeschichte geprägt hat – beispielsweise alle auf dem obigen Bild abgebildeten Personen – und sich nur auf „umfassende Kapitalismuskritik“ beschränken möchte, kann das gerne tun. Nur eben woanders. Im Führungsgremium der Linkspartei beispielsweise. Ich werde es hier nicht tun und mir schon gar nicht als Fehler vorwerfen lassen.
Nur weil der Glaube, daß etwas, was man nicht versteht, falsch sein muß, heutzutage so weit verbreitet ist, bedeutet es nicht, daß diese Geisteshaltung irgendeine echte Relevanz besitzt.
Auch irgendwelche angeblichen Argumentationen die mit Worten beginnen wie: „Nehmen wir mal an, die Welt wäre von rationalen Menschen bevölkert…“ landen bei mir sofort in der Tonne. Darüber kann man auf akademischen Niveau gerne…nun, ja…philosophieren, wenn man möchte.
Nur ist es eben so, daß derartige Annahmen von einer anderen Gruppierung permanent gemacht werden, die glühende Kapitalismusgegner so gar nicht mögen: Ökonomen. Denn Standard-Ökonomen machen ständig derartig abwegige Annahmen. Da werden wunderschöne Modelle erstellt, nach denen Menschen rational reagieren und immer alle Informationen über etwas in der Hand haben, um die bestmögliche Entscheidung in einem Markt zu treffen.

Bedauerlicherweise ist das eben exakt die Sichtweise der Welt, die unsere aktuelle Zivilisation in die Scheiße geritten hat.
Man kann sich eine Modellvorstellung von der Welt erträumen. Das ändert aber nichts daran, daß es sich um schlichtes Wunschdenken handelt. Wenn man dann versucht, seinen genialen Plan umzusetzen, wird er gnadenlos scheitern. Denn dummerweise ist die Welt, die wirklich wahre Realität, nicht von Wunschvorstellungen bevölkert. In manchem Moment bin ich versucht, die Welt für einen Müllhaufen voller Idioten zu halten.
Es bringt nichts, sich eine Welt zu erträumen, wie sie sein sollte, und dann von der Welt zu verlangen, sich exakt so zu verhalten. Um dann bitterlich rumzuweinen, wenn das nicht klappt – und der Welt vorzuwerfen, sie verstehe die Theorie einfach nicht. Das habe ich mir nicht ausgedacht. Das ist exakt das, was Wirtschafts“wissenschaftler“ wie Milton Friedman oder Politiker wie Magaret Thatcher zu diesem Thema gesagt haben.

Exakt das ist die Art des Denkens, oder besser, Nicht-Denkens, gegen die ich hier anschreibe. Die schlichte wissenschaftliche Methodik, die sich als durchaus wirksam erwiesen hat, gebietet es, anders vorzugehen:
Wir müssen uns erst darüber klar werden, wie die Welt eigentlich aufgebaut ist, wie sie funktioniert und wie einzelne Teile ineinandergreifen. Natürlich ist das sich daraus ergebende Bild komplex. Denn die Welt ist komplex. Erst, wenn man hier Erfolge erzielt hat, kann man anschließend eine Weltvorstellung zusammenbauen.
Heutige Wissenschaften, die Wirtschafts“wissenschaften“ allen voran, und alle ideologischen Politikträumer einer besseren Welt, zäumen das Pferd immer von hinten auf.
Sich ein Universum zu erträumen, wie es sein sollte, ist sinnlos. Das lenkt nur von der Aufgabe einer Kassandra ab: Den Menschen mitzuteilen, wie die Welt sein wird.
Dazu ist es absolut notwendig, das Universum zu betrachten, wie es ist.
Statt starrsinnig darauf zu beharren, daß eine Wirtschaftsform der Realität sagen kann, wie sie denn sein soll, wird es dringend Zeit, sich zu fragen, welche Wirtschaftsformen denn überhaupt dauerhaft möglich sind auf unserem Planeten. Denn wie sagte ich neulich bereits: Gaia braucht uns Menschen nicht. Es ist immer umgekehrt.

Die Vorstellung der Zukunft darf nicht länger auf Wunschdenken basieren. Realismus wäre klug.

Ich wiederhole also ein Kernprinzip dieses Blogs noch einmal langsam und zum Mitdenken: Es geht hier nicht um eine Vorstellung der Zukunft, die ich mir erträume. Oder jemand anders. Was ich will oder andere wollen, hat nichts mit der Zukunft zu tun. Wäre das der Fall, ich hätte das Blog „Utopia 2050“ genannt, wäre heute mit meinen wirren und völlig unhaltbaren Phantasien in Talkshows zu Gast und reich und berühmt.
Wollen ist vollkommen irrelevant. Es geht nicht um eine Zukunft, die wir wählen, wie es überall in der Politik auch gerne propagiert wird.
Hier geht um eine Form der Zukunft, wie sie sein kann und – nach meiner Überzeugung – eben auch sein wird.
Nicht auf Basis von Träumereien oder ideologischen Hirngespinsten. Sondern auf Basis oft schlichter wissenschaftlicher Fakten. Wie beispielsweise der Erkenntnis, daß die Erde einfach nicht unendlich groß ist und demzufolge eine begrenzte Menge an Ressourcen aufweisen muß. Welche Ressource auch immer.
Die Welt wird nicht bestimmt von Wünschen an das Universum. Sie wird bestimmt von Physik, der Gravitationskonstante, Konzentrationen von Metallen in Gesteinen und anderen Dingen. Sie wird bestimmt von Energie, von Thermodynamik und dem Gesetz des Abnehmenden Ertrags.

Eine allererste Erkenntnis gründlicher Überlegung sollte also sein, daß Antworten temporär sind. Es gibt auf die drängenden Fragen einer Zeit keine endgültigen Antworten. Das wäre im naturwissenschaftlichen Sinne unzulässig. Antworten auf die Fragen einer Gesellschaft sind einem Wandlungsprozeß unterworfen.
Endgültige Antworten fallen in den Bereich des Glaubens, also der Religion oder Metaphysik.
Doch man darf Antworten nicht mit Fakten verwechseln. Fakten bleiben Fakten. Schwerkraft ist vollkommen unabhängig von Art und Form der Überzeugungen einer menschlichen Gesellschaft.
Gleichzeitig sollte man auf einfache Antworten auf etwas derartig Komplexes wie die Frage nach dem Aussehen der Zukunft der Menschheit sehr mißtrauisch reagieren.
Eine Phrase wie „Aber der Kapitalismus ist an allem schuld!“ fällt exakt in diese Kategorie. Natürlich hat ein Wirtschaftssystem etwas mit einer Gesellschaft zu tun und es beeinflußt sie auch. Aber wo ist es Symptom, wo ist es Ursache?

Es war nicht die Schuld des Kapitalismus, daß eine Nation namens Niederlande auf die Idee kam, an Privatleute das zu verkaufen, was man heute Staatsanleihen nennen würde. Damit ließen sich nämlich die neuen, aber teuren Schiffe finanzieren, mit Kanonen an Bord, die man Ende des 17. Jahrhunderts so auf die See schickte, um vom großen Kuchen was abzuschneiden.
Die Staatsschulden der Niederlande erhöhten sich von 50 Millionen Gulden im Jahre 1632 auf 250 Millionen im Jahre 1752. Über das Tempo würden heutige Staatsmänner und -frauen zu Heiligen Sparschweinen erklärt.
Fakt ist aber, daß der Staat seine Schulden an Privatleute verkaufte, die diese dann weiter verkauften. Erfolgreich. Die Zinsen für niederländische Staatsschulden sanken im genannten Zeitraum auf gerade einmal 2,5 Prozent ab.
England* ging mit dieser Idee noch weiter. Statt Staatsschulden an Privatleute an einer Börse weiterzuverkaufen, gründete man dafür eine eigene Institution, die Nationalbank. Ähnlich wie heute bei windigen Immobilengeschäften lief also der damalige Finanzierungsmechanismus ab, der es den Niederlanden ermöglichte, scheinbar beliebig viele Flotten und Armeen einzusetzen, während Nationen mit einem weniger entwickelten Finanzwesen das Nachsehen hatten. Ein Mann namens Daniel Defoe formulierte im ersten Band seines Werks „The complete English Tradesman“ die Worte:

„Kredit läßt den Soldaten ohne Sold kämpfen, die Armeen ohne Proviant marschieren.“

Na, wenn das nicht nach heutigem Kapitalismus klingt. Es ist derselbe Defoe, dessen Werke manche Studenten heute vermutlich verbrennen würden, denn er hat auch Robinson Crusoe geschrieben und darin kommt ja ein Neger vor. Schon wegen der rassistischen Verwendung eines solchen Wortes ist für viele – sich politisch oft als irgendwie links verortende – Stud-enten und Stud-erpel völlig klar, daß man von solchen Sexisten aus der Vergangenheit nichts lernen kann und auch nicht darf. Ist ja offensichtlich.
Es ist ein Symptom für den intellektuellen Zusammenbruch einer Gesellschaft, wenn Dinge aus der Vergangenheit unter fadenscheiniger ideologischer Begründung als wertlos und undenkbar diffamiert werden, ohne das ihr möglicher sachlicher Wert untersucht wird.

Jedenfalls war es nicht der Kapitalismus, der damals die entsprechenden Handelsmechanismen erfunden hätte, um Flotten zu finanzieren. Die Finanzierer der Flotten kamen auf die Idee, bereits vorhandene Mechanismen im großen Stil für ihre Zwecke zu nutzen. Eine Betrachtung von Einzelaspekten ohne historischen Zusammenhang bringt also niemanden weiter. Man kann die Antworten, die in der heutigen Zeit benötigt werden, nicht isoliert auf reiner Kapitalismuskrititk aufbauen. Diese Vorgehensweise ist absolut unzureichend.
Was ich hier verfolge, ist ein systemtheoretischer Ansatz. Ein vernetzter Ansatz. Dinge isoliert zu betrachten führt zu Wahnvorstellungen von Bundeskanzlerinnen, die voll menschenfreundliche Grenzöffnerinnen sind, wenn sie in Wirklichkeit skrupellose Abgrenzungspolitik betreiben.

Wenn mir also jemand erzählt, daß etwas emminent Wichtiges wie Erdöl oder andere Dinge ja längst ersetzt werden könnten und wir ja gar kein Energieproblem für die Zukunft befürchten müssen, dann möchte ich handfeste Dinge sehen, die eine derartig weitreichende Behauptung unterstützen.
Ein Link zu obskuren Videos auf Youtube, in denen von Nicola Teslas supergeheimen Geheimideen berichtet wird, ist kein Beweis für irgendwas. Behauptungen werden durch beständige Wiederholungen nicht zu wissenschaftlichen Fakten. Auch dann nicht, wenn dieses Gebaren zu einem Großteil die Diskussionkultur der heutigen Zeit darstellt. Oder besser, das Fehlen einer solchen.
Wenn einer solchen Behauptung nur Vorwürfe gegen meine Person oder die Unzulänglichkeit meines Bloggens folgen – garniert mit dem Vorschlag, ich solle doch meinen zu weiten Blickwinkel einengen – dann bleiben lächerliche Behauptungen schlicht und einfach lächerliche Behauptungen.
Auch die Tatsache, daß man heutzutage überall über diese seltsame Auffassung der Welt stolpert, bedeutet nicht, daß die Wirtschaftsform einzig und allein an allem schuld ist. Das ist ein logischer Fehlschluß, der Ursache und Wirkung vertauscht oder gänzlich außer acht läßt. Wie können mindestens drei Jahrtausende Menschheitsgeschichte unbeachtlich sein bei der Frage, wo wir heute stehen – alle 7,5 Milliarden – wie wir da hingekommen sind und wie es von hier aus weitergehen wird?

Bild 2: Das Ende ist nah. Relativ.
Natürlich ist es möglich, daß die Menschheit bald ausstirbt, weil sie einfach zu blöd zum Überleben sein will. Oder das wir alles in die Luft sprengen in einem letzten atomaren Feuerwerk. Aber ich halte das für recht unwahrscheinlich. Auf keinen Fall ist es die unausweichliche und einzige Lösung. Kassandra ist der gleichen Meinung.

Ich ändere die Welt nicht mit dem, was ich hier schreibe. Das ist richtig. Aber auch das ist kein Vorwurf, denn das war auch niemals meine Absicht.
Mensch hat die Welt bereits in eine Richtung gelenkt, oder besser, gezwungen, indem wir uns geweigert haben und weiterhin weigern, die globalen Konsequenzen unseres lokalen Handelns einzusehen. Oder in vielen Fällen auch die Konsequenzen des Nicht-Handelns.
Die sich ergebenden Änderungen sind unausweichlich. Sie werden eintreten, ob wir vorher gegen den bösen Kapitalismus revolutionieren oder nicht. Was übrigens nicht passieren wird. Denn menschliche Gesellschaften und ganz besonders ihre Führungsschichten haben ein starkes Beharrungsvermögen. Was dem physikalischen Begriff von der Trägheit der Masse eine völlig neue Bedeutung gibt.
Erst wenn Regierungen stürzen, wenn offensichtlich wird, daß die alten Antworten nicht mehr funktionieren, wir soziologisch konstruktive Veränderung möglich. Jenseits des Revolutionsgedankens beginnt das Feld der Zukunft, das es zu beackern gilt.
Erst muß sich die gelebte Erfahrung von Menschen verändern. Alte Versprechen müssen vor ihren Augen nachvollziehbar versagen. Vorher ist ein Paradigmenwechsel nicht möglich. Donald Trump und die USA sind genau auf diesem Kurs unterwegs.
Was es vorher geben wird, sind diejenigen mit den einfachen Antworten. Die Sündenbocksucher. Die mit dem Tunnelblick und den Scheuklappen. Diejenigen, für die der Kapitalismus schuld ist. Diejenigen, die nichts anderes versuchen und denken wollen, da natürlich alles, was nicht Kapitalismus ist, Kommunismus sein muß.
Diejenigen, die sich womöglich „Ethnopluralisten“ nennen und nichts weiter sind als miese Rassenideologen. Die, für die Ausländer schuld sind. Der Islam. Terroristen. Der Weihnachtsmann. Aliens. Illuminati. Dr. Doom. Oder im Zweifelsfalle alle zusammen.
Hauptsache, wir sind nicht schuld. Wir Menschen. Unser Wunschtraum vom ewig andauernden, fetten Wohlstand. Unsere idiotische Verblendung durch eine dogmatische Wissenschaft, die alles in Probleme einteilt und Lösungen verspricht und doch längst Teil des unlösbaren Dilemmas ist.

Ich weiß mit absoluter Sicherheit, daß dies alles passieren wird. Denn es geschieht bereits. Das geschieht immer der Geschichte, wenn Zivilisationen sich auf den absteigenden Ast ihrer Entwicklung begeben. Wir werden hier keine Ausnahme bilden.
Trotz vehementen Protests ändert sich die Welt weiter. Mir geht es um die Zeit danach und den Weg dorthin. Die Zukunft ist vorhersehbar, zumindest in gewisser Weise. Also kann Mensch auch darauf vorbereitet sein, zumindest ansatzweise. Uns den Konsequenzen unseres Handelns nicht länger zu entziehen, als Individuen und als kollektive Gesellschaft, ist ein erster Schritt.

Kassandra sagt: Es existiert keine Zukunft, wie wir sie wollen. Es existiert aber eine Zukunft, wie sie physikalisch möglich und wahrscheinlich ist.
Das ist, mehrfach kondensiert, der Kern meines Schreibens seit mehr als zwei Jahren. Eigentlich schon viel länger, aber seit dieser Zeit eben offiziell.
Immer nur einem Traum zu folgen, endet immer wieder in Albträumen. Um die mögliche Zukunft zu erhellen, darf man nicht nur die letzten ein oder zwei Jahrhunderte betrachten, die man „Kapitalismus“ nennen könnte.
Dies hier ist nicht die Zeit, die antikapitalistische Revolution auszurufen. Wobei ich daran niemanden hindere. Von mir aus – bitte.
Aber wir – die menschliche industrielle Zivilisation – befinden uns längst jenseits von Politk und Ideologie. Jenseits von Revolutionen. Jenseits von alten Instrumenten, mit denen Menschen von vorgestern mir erklären wollen, wie die Welt von morgen aussehen wird, und dabei doch nicht einmal die Welt von heute verstehen können oder wollen.

Welche Form genau die Zukunft auch haben wird: Antikapitalistische Weltrevolution und anschließendes Utopia stehen eindeutig nicht auf dem Programm. Diese Möglichkeit gab es nie.

Dies hier ist die Zweite Achsenzeit. Wissenschaftler aller Genres nennen es die „Große Beschleunigung“. Ein Autor namens James Howard Kunstler nannte es 2005 „The Long Emergency“, den „Langen Notfall“. Ein Mann namens John Michael Greer nennt es den „Catabolic Collapse“. Zumindest die beiden letzteren, aber auch andere, haben die Arbeit „Collapse of complex societies“ gelesen, von Joseph Tainter.
Ich nenne es die Lange Dämmerung.
Dämmerung deswegen, weil dieses Wort im Deutschen sowohl die Abenddämmerung als auch die Morgendämmerung umfaßt. Also sowohl ein Ende als auch einen Beginn. Für die Übersetzung ins Englische trifft das ebenfalls zu, denn hier kann „dawn“ auch beides bedeuten. Kann. Allerdings wird es in den meisten Fällen für die Morgendämmerung benutzt. Das abendliche Gegenstück ist entweder „dusk“ oder „sunset“. Aber die Analogie muß nicht perfekt sein, immerhin ist das Englische nicht meine Muttersprache. Lang deswegen, weil sich der Zusammenbruch von Zivilisationen nicht in einem Moment vollzieht. Es ist immer ein Prozeß, kein Ereignis.

Die Folgen der „Großen Beschleunigung“ akkumulieren längst um uns herum. Keine in jugendlichem Überschwang und Gerechtigkeitsglühen vorgetragene Rede gegen die miesen Folgen des Schweinesystems Kapitalismus wird die Klimazerstörung aufhalten, das Plastik aus den Ozeanen entfernen, das Auftauen des Permafrosts auch nur eine Sekunde verzögern.
Der Lange Notfall hat längst begonnen, er ist kein spekulatives Objekt irgendeiner fiktiven, weit entfernten Zukunft in einer weit, weit entfernten Galaxis. Er ist hier und er ist jetzt. Jeden Tag.
Dies hier ist die Lange Dämmerung und die Sonne wird dem Horizont entgegensinken, so verzweifelt wir uns auch das Gegenteil erwünschen mögen.
Es gibt keinen Countdown. Die Uhr ist längst abgelaufen.

Dies hier ist die Zeit, in der wir zur Seite treten müssen. Nur einen Schritt, ein kleiner Wechsel in der Perspektive. In der wir einen Schritt machen müssen, der unvermeidlich ist. Nach unten, herunter vom Olymp.
In der wir endlich die richtigen Fragen stellen müssen. Nicht die Fragen, wie wir unsere wirren und kindischen Wunschvorstellungen erfüllen können. Die Frage, was überhaupt auf dieser Welt machbar ist, sofern wir uns ihren Gesetzen beugen. Das Gras neigt sich immer im Wind.

Ich mag nur vor mich hin philosophieren. Aber das ist es, was ich kann. Was ich tun muß. Was ich beitragen kann. Tropfen für Tropfen. Ich bin Kassandra.
Ich weiß genau, daß der Dämmerung die Nacht folgen wird. Also erzähle ich von Dämmerung und Nacht, auch wenn niemand mir Glauben schenkt.
In der Hoffnung, daß das eine oder andere Lagerfeuer in dieser Nacht flackern werde.
Aber der Nacht wird eine neue Dämmerung folgen. Und dann wird die Sonne aufsteigen am Horizont. Die menschliche Kultur, die sie dann beleuchten wird, wird völlig anders sein als die heutige. Doch ich bin mir sicher, daß diese Kultur noch existieren wird.
Darum tue ich, was ich tue: Um eine Karte zu zeichnen von dem, was sein wird. Erste Linien auf dem Pergament einer neuen Zeit.

 


* bei Historikern spricht man üblicherweise von England, wenn der Staat vor dem „Act of Union“ gemeint ist, also der Fusion mit Schottland. Das war 1707. Danach spricht man von Großbritannien. Irland kam 1801 zum Königreich dazu.


45 Gedanken zu „Geistiger Grillanzünder

    • Ist es ja auch 😀
      Verabschieden wir uns von der abstrusen und doch recht weit verbreiteten Vorstellung, daß unsere Zivilisation entweder dafür bestimmt ist, die Sterne zu erobern oder sich apokalyptisch zur Hölle zu blasen. Weil wir ja so supertolle Ausnahmehechte der Geschichte sind. Beides wird nicht stattfinden, denke ich. Wobei ich nicht ausschließe, daß Pakistan und Indien sich irgendwann noch nullifizieren oder so.

  1. Ah, hier bei der 21. Kassandra passieren also die interessanten Diskussionen, während in der WordPress-Kristallkugel eher so friedliche Beschaulichkeit vorherrscht. Gut zu wissen.
    Also werfen wir der Kassandra mal ihre Unverschämtheit vor. Ganzheitlich-Systematische Kritik am Wesen Mensch ist ja wohl immer noch der schönen Literatur vorbehalten. Es braucht Protagonisten, bei denen man mitfiebern und sich dabei trotzdem immer schön distanzieren kann. Damit man als Kritiker dann über die schlimme Kindheit der Seherin fabulieren kann oder die geschliffene Sprache loben. Aber nun bitte doch nicht der ganzen Menschheit und jedem einzelnen pauschal Verantwortung zuschreiben. Das ist ja wie in der Grundschule, wenn’s heißt, auf der weiterführenden müßt ihr euch reinknien, da zieht euch keiner. Will niemand hören, sowas.
    Den philosophezeiten Weltuntergang find ich ganz entzückend romantisch. Trifft sich dann doch wieder mit meiner Vermutung, wir werden alle pudingteilchenkauend in den Sonnenuntergang sehnsuchten, wie Portugiesen, die beim Weltreichhinterhertrauern für einen Augenblick die Frage vergessen wollen, ob sie nun in Deutschland oder in Deutschland ihren Arsch verkaufen wollen.
    Viel vergnügen auf’m Balkon beim Klimawandelgenießen.

    • Ah, hier bei der 21. Kassandra passieren also die interessanten Diskussionen, während in der WordPress-Kristallkugel eher so friedliche Beschaulichkeit vorherrscht.

      Dafür kann ich nichts. Ich mache aus der Existenz des Backup-Blogs kein Geheimnis 😀

      Den philosophezeiten Weltuntergang find ich ganz entzückend romantisch. Trifft sich dann doch wieder mit meiner Vermutung, wir werden alle pudingteilchenkauend in den Sonnenuntergang sehnsuchten,

      Also, ich Kassandra tät da eher sagen, wir werden Sehnsucht nach Puddingteilchen haben – Romantik war eigentlich nicht vorgesehen beim Niedergang.

      Viel vergnügen auf’m Balkon beim Klimawandelgenießen.

      Nix Kimawandel genießen. Steinfliesenboden endlich mal schrubben im Schweiße – viel Schweiß! – des Prophetenangesichts :p

      • Doch, doch, Puddingteilchen wird es immer geben. Irgendwer wird immer probieren, aus verderblichem Billigfutter bißchen Marge rauszumelken. Wenn grad keine Eier da sind, nimmt man halt Soylent Green.

  2. Das Problem ist nur, daß es die vom Autor genannte „Achsenzeit“ voraussichtlich nicht mehr geben wird.
    Jede(r), der bzw. die das aktuelle Geschehen zumindest etwas aufmerksam verfolgt, könnte erkennen, daß die Mächtigen dieser Welt (allen voran die USA bzw. NATO, aber auch Russland und China usw.) schon längst einen 3.Weltkrieg vorbereiten, der auch atomar sein wird.
    Und ob sich danach die (übriggebliebenen) Menschen noch einmal erholen werden, ist mehr als fraglich.
    Zumal Bomben und Raketen noch niemanden klüger gemacht haben.

    Mit Grüßen
    Flash

    Noch am Rande:
    Adam Smith (der zur damaligen Zeit als Staatsbediensteter dafür bezahlt wurde, den aufkommenden Kapitalismus zu rechtfertigen, was mit Wissenschaft nichts zu tun hat) war niemals in Amerika.
    Während sich die Philosophie zur Wissenschaft ähnlich wie die Onanie zum Geschlechtsverkehr verhält.

    • Adam Smith (der zur damaligen Zeit als Staatsbediensteter dafür bezahlt wurde, den aufkommenden Kapitalismus zu rechtfertigen, was mit Wissenschaft nichts zu tun hat) war niemals in Amerika.

      Ja. Stimmt. Hatte ich auch nicht behauptet. Die „quasi einzige Industrienation“, die ich da erwähne, ist latürnich das große Britannien.

      Übrigens hat Mr Smith auch empfohlen – ich zitiere – „[Europa solle]…freiwillig allen Einfluß auf seine Kolonien aufgeben und es ihnen überlassen, ihre eigenen Regierungen zu wählen, Gesetze zu erlassen und über Frieden und Krieg nach eigenem Ermessen zu entscheiden.“

      Empfohlen hat er das allen europäischen Kolonialmächten und zwar, um ein besseres Funktionieren des Marktes zu erreichen. Wenn Sie das für eine Rechtfertigung des Kapitalismus im Auftrag der Mächtigen halten wollen – bitte.
      Ich würde eher sagen, daß keine Regierung der damaligen Zeit dieses Gutachten sonderlich bejubelt hat. Und dem Mann deswegen die Wissenschaftlichkeit absprechen wollen, weil die Illuminati ihn beauftragt haben – nun ja… 😀

      • Hallo „kassandra“,
        das ist nicht gerade seriös.
        Ich habe nicht geschrieben, daß Adam Smith von den „Illuminati“ beauftragt wurde, sondern (nachdem er keine andere Anstellung gefunden hat) ein Staatsbediensteter des damaligen englischen Königshaus war und z.B. an der Universität in Glasgow lehrte.
        Und ähnlich wie heutzutage ist deren „Job“ (ansonsten würde für derartige Ideologien kaum jemand Geld ausgeben), die Herrschaft zu rechtfertigen, die damals den aufkommenden Kapitalismus begrüßte.

        Und daß sich Smith gegen die europäischen (wahrscheinlich vor allem französischen) Kolonien ausgesprochen hat, war sehr im Sinne der „Krone“, die schließlich selbst scharf darauf war, ihr „Empire“ zu vergrößern.

        Zudem scheint Smith ein ziemlich unangenehmer Mensch gewesen zu sein. Trotz seiner guten Bezahlung an der Universität (immerhin wurde er noch zum Professor ernannt), haben alle Frauen seine Heiratsanträge abgelehnt – und das will etwas heißen.
        (Aber das nur am Rande.)

        Mit Grüßen
        Flash

        • Verehrte/r Flash,

          Sie unterstellen schlicht, daß alles, was Smith geschrieben hat, eine Auftragsarbeit gewesen ist, weil er ja in Staatsdiensten stand, und das er vor allem unwissenschaftlich gearbeitet hat. Ich sehe das anders.

          Und daß sich Smith gegen die europäischen (wahrscheinlich vor allem französischen) Kolonien ausgesprochen hat, war sehr im Sinne der „Krone“, die schließlich selbst scharf darauf war, ihr „Empire“ zu vergrößern.

          Und schon wieder unterstellen Sie etwas. Smith hat sich keinesfalls vor allem gegen die französischen Kolonien ausgesprochen. Er meinte alle.
          Er schreibt übrigens auf derselben Seite, die Entlassung der Kolonien wäre eine Maßnahme „die wohl einmalig wäre und wohl von keinem Land der Welt jemals akzeptiert werden würde.“
          Womit er auch recht hatte, wie der Unabhängigkeitskrieg in Nordamerika ja unmittelbar darauf bewies.

          Trotz seiner guten Bezahlung an der Universität (immerhin wurde er noch zum Professor ernannt), haben alle Frauen seine Heiratsanträge abgelehnt – und das will etwas heißen.

          Nun ja – vielleicht mochte er schlicht die Damen nicht, sondern stand auf was anderes. Wir wissen es nicht 😉

      • Übrigens:
        Der moderne bzw. entwickelte Kapitalismus kommt bekanntlich ganz ohne Kolonien aus.
        (Was die USA als erstes bemerkt haben, weshalb diese sich auch nach dem 2.Weltkrieg – zum Leidwesen vor allem von Grossbritannien und Frankreich – für eine „Entkolonialisierung“ eingesetzt haben.)

        Da genügt es schon, dafür zu sorgen, daß das Privateigentum für alle verbindlich gemacht wird.
        Und schon trennt sich die Gesellschaft in Reiche und Arme (je nachdem, wieviel sich jemand „unter den Nagel reißen“ konnte – zu beobachten war dieser Vorgang zuletzt in Russland während der Jelzin-Zeit), während die kapitalistische Ausbeutung (die bekanntlich arme Menschen braucht, wer würde sonst für andere arbeiten – Vermögende sicher nicht) ihren Lauf nimmt.

        Während den Rest der Kredit erledigt, den diese Staaten brauchen.
        So wurden aus den früheren Kolonien inzwischen zwar eigene Nationen, die formell unabhängig, aber von ihren Kreditgebern (z.B. IWF usw.) noch weitaus mehr abhängig sind als die früheren Kolonien von ihren „Mutterländern“ jemals waren.
        (Nicht umsonst gelten etliche von denen heutzutage als „Failed States“, denen sowieso nicht mehr zu helfen ist.)

        Mit Grüßen
        Flash

      • Noch ein abschließender Hinweis:
        Wie gut die „unsichtbare Hand des Marktes“ funktioniert, ist heutzutage weltweit zu beobachten.
        Während einige wenige „steinreich“ sind, versinken zunehmend mehr Menschen in Armut, Not und Elend.

        Mit Grüßen
        Flash

        • Das die angeblich so unsichtbare Hand des Marktes besonders gut funktioniert, habe ich ich nirgendwo behauptet.
          Selbst der IWF hat da ja schon so seine Zweifel 😉

    • Es ist natürlich eine schwere narzistische Kränkung, die Kassandra da auffährt. Die Frage ist unverschämt, aber berechtigt: Sind wir als Zivilisation die Supergegner, denen die großen Jungs ihre superteuren Atombonbons aufs Haupt knallen werden? Oder werden wir eher die marginalisierten Hungerleider sein, die man allmählich an Schnupfen, Glasperlen und Convenience Food vor die Hunde gehen läßt? Klar, das Sacco di Roma war ein atombombenmäßiges Fanal. Aber das Reichszentrum war da schon längst nach Osten abgewandert.

    • „Jede(r), der bzw. die das aktuelle Geschehen zumindest etwas aufmerksam verfolgt, könnte erkennen, daß die Mächtigen dieser Welt (allen voran die USA bzw. NATO, aber auch Russland und China usw.) schon längst einen 3.Weltkrieg vorbereiten, der auch atomar sein wird.“

      Also obwohl ich mich mal zu den Aufmerksamen zähle, kann ich das nicht erkennen. Welche Erscheinungen lassen Dich denn so urteilen?

      • Spätestens seit Trumps Amtsantritt könnte klar geworden sein (woraus dieser auch kaum einen Hehl macht, auch wenn ihn viele mißverstehen und ihre eigenen Wunschvorstellungen hineininterpretieren), daß die USA die weltweite Vorherrschaft bzw. Hegemonie, d.h. die Weltherrschaft, wollen und in keinster Weise bereit sind, davon abzurücken.
        (Das war zwar bei den vorherigen US-Präsidenten auch nicht anders, Trump ist nur etwas radikaler.)
        Wie sollte sonst „America great again“ werden?

        Was andere Mächte (vor allem Russland und China, aber auch einige andere) genau umgekehrt sehen.
        Zumal sich die Weltwirtschaftskrise weiter verschärft und der Kampf um den kleiner werdenden „kapitalistischen Kuchen“ auf dem sog. Weltmarkt zunehmend härter wird.

        Neu ist das alles nicht.
        Bekanntlich haben das schon mehrere versucht, zuletzt der „deutsche Führer“ und die Seinen im Rahmen eines 2.Weltkriegs.

        Auf die militärischen Vorbereitungen, die bereits längst laufen, möchte ich mich nicht weiter einlassen, da es dafür einiges Wissen bräuchte.
        (Es sei nur an dem weiteren Aufmarsch der USA bzw. NATO an den russischen Grenzen erinnert, den „Pivot Act“ gegen China, der Ausbau eines weltweiten Raketenabwehrsystems, das aus militärischer Sicht keinesweg defensiv ist, sondern einen Angriff auf Atommächte erst ermöglicht usw.)

        Zuerst sind allerdings erstmal die letzten beiden Staaten von der bereits damals bekannt gewordenen „Bush-Liste“ (Libyen und Syrien wurden schon weitgehend von Obama „abgearbeitet“ – Afganistan, Irak und noch einige andere bereits von dessem Vorgänger) ) an der Reihe, d.h. Nord-Korea und der Iran.
        Danach steht dem 3.Weltkrieg nichts mehr im Wege.

        Mit Grüßen
        Flash

        • Bitte was? Wegen Trump? Der Trump, der seinen eigenen Geheimdiensten zutiefst misstraut? Ich werte das als Meilenstein zum Frieden, immerhin sind die US Dienste die größten Brandstifter auf der Welt. Der Trump, der einen Draht zu Russland sucht, und damit dem denkbar folgenschwersten möglichen Konflikt ausweicht?
          Echt jetzt? Der Trump, der den Freihandelsabkommen ebenso abgewinnen kann wie der Großteil der Bevölkerungen? Und damit eigentlich voll auf der Wellenlänge von echten Kapitalismuskritikern liegen müßte? Der Trump, der Europa die eigene Souveränität quasi aufzwingt? Der soll eine Kriegsgefahr darstellen? Der Trump, der mit dem NATO Aufmarsch an Russlands Grenzen mal gar nicht zu tun hat? Dem wir es verdanken dass Killeri uns erspart blieb?
          Vielleicht solltest Du mal den Nachrichtenkanal wechseln. Ernsthaft.
          Der Slogan „America great again“ bezieht sich auf Jobs, nicht auf „Demokratisierung“ ala Bush und Obama.
          Also wenn Du mich von einer Weltkriegsgefahr überzeugen willst, dann muß da was anderes kommen als nur billige Rhetorik gegen Trump.

          • Oweia, Marcus Püschel,
            sind Sie naiv.

            Meinen Sie den Trump, dessen eine seiner ersten Amtshandlungen war, den amerikanischen Militäretat kräftig zu erhöhen und eine massive weitere militärische Aufrüstung anzukündigen?
            Oder den Trump, der kürzlich auf der NATO-Tagung in Brüssel neben den sog. Terrorismus und der Immigration RUSSLAND als die größten Bedrohungen genannt hat?
            Oder den Trump, der gar nichts gegen die „Globalisierung“ hat, sondern nur gegen deren Ergebnisse für die USA?
            (Die aufgrund von angeblichen „bad deals“ seiner Vorgänger aus seiner Sicht für die USA schlecht waren.)
            Oder den Trump, der gerade dabei ist, einen Krieg gegen den IRAN und NORD-KOREA anzuzetteln?
            Oder den Trump, der die NATO nur deshalb „obsolet“ nannte, da diese aus seiner Sicht seit einiger Zeit nicht mehr den amerikanischen, sondern deutschen bzw. europäischen Interessen gedient hat, siehe z.B. „EU-Osterweiterung“?
            Aber ansonsten ein „großer Fan der NATO“ (wörtlich) ist?
            usw. usw.

            Aber anscheinend meinen Sie einen anderen Trump, der allerdings nur in Ihrer Phantasie existiert.

            Mit Grüßen
            Flash

            PS: Klar wäre „Killary“ nicht besser gewesen.
            Schließlich vertreten beide die nationalen Interessen der USA und das sind nunmal die Interessen des US-Kapitals.
            (Und mit Sicherheit nicht die der „kleinen Leute“, die übrigens genau deshalb „klein“ genannt werden.)

          • Noch ergänzend:
            Bekanntlich ist der „Dow Jones“ nach Trumps Amtsantritt nicht gefallen, sondern kräftig gestiegen.

          • Vielleicht noch ergänzend:
            Es stimmt zwar schon, daß Trump (zumindest verbal) die Konfrontation mit Russland etwas zurückgenommen hat.
            (Während allerdings alles andere, z.B. der Ausbau einer militärischen Infrastruktur an Russlands Grenzen, des globalen Raketenabwehrsystem usw. unvermindert weiterläuft.
            Und heute wurde gemeldet, daß die USA mehrere atomwaffenfähige(!) Bomber B-52 nach Europa verlegen, die sich an den bervorstehenden NATO-Manövern an Russlands Grenzen beteiligen werden.)

            Doch ist deshalb Trump „friedlicher“ als dessen Vorgänger?
            Mit Sicherheit nicht.
            Schließlich hat er erstmal Nord-Korea und den Iran im Visier.
            Während er in China als (auch ökonomisch) aufstrebende Großmacht die größere Bedrohung für die USA sieht.
            (Und bekanntlich auch noch etliche andere Staaten – vor allem Deutschland – aufgrund der Exportüberschüsse und mangelnder Zahlungen an die NATO – „am Haken“ hat.)

            Zudem hat er bereits (wenn auch nicht derart offen) geäußert, daß „bessere Beziehungen“ mit Russland voraussetzen, daß diese die Vormachtstellung bzw. Hegemonie der USA anerkennen.
            (Während Putin und die Seinen nur „auf Augenhöhe“ bzw. gleichberechtigt mit den USA verkehren möchten.)

            Mit Grüßen
            Flash

          • PS: Und was derzeit im „Nahen Osten“ und woanders läuft, ist auch alles andere als „friedlich“.
            Da bombardieren vor allem die USA wie selten zuvor, während die meisten Getöteten bzw. Verletzten – wie meist in Kriegen – ZivilistInnen sind.

            Während sich seit Trumps Amtsantritt die Zahl der sog. Drohnenmorde (wobei bekanntlich bereits Obama nicht kleinlich war) anscheinend verzehnfacht hat.
            (Quelle: http://www.luftpost-kl.de)

            Mit Grüßen
            Flash

        • Auf die militärischen Vorbereitungen, die bereits längst laufen, möchte ich mich nicht weiter einlassen, da es dafür einiges Wissen bräuchte.

          Anmerkung der Redaktion: Grundregel bei korrekten Diskussionen ist es nicht, dem Gegenüber in herablassender Arroganz Unwissen zu unterstellen. Vielmehr ist es geboten, den Anderen auf den Stand der Dinge zu heben. Sprich: Fakten bringen ist das Gebot. Das hat den Nebeneffekt, daß man mit diesem Vorgehen nämlich auch die eigenen Argumente stützt. Sofern welche vorhanden sind, natürlich.

          (Es sei nur an dem weiteren Aufmarsch der USA bzw. NATO an den russischen Grenzen erinnert, den „Pivot Act“ gegen China, der Ausbau eines weltweiten Raketenabwehrsystems, das aus militärischer Sicht keinesweg defensiv ist, sondern einen Angriff auf Atommächte erst ermöglicht usw.)

          Das wäre so ein Punkt, an dem ich gerne einhaken möchte: Welches „weltweite Raketenabwehrsystem“ soll das sein? Wo steht es? Wie viele Raketen? Warum findet man darüber nichts in den Medien?

          Aktueller Stand der militärtechnischen Dinge ist nämlich folgender: Eine Abwehr eines massiven Angriffs mit ICBMs oder seegestützten Nuklearwaffen ist keinesfalls realistisch. Wobei übrigens exakt gegen diese „Zweitschlagswaffen“ keinerlei Raketenabwehr hilft.

          Falls Sie mich und andere vom Gegenteil überzeugen möchten: Bitte.

          • Womöglich tun wir – also Du – dem guten Flash unrecht. Ich meine wie er schreibt dürfte er Anfang 20 sein. Der kennt den kalten Krieg gar nicht. Er kennt nur die aktuelle Politik der NATO, und die ist in der Tat beunruhigend. Da sollten wir ihm etwas Hysterie und Übertreibung nachsehen.
            Denn eines ist doch ganz deutlich. Flash will schon mal nicht das Falsche. Seine Gedanken gehen in die richtige Richtung.

          • Das hatte ich hinter den Kulissen auch schon geschrieben. Generelle Basis: Vorhanden 😉
            Ja, das mit dem Kalten Krieg…wie war das gleich mit den fu***** baselines?

          • Hallo Kassandra,
            erstmal bin ich beinahe sprachlos, daß Sie zwar eine möglichst treffende Prognose für die Zukunft abgeben möchten, sich allerdings anscheinend für geo-strategische bzw. miltitärische Angelegenheiten kaum zu interessieren scheinen.

            Und das in einer Welt, in der es vor Gewalt nur so kracht und die Kriege zunehmend mehr werden.

            Jedenfalls bitte ich um Verständnis, daß ich derzeit zeitlich überfordert bin, Ihnen zumindest das Wichtigste zu erklären.
            Vielleicht komme ich zu einem späteren Zeitpunkt nochmals darauf zurück.

            Mit Grüßen
            Flash

          • Nein, überhaupt nicht. Ich habe nur eine kleine militärhistorische Bibliothek in meinem Regal, aber anonsten interessiere ich mich für so etwas nicht im geringsten.
            Waren Sie es nicht, der mir vorgeworfen hatte, ich würde ja nichts zulassen, was nicht in mein Weltbild paßt?

            Vielleicht komme ich zu einem späteren Zeitpunkt nochmals darauf zurück.

            Nein, tun Sie das bitte nicht. Machen Sie einen eigenen Blog auf. Ich muß nämlich klipp und klar sagen, daß Sie in keiner Position sind, mich hier belehren zu wollen über etwas, bei dem Sie anderer Meinung sind. Das steht ihnen jederzeit frei. Aber Sie unterstellen mir zum Xten Male hier Unwissenheit, Uninformiertheit und andere Dinge. Ich habe es nicht nötig, mich in meinem Wohnzimmer permanent beleidigen zu lassen.

          • Nur am Rande:
            Die von Ihnen genannten Interkontinentalraketen (ICBMs) sind aufgrund ihrer relativ langen Flug- und deshalb auch Vorwarnzeiten (für den Gegner) für einen Angriff bzw. sog. Erstschlag tatsächlich nicht geeignet und gelten deshalb als Defensivwaffen.

            Allerdings sind die Militärs (vor allem der USA) heutzutage bereits viel weiter.
            Schließlich ist die Zeit seit dem Ende des „Kalten Kriegs“ (in der es – zum damaligen Leidwesen der USA bzw. NATO – tatsächlich ‚mal sowas wie ein atomares „strategische Patt“ gegeben hat – was auch als „Gleichgewicht des Schreckens“ bezeichnet wurde) nicht stehengeblieben.

            Während inzwischen riesige Summen für die Forschung und Entwicklung neuerer Atom- und sonstiger Waffen ausgegeben wurden, um genau dieses „Patt“ überwinden zu können.
            (Zumal das heutige Russland bekanntlich nicht mehr die damalige Sowjetunion ist und über weitaus geringere – auch militärische – Mittel verfügt.)

            Mit Grüßen
            Flash

  3. Zwei neue Follower in den letzten Tagen – 42 total – und schon dreht Kassandra am Rad und meint den religiösen, oder eben spirituellen Part seines Blogs auszumachen, und wird darauf in Zukunft noch näher eingehen. Na das kann ja was werden.
    Aber vielleicht ist das Schaf durchtriebener als ich denke. Immerhin gehört den Religionen die Zukunft. Hat schon Putin erkannt. Ich wollte eine Prepper-Partei. Wenn es eine Prepper-Religion wird soll es mir auch recht sein. Hauptsache es funktioniert irgendwie und verschafft Linderung. Obwohl ich mir das bei den religiösen Superpopulisten gar nicht vorstellen kann. Die sind im lösen von Problemen immer extrem radikal vorgegangen.
    Wo ich gerade bei extremen Populisten bin, will ich mal was los werden: nämlich das Beamtentum.
    Überall geht die Angst um die Faschisten kämen wieder zurück, und es wird nach Auswegen gesucht. Mein Vorschlag wäre einmal mehr Preparation. Nicht Hitler hat die Juden umgebracht, sondern die deutschen Beamten. Sie mußten ja – Befehl und Gehorsam und so. Da kann ich mir gut vorstellen, dass eine Parallelgesellschaft wie die Beamten, deren Geschäftsmodell es ist jeden Befehl des Dienstherren zu befolgen, sich sorgt. Befreien wir sie von der Bürde. Als ob ein Diensteid irgend wen zu einem besseren Mitarbeiter machen würde. Ha ha – ich war bei der Bundeswehr^^
    In Kanada sind die Polizisten keine Beamten, es sind einfach nur Polizisten. Ja, es geht. Kann sich der Michel aber natürlich nicht vorstellen.

    Glückwunsch übrigens; Du hast es geschafft Trump nur ein einziges mal im Artikel zu erwähnen. Sogar fast lobend^^ Aber womöglich hast Du Dich ja genauso wie ich darüber gefreut, als Trump den G8-1 Gipfel zum G6 Laberclub degradiert hat. Ich finde das bemerkenswert konsequent. Pass auf Alter, wenn Trump jetzt noch seinen Kampf gegen die eigenen Geheimdienste gewinnt, dann hat er sogar den Friedensnobelpreis verdient. Wehe wir sind uns in diesem Punkt nicht einig.

    Ich wiederhole also ein Kernprinzip dieses Blogs noch einmal langsam und zum Mitdenken: Es geht hier nicht um eine Vorstellung der Zukunft, die ich mir erträume. Oder jemand anders.

    Doch ^^ darum geht es. Ist halt nur kein süßer Traum. Zumindest nicht aus unserer Perspektive, die wir in der künftigen Vergangenheit leben. Auch in der Zukunft werden sich die Leute auf dem Olymp wähnen, selbst wenn alles wieder Mittelalter ist. Shifting baselines, Baby, ich darf daran mal erinnern? Solange niemand anders erfolgreicher ist als du, bist du auf dem Olymp.

    PS: Da taucht Flash auf, pinkelt Dir kapitalismuskritisch ans Bein, und Du widmest ihm einen ganzen Artikel? Ich bin voll eifersüchtig. Als Kassandra-Jünger, quasi als Petrus, verlange ich mehr Zuwendung! Minimum ein Artikel mit persönlicher Widmung, oder vielleicht mit einem einleitenden Zitat von mir.

    • Oh – das mit den 42 ist mir gar nicht aufgefallen *Bier einschenkt*

      und schon dreht Kassandra am Rad und meint den religiösen, oder eben spirituellen Part seines Blogs auszumachen, und wird darauf in Zukunft noch näher eingehen. Na das kann ja was werden.
      Aber vielleicht ist das Schaf durchtriebener als ich denke. Immerhin gehört den Religionen die Zukunft.

      Das hat nichts mit den letzten Tagen zu tun. Diese Sache mit der Religion oder Spiritualität ist immer Bestandteil der menschlichen Kultur gewesen, seitdem Höhlenwände angemalt wurden. Irgendwo muß ich also quasi auf diese Aspekte auch mal zu sprechen kommen. Es fällt mir halt nur ncht leicht, denn ich bin eher ein unreligiöser Typ. Aber wozu hat man Kassandra? 🙂

      Ha ha – ich war bei der Bundeswehr^^

      Ich auch. Drum wundert mich das mit den vielen Nazis, die da plötzlich rumlaufen sollen, exakt Null 😀

      Doch ^^ darum geht es. Ist halt nur kein süßer Traum. Zumindest nicht aus unserer Perspektive, die wir in der künftigen Vergangenheit leben.

      Ömmm – Nein. Kassandras Visonen werden von stichhaltigen Daten untermauert. Nix Traum hier.

      Auch in der Zukunft werden sich die Leute auf dem Olymp wähnen, selbst wenn alles wieder Mittelalter ist. Shifting baselines, Baby, ich darf daran mal erinnern? Solange niemand anders erfolgreicher ist als du, bist du auf dem Olymp.

      Das hat mehr mit dem Drang von Menschen zu tun, immer Hierarchien auszubilden in einer größeren Gruppe. Laß das nicht Flash hören 😉

      Aaaaber: Die Leute werden sich nur dann auf dem Olymp wähnen, wenn sie vergessen haben, was wir mal drauf hatten als Zivilisation. Riesige Städte, fette Staudämme und all so Zeug. Shifting baselines setzen fehlendes Bezugssystem voraus.

      Da taucht Flash auf, pinkelt Dir kapitalismuskritisch ans Bein, und Du widmest ihm einen ganzen Artikel?

      Nein. Das war eh schon in Vorbereitung. Nur ergab sich daraus jetzt ein Anlaß, den Abriß mal hervorzuholen. Paßte quasi gerade gut. Nur kein unnötiger Neid 🙂

      • Meiner Meinung nach sind die Höhlenmalereien beim steinzeitlichen Schulunterricht entstanden. Zumindest habe ich nie etwas gesehen, dass auf Götter schließen ließe. Also: wo ist jetzt die stichhaltige Datenmauer?
        Interpretieren kann jeder alles.
        “ Shifting baselines setzen fehlendes Bezugssystem voraus“
        Stimmt. Genau das ist eine Spezialität der Religösen. Die erklären uns einfach für irrgeleitet und sündig. Goldenes Kalb und so. Soll ja heute schon Blogger geben, die das vorbereiten. Ich meine was ist denn einfacher als etwas Scheiße zu finden, das man nicht haben kann? Ich glaube sogar der IS ist so entstanden.

        „Ich auch. Drum wundert mich das mit den vielen Nazis, die da plötzlich rumlaufen sollen, exakt Null“
        Wow, Du warst, oder bist ein Nazi? Sehr schneidig^^
        Also zu meiner Zeit (1992 Munster) hielt sich das mit den Nazisprüchen echt in Grenzen. Kam genaugenommen fast gar nicht vor. Bei den Offizieren überhaupt nicht – und ich war im Offizierskasino tätig.
        An mir und meiner Wahrnehmung lag es nicht – ich war immer schon ne linke Zecke.

        „Laß das nicht Flash hören“
        Ersetzen wir einfach Kapitalismus durch Hybris, dann klappt es auch mit den Revolutionären.

        • Genau das ist eine Spezialität der Religösen

          Nein, Nein, Nein, Herr Püschel!

          Die Religiösen haben sehr wohl ein Bezugssystem. Es stört sie halt nur nicht, wenn sich das mal wieder verändert, weil die gerade angesagte Apocalypse du jour wieder mal nicht eingetreten ist.
          Das geht dann wieder ins Psychologische/Soziologische. 2012 und so 😉

          Was ich meinte war: Wenn einer keine Vergleichsmöglichkeit mehr mit früher(C) oder Damals(TM) hat – dann kann er sich auf den Trümmern unserer Zeit wieder auf dem Olymp fühlen.
          Solange die Trümmer noch da sind und die Erzählungen von Macht und Größe und dem ganzen Brimborium, wird das schwierig.

          Wow, Du warst, oder bist ein Nazi? Sehr schneidig^^

          Aber Hallo. Ich war voll dabei, war ich. Ich habe meine Grundausbildung mit „Zur Offizierslaufbahn nicht geeignet beendet“. Abijahrgang – wir wollten zuviel diskutieren 😀
          Aber Schurz beiseite – mein Grundausbildungs-Stufz war ein mieser Führerverehrer. Aber mein Lateinlehrer früher auch. Und die Typen von der NVA, die rüberkamen, waren alle etwas komisch…Jahrgang 90/91 übrigens 😉

          • Doch, doch, doch, Schafskopf (Herr Kassandra klingt doof, also was soll ich machen?)
            Ich denke mal Du hast schon kapiert wie ich es meine – Stichwort: Deutungshoheit. Die Kirche hat das Kunststück fertiggebracht den Leuten Sex als Sünde zu verkaufen. Die werden eine absolut einleuchtende Erklärung haben für all die Ruinen. Hast Du doch auch.
            Sogar noch vor dem Ruin. (Was Dich irgendwie zum Zeugen Kassandras macht 🙂 )
            Natürlich, wenn es noch Leute gibt, welche die Zeit vor den Ruinen kannten, dann wird es schwierig. Aber wir denken hier doch langfristig.

            Wir stellen also fest; es gab ein Nord-Süd-Gefälle bei Wessi-Nazis. Daher wohl auch Dein autoritärer Führungsstil hier. Wenigstens dürfen wir erkennen, dass die Auslese ungeeigneten Personals in den frühen 90ern noch gut geklappt hat. Kannst Dich ja bei unserer Verteidigungsministerin als Berater verdingen. Vielleicht reicht es dann mal für eine Bambusvilla.

          • Natürlich, wenn es noch Leute gibt, welche die Zeit vor den Ruinen kannten, dann wird es schwierig. Aber wir denken hier doch langfristig.

            Ja, so meinte ich das eigentlich.
            Aber stimmt – wenn wir natürlich langfristig auf eine „Die Sündigen und Verschwender wurden von Gottes/Göttin/GöttX Strafe vom Angesicht der Erde gewischt“ hinausdenken – das wäre latürnich sehr wohl möglich. Aber ich denke, sie werden uns später einfach hassen, weil wir so doof waren.

            Wir stellen also fest; es gab ein Nord-Süd-Gefälle bei Wessi-Nazis.

            Stellen wir das? Ich war so quasi in Flensburch. Da durften nämlich alle Ruhrgebiets-Abiturienten hin, denn für die Hamburger war das ja zu nah dran. Nur, um die Lokalitäten etwas zu verdeutlichen 😀

        • Meiner Meinung nach sind die Höhlenmalereien beim steinzeitlichen Schulunterricht entstanden. Zumindest habe ich nie etwas gesehen, dass auf Götter schließen ließe.

          Also, das liegt natürlich nur an deiner unzulänglichen Kenntnis der entsprechenden Werke berufener Anthroploogen. Ist doch wohl offensichtlich, daß dieses Gepinsel auf Höhlenwänden dieselbe spirituelle Fokusfunktion hatte wie ähmmm…la Ola im Stadion…Schnaps saufen vor der Jagd…Waldlichtungen für unsere germanischen Barabren-Vorfahren…und so.

          Alles klar? 😀

          • Schon klar, Du bist schlichtweg bereits zu alt, um noch etwas Neues zu lernen, und deshalb vögelst Du meine Fakten.
            Dabei waren die noch minderjährig 🙁

  4. Oweh „kassandra“,
    bei Ihnen liegt soviel im Argen, daß sich eine Diskussion kaum lohnt und ich mich deshalb von dieser Webseite weitgehend verabschieden möchte.
    (Zumal für sowas auch kaum noch Zeit ist.)

    Z.B. würde nicht einmal ein bürgerlicher Ökonom ernsthaft behaupten, „daß der Wert einer Ware durch die subjektive Einschätzung der Konsumenten“ bestimmt wird – und das will etwas heißen.
    (Versuchen Sie ‚mal, bei Ihrem nächsten Einkauf an der Kasse zu erzählen, daß sie subjektiv den Wert der Waren anders einschätzen als auf dem Preisschild.
    Die werden Ihnen etwas „husten“.)
    Zudem hat sich Marx zeit seines Lebens dagegen verwehrt, ein „Philossoph“ zu sein, sondern vielmehr darauf bestanden, daß sein Lebenswerk „Das Kapital“ wissenschaftlichen Ansprüchen genügen müsse.

    Und so geht es auch bei den meisten anderen Artikeln (die sich nicht mit der Ökonomie beschäftigen) weiter.
    Jedenfalls scheinen Sie von der Welt, in der wir leben (auch hinsichtlich der Vergangenheit) kaum etwas wirklich verstanden bzw. begriffen zu haben.
    Und deshalb „philosophieren“, wo sich Jede(r) das Denken kann, was er bzw. sie möchte.
    Mit Wissenschaft (die bislang einzig bekannte Art, zumindest einige Wahrheiten über die Welt zu erfahren) hat das meiste jedenfalls wenig zu tun.

    Vielleicht ist das der Grund, daß Sie anscheinend die unangenehme Eigenschaft haben, kritische Aussagen (die nicht in Ihr „Weltbild“ passen) einfach zu verdrehen und Fakten solange zu „vergewaltigen“, daß Ihr „Weltbild“ nicht gestört wird.
    Oder Sie sind schlichtweg bereits zu alt, um noch etwas Neues zu lernen.

    Wie auch immer.
    Jedenfalls wünsche ich Ihnen weiterhin viel Spaß beim Philosophieren (auch wenn die Ergebnisse Ihrer Arbeit für eine realistische Diagnose der Welt und deshalb natürlich auch Ihre Zukunftsvorstellungen nichts taugen und letztlich ein belangloser Zeitvertreib sind) und verbleibe
    mit Grüßen
    Flash

    PS: Nur noch ein (allerdings harmloses) Beispiel, was ich unter einer „Vergewaltigung von Fakten“ verstehe.
    Auf meine Bemerkung, daß die Heiratsanträge von Adam Smith von allen Frauen abgelehnt wurden, antworten Sie, daß das auch andere Gründe gehabt haben könnte (und er an Frauen gar nicht interessiert war).
    Hätte er dann Heiratsanträge gestellt?

    • „Hätte er dann Heiratsanträge gestellt?“
      Ja, hätte er. Hat Rock Hudson auch gemacht.
      Schönes Leben noch.

    • Vielleicht ist das der Grund, daß Sie anscheinend die unangenehme Eigenschaft haben, kritische Aussagen (die nicht in Ihr „Weltbild“ passen) einfach zu verdrehen und Fakten solange zu „vergewaltigen“, daß Ihr „Weltbild“ nicht gestört wird.

      Sagt die Person, die allen möglichen anderen jedes Wissen oder Wissenschaftlichkeit abspricht und auch sonst sehr…weltbildlich…rüberkommt.

      Danke für das perfekte Anschauungsbeispiel für alles, was ich so schreibe. Übrigens: Die Anzahl ihrer vorgebrachten Sachargumente ist bisher noch immer exakt Null.

    • PS: Nur noch ein (allerdings harmloses) Beispiel, was ich unter einer „Vergewaltigung von Fakten“ verstehe.
      Auf meine Bemerkung, daß die Heiratsanträge von Adam Smith von allen Frauen abgelehnt wurden, antworten Sie, daß das auch andere Gründe gehabt haben könnte (und er an Frauen gar nicht interessiert war).
      Hätte er dann Heiratsanträge gestellt?

      Das nennen Sie „Vergewaltigung von Fakten“?

      Das ich das „seine“ bei den Heiratsanträgen womöglich überlesen habe, kommt ihnen nicht in den Sinn?
      Nun ja – bitte. Und viel Spaß weiterhin bei der Twitter-Empöria oder so. Wie oft ich bei Occupy mit Leuten wie ihnen diskutiert habe…und wie oft weniger vergeblich.

    • Oweh „kassandra“,
      bei Ihnen liegt soviel im Argen, daß sich eine Diskussion kaum lohnt und ich mich deshalb von dieser Webseite weitgehend verabschieden möchte.
      (Zumal für sowas auch kaum noch Zeit ist.)

      Wie ich schon sagte: Wenn ihre Intelligenz, ihr Wissen und ihre Theoriebildung der meinigen so gnadenlos überlegen ist – eröffnen Sie ein Blog. Lassen Sie die Welt an ihrer abgeklärten Genialität und ihren tiefsinnig vorgetragenen Argumenten teilhaben.

  5. Noch eine kurze Anmerkung zu Smith:

    Wenn heutige (Mainstream-)Ökonomen immer die „unsichtbare Hand des freien Marktes“ zitieren, wird m.E. bewusst unter den Teppich gekehrt, dass Smith nicht nur Ökonom, sondern auch Soziologe war (insofern ist die angesprochene Bezeichnung als Philosoph passend).

    Smith ging in „Theorie der ethischen Gefühle“ von Rahmenbedingungen dieses „freien Marktes“ aus, die vor allem durch ein starkes moralisches Gefüge in der Nation geprägt waren (Stichwort: impartial specator).

    Dass das Werk schon einige Jahre auf dem Buckel hat (worauf Kassandra zurecht hinweist), zeigt die bis heute in (für Smith) unvorhersehbare Höhen gewachsene Globalisierung, die diese moralische Komponente aufgrund zunehmender Anonymisierung und Entfremdung der Marktteilnehmer voneinander gerade zunichte macht. Die „unsichtbare Hand“ ist also ihres konstruktiven Skelettes weitgehend beraubt.

    Wenn man also eine Selbstregulierung eines freien Marktes marktwirtschaftlich gestalten möchte, muss auch über entsprechende veränderte Rahmenbedingungen und ausgleichende (politisch/rechtliche) Maßnahme diskutiert werden. Das, was gemeinhin als Neoliberalismus bezeichnet wird, bedient sich das (Pseudo-)Argument der „unsichtbaren Hand“ nur zu dem Zwecke, eine Zuspitzung der Verteilungsprozesse innerhalb unserer heutigen globalisierten Gesellschaft voranzutreiben.

    Marktwirtschaft braucht Regeln; es ist Aufgabe der Gesellschaft in einem ergebnisoffenen Diskurs diese zu bestimmen und dabei auch bisher vernachlässigte Aspekt wie Umweltschutz und Verteilungsgerechtigkeit stärker zu berücksichtigen.

    @Kassandra: herzlichen Dank für diesen wieder einmal hervorragenden Beitrag!

  6. Nur noch am Rande:
    Der „Philosoph“ Karl Jaspers (auf dem sich der Autor dieses Artikels mit der „Achsenzeit“ bezieht) war übrgens ein strammer „deutsch-Nationaler“, dem eine von ihm angestrebte weitere Karriere während der damaligen Nazi-Zeit (3.Reich) nur deshalb verwehrt wurde, da er mit einer Frau jüdischen Glaubens verheiratet war.
    Ob sich ausgerechnet solche Leute für zukunftsweisende Prognosen eignen, sei ‚mal dahingestellt.

    Mit Grüßen
    Flash

    • Ich seufze leise und verweise einfach mal darauf, daß es sich hierbei schlicht wieder um ein „argumentum ad hominem“ handelt.

      Es wäre einfacher, wenn Sie mal erkären würden, wen oder was Sie denn überhaupt so als „wissenschaftlich“ anerkennen möchten?
      Und wissen sie eigentlich, wie viele Historiker – auch und gerade im angloamerikanischen Raum – das Konzept von Jaspers „Achsenzeit“ übernommen haben?

      Noch einmal: Die Tatsache, daß einem die Lebensumstände irgendeiner Person ncht gefallen, macht die Arbeiten oder die Ergebnisse der Forschung solcher Leute nicht wertlos. Das ist kein sachliches Gegenargument. Nietzsche war frauenfeindlich, Kant auch, Schopenhauer sowieso. Newton glaubte an Gott und Alchemie – soll ich da als Agnostiker jetzt beleidigt die Gravitationstheorie als zweifelhaft bezeichnen?

      Man könnte ja anführen, daß Jaspers sich offenbar nicht von seiner Frau hat scheiden lassen, um dann Nazi-Karriere zu machen. Wenn es denn etwas mit der Sache zu tun hätte.

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