Lieb Vaterschland, magst unruhig sein

Ich habe mal einen afghanischen Schneider kennengelernt, der nach Deutschland geflüchtet ist. Er mußte seine Heimat verlassen, dieses seit 35 Jahren von Bürgerkriegen und Stellvertreterkriegen zerrissene Land, weil er es gewagt hat, sich in eine Frau zu verlieben, die dummerweise Christin ist. Was an sich vielleicht noch keinen Streß verursachen würde. Aber dieser Mann ist vom Islam zum Christentum übergetreten, um diese Frau heiraten zu können. Denn das Christentum verlangt natürlich, daß beide Ehepartner Christen sind. Ich hatte mal eine katholisch erzogene Freundin, dank derer ich mich etwas ausführlicher mit dem Katholizismus beschäftigt habe. Was soll man sonst tun, um sich auf ein Frühstück mit Eltern vorzubereiten, die einen nicht mögen und die beide katholische Religion unterrichten?
Jedenfalls kam mir da unter, daß ich selber zum katholischen Christentum hätte konvertieren müssen, wenn ich meine Freundin hätte ehelichen wollen. Aber das hätte ohnehin nicht funktioniert, denn ich war zu diesem Zeitpunkt zwar erst sechsundzwanzig, aber bereits ein geschiedener Mann. Und natürlich dürfen Geschiedene heute ja nicht noch einmal heiraten. Als wäre ich ein byzantinischer Kaiser und das würde irgendwen interessieren.

Diese Nebengeschichte erzähle ich nur, falls jemand irgendwelche Anmerkungen über die Intoleranz des Islam machen möchte. Ich persönlich halte mal überhaupt nichts von einem Gott, der mir vorschreiben möchte, wen ich wann heiraten darf oder auch nicht und wann ich denn jetzt meine Freundin wie zu vögeln habe – oder auch nicht. Das geht jeden Gott – mit Verlaub – einen Scheißdreck an, denn ich bin es, der geil auf meine Freundin ist und nicht Gott. Soll der alte Spanner sich einen Porno reinziehen, da gibt es genug von im Internet. Auch 1996 war das durchaus machbar, außerdem ist Gott ja allmächtig und so. Egal, welchen Namen er so trägt. Und falls Gott doch geil ist auf meine Freundin, gibt es entweder gepflegt eins in die Fresse von mir oder einen Dreier – kommt drauf an.
Mit diesen Grundhaltungen war ich natürlich bei den Eltern meiner damaligen Herzensdame enorm beliebt, das sollte recht klar sein. Meine erste Erfahrung mit religiösen Fanatikern stammt somit eindeutig aus Südhessen. Und es waren Christen. Aber weil ihre Tochter so eine großartige Frau ist und sich auch als lernfähig erwiesen hat – da darf sich jetzt jeder was dabei denken – ist sie die einzige meiner Ex-Damen, mit der ich noch gelegentlich Kontakt habe. Freundschaftlichen vor allem. Weil sie einfach sie ist.

Doch zurück zum afghanischen Schneider. Dieser Mann erzählte also, daß er zum Christentum konvertiert sei, um die Frau heiraten zu können, die er liebt. Das klingt jetzt unwahrscheinlich romantisch und im Grunde genommen ist es das auch.
Aber es ist dummerweise im Islam auch ein todeswürdiges Verbrechen. Das steht jetzt nicht direkt im entsprechenden heiligen Buch, dem Koran, ergibt sich aber wohl aus dem, was im Islam Hadith heißt. Das sind offizielle Sammlungen von Spüchen des Mohammed, also des ursprünglichen Mohammed, der mit dem Prophet-des-Herrn-Diplom im 7. Jahrhundert.
Da werden also Dinge aufgeführt, die der Mann gesagt hat oder gesagt haben soll. Außerdem Dinge, die er gemacht hat oder gemacht haben soll. Dummerweise ist das nun schon ein paar Tage her und was einer so gesagt oder gemacht hat, unterliegt dann manchmal doch starker Legendenbildung, der Korruption oder schlicht dem Wunschdenken des jeweiligen Schreibers oder der Person, die den Text gerade beim Schreiber bestellt hat. Da kann man bei Konfuzius nachschlagen. Oder auch bei Mao. Weiterlesen

Dark Age Donald

,,America was founded by slave owners

who wanted to be free.“

George Carlin

Gerade eben erst haben irgendwelche Polizisten wieder einmal zwei Schwarze über den Haufen geschossen, in Minnesota und Loisiana.
Es ist nicht der erste Fall dieser Art, nicht in den letzten Jahren und nicht in den letzten Monaten. Die Bewegung „Black lives matter“ hat sich nicht ohne Grund vor nunmehr drei Jahren gebildet, soviel ist sicher.
Grund damals war der Tod zweier Personen durch insgesamt 137 Kugeln diverser Polizisten. Melissa Williams und Timothy Russell wurden nicht einfach erschossen, sie wurden in einer geradezu absurden Bonnie-and-Clyde-Szene regelrecht hingerichtet, anders kann man das nicht mehr nennen. (*)
Da der Richter sich außerstande sah, herauszufinden, welche der Kugeln nun tödlich war, wurde keiner der insgesamt dreizehn schießenden Polizisten belangt. Selbst der nicht, der noch nachgeladen hatte, um dann auf der Motorhaube stehend alleine noch fünfzehn Schuß auf die beiden Insassen des Fahrzeugs abzugeben. Insgesamt schoß der Officer der Cleveland Police Michael Brelo, so der Name dieses Mannes, neunundvierzigmal auf die beiden Personen im Fahrzeug. Begründet hat er das vor Gericht damit, daß er Angst um sein Leben gehabt habe.
Ich persönlich hätte Angst, derartigen Psychopathen in Polizeiuniform zu begegnen, wäre ich Amerikaner. Glücklicherweise bin ich aber keiner.

Diesmal nimmt die Sache mit „Toter Schwarzer bei Verkehrskontrolle dank schießwütigen weißen Polizisten“ aber ein neues Ausmaß an. Kurz nach den tödlichen Schüssen, gefilmt mit Handy-Kameras und mehr oder weniger in Echtzeit ins Netz gestellt, bevor wieder irgendeine Behörde die Gelegenheit hatte, eine offizielle Geschichte zu verbreiten, schießt wieder jemand. In Dallas. Diesmal wird auf Polizisten geschossen, nicht von Polizisten. Der Täter wird dann durch einen Roboter getötet, der per Fernsteuerung und mit Sprengstoff beladen an ihn herangefahren wird. Knopfdruck. Bumm. Ende des Täters.
Der Polizistenkiller ist weiß, wohl ehemaliger Angehöriger der Streitkräfte, war in Afghanistan und kaum habe ich mich in meinem Kopf gefragt, wann wohl wieder der allseits beliebte Spruch vom „verwirrten Einzeltäter“ kommen wird, sagt Präsident Obama genau das.
Oder fast genau, denn er nennt diesen Typen konkret „verrückt“.
Offensichtlich hatte der Mann größere Dinge vor, denn später wird bekannt, daß er Sprengstoff und Munition gehortet hatte. Wäre der Mann Muslim gewesen, oder eben nicht weiß, oder womöglich beides – ich bin fest überzeugt, daß in den Medien darüber berichtet worden wäre, wie sich der Heimatschutz zusammen mit dem FBI um die Aufklärung des im Hintergrund vermuteten Terrornetzwerks bemüht. Doch in diesem Fall ist natürlich alles in Ordnng. Nur ein Verrückter, beinahe unehrenhaft entlassen wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung.

Unter Berufung auf die Einzeltäter-Hypothese spricht der Präsident der Vereinigten Staaten davon, daß das Land nicht gespalten sei und ruft gleichzeitig zur Einheit der Bürger auf. Er wiederholt diesen Appell, als bei landesweiten Demonstrationen Gewalt aufschäumt und es zu mehr als 200 Verhaftungen kommt.
Mehr Appelle folgen. Die Rede ist von Wunden, die man nicht so schnell heilen könne. Aber die Wunde, die da nicht heilen will, ist eigentlich bereits sehr alt.
Am Dienstag, in dem Moment, in dem ich dies hier schreibe, hält Barack Obama eine Rede in der Stadt, in der vor 53 Jahren einer seiner Amtsvorgänger erschossen wurde. Nur wenige Jahre danach verwandelte sich der de facto existierende Apartheids-Staat USA bei massiven Rassenunruhen in eine Kampfzone, in der ganze Stadtviertel eingeäschert wurden, nachdem der Bürgerrechtler Martin Luther King ermordet worden war.
Ebenfalls an diesem Dienstag kommt es zu einer Schießerei in einem Gerichtsgebäude in Michigan. Zwei Sicherheitsleute und ein Häftling beim Fluchtversuch sind die Toten. Diesmal kein Rassismus. Nur Alltägliches. Weiterlesen

Los jetzt – Panik!

Eine Woche. Eine Woche hat es gedauert nach den Anschlägen von Paris, um in Frankreich den Ausnahmezustand – der ja dem Namen nach eine Ausnahme darstellen soll – auf drei Monate zu verlängern. Es können jetzt also Menschen verhaftet, Wohnungen durchsucht, Kommunikationen abgehört und andere Dinge getan werden, ohne daß sich die Exekutive in irgendeiner Form von der Jurisdiktion behindern lassen müßte. Richtervorbehalte fördern den Terrorismus, klare Sache.
Damit sind übrigens auch alle Konzerte oder Demonstrationen bezüglich der UN-Klimakonferenz COP21 in Paris ab dem 30. November abgesagt, nur als Randbemerkung.

Auch ansonsten haben die üblichen Verdächtigen exakt das getan, was ich letzte Woche zart und zynisch angedeutet hatte. Der Chef der CIA, John Brennan, behauptet direkt mal, daß ja diejenigen schuld an Paris seien, die immer wieder so etwas Unwichtiges wie „Privatsphäre“ verteidigt hätten.
Brennan sagte auf Twitter wortwörtlich „privacy advocates“. Wer also nur darüber redet, daß eventuell dieser ganze Überwachungskram für unsere tollen westlichen Werte nicht ganz unbedenklich sein könnte, ist auf jeden Fall mal schuld. Woran auch immer.
Das liegt auf derselben Linie wie gewisse Kommentatoren der FAZ, nach deren Auffassung nicht diejenigen Hetzer sind, die Asylbewerberheime anzünden, sondern diejenigen, die für einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen plädieren. Also ich, zum Beispiel. Weiterlesen

Sith-Lords in Europa

„Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen.“
Ernst Benda

Deutschland hat Grund zur Freude. In all dem Gewurbel um irgendwelche Flüchtlinge geht völlig unter, daß die Waffengeschäfte ganz prima laufen. Schon jetzt haben wir alle mehr Waffen verkauft als 2014. Und zwar schon im ersten Halbjahr! Nein, ich habe keine Ahnung, wo ihr Anteil geblieben ist, aber das freut die Aktionäre der Rüstungsfirmen. Und die Vorstände. Und die Politiker, die Rüstungsfirmen im Wahlkreis haben, also den Herrn Kauder zum Beispiel. So rein gesamtstaatlich finde ich das eher ein wenig bedenklich, aber wer fragt mich schon?
Wobei ich da doch ein oder zwei Fragen hätte: Wer im Bundestag hat diese ganzen Exporte genehmigt und wer hat diese Leute eigentlich gewählt?
Und wo ist die großzügige Spende in gehobener dreistelliger Millionenhöhe, die Frau Bundeskanzlerin zur Bewältigung der Flüchtlingskrise von diesen Leuten doch sicherlich erheben möchte? Weiterlesen

Kurzmitteilung

Alltäglicher Wahnsinn

Jetzt ist es soweit. Die Menschheit hat endgültig den letzten Rest ihres mickrigen Verstandes verloren.
Es gibt demnächst dann eine App zum Bewerten von Menschen. Das hat der Welt gefehlt zu ihrer Rettung. Mobbing, allgemeine Herdenpanik und Genderwahnsinn go digital!
Die Fresse des Babysitters paßt dir nicht? Und direkt mal einen Einstern reingedrückt! Und morgen dann direkt noch mal. Und auch gleich noch der Nachbarin Bescheid sagen. Aber man kann negativen Bewertungen widersprechen! Was für ein Glück, sonst hätte das noch Streit gegeben womöglich.

Unter folgendem Aspekt wird das besonders witzig: Ein Schiedsgericht hat in Australien beschlossen, es sei „bullying“, wenn man seine Freundin, die auch Arbeitskollegin ist, auf Facebook unfriended.
Es gibt also eine einzige Funktion auf Facebook, die klar zum Ausdruck bringt ,,Hau ab, Arschloch!“ statt ,,Alle sind lieb“ . Wenn ich also das einzig Realitätsbezogene tue, das Facebook in seiner heile-heile-Plastikwelt dem User so darbietet, ist das irgendwas zwischen normalem Zickenkrieg, Mobbing und mit der Freddy-Krüger-Maske im Dunkeln auflauern. Auf jeden Fall gesellschaftlich relevant bestrafenswert, keine Frage! Und so eine Entscheidung stammt von einem Schiedsgericht. Das ist nichts, was in der deutschen Juristerei existieren würde, mehr so ein Nachbarschafts-Verdammungs-Rat auf ziviler Basis. Unglaubliche Scheiße! Weiterlesen

Kurzmitteilung

Blick über den Tellerrand

In Kalifornien ist es weiterhin dürr. To add insult to injury, wie man im Englischen so schön sagt, wird die Lage im wahrsten Sinn noch dadurch angeheizt, daß in dem Staat jetzt auch noch die Wälder brennen. Oder immer noch, wie man es nimmt.
Mehr als 3000 Feuerwehrleute sind im Einsatz, trotzdem drohen die Brände außer Kontrolle zu geraten. Der Gouverneur hat den Notstand ausgerufen.
Witzigerweise ist die Vorhersage, daß durch den ungewöhnlich starken El Niño, der sich im Pazifik zusammenbraut, die diesjährigen Winterregenfälle in Kalifornien recht ergiebig sein sollten. Aber damit ist halt aktuell noch nicht zu rechnen. Doch selbst wenn die Wetterfrösche hier recht behalten sollten, sieht die Zukunft Kaliforniens wohl eher trocken aus.

Auf der anderen Seite der USA, in New York, machen sich derweil alle Finanzjongleure in die Hosen, weil die böse Federal Reserve, also die Landeszentralbank, eventuell möglicherweise vielleicht dann doch jetzt am heutigen Donnerstag die Zinsen erhöhen könnte.
Das wiederum könnte die Weltwirtschaft erwürgen, denn natürlich investieren Firmen nur dann Geld, wenn sie auch günstig auf Kredite zugreifen können. Zumindest behaupten die Ökonomen das immer gerne. Komisch, da hätte die Weltwirtschaft in den letzten Jahren doch so richtig abheben müssen, denn billiger kann das mit dem Geld ja nicht mehr werden. Ich bin ja der Ansicht, daß die Fähigkeit unterbezahlter Amerikaner, sich Dinge leisten zu können, von Zentralbankzinsen recht unabhängig ist, aber ich bin ja auch kein Ökonom. Einer dieser vielen Ökonomen ist derweil der Meinung, daß die Weltwirtschaft auf die Pleite zusteuert und das Ganze nur ein ,,absurdes weltökonomisches Theater“ darstellt. Da bin ich ausnahmsweise mal fast einer Meinung mit dem Mann. Aber wieso ,,zusteuert“?

Kassandra sagt: Entweder wird Ms Jellen, die aktuelle Fed-Chefin, die Zinsen um 25 Basispunkte anheben und diesen Schritt noch vor Ende des Jahres wieder zurücknehmen. Oder es wird – total überraschend – keine Erhöhung der Zinsen geben. Ich tippe ja ganz konkret auf Tor 2. Dem Kapitalismus geht da ein wenig die Luft aus. Weiterlesen

Kurzmitteilung

Blick über den Tellerrand

Der Bürgermeister der größten Stadt im US-Bundesstaat Mississippi, der Hauptstadt Jackson, glaubt allen Ernstes, man könne Schlaglöcher in Straßen mit Gebeten bekämpfen und das natürlich erfolgreich.
Ich frage mich ja ernsthaft, wie irgendwelche Vollidioten immer wieder auf solche Ideen kommen. Wäre ich Gott, ich hätte einfach zuviel damit zu tun, mich um das Universum zu kümmern. Sonnen explodieren lassen, auf dem einen oder anderen Planeten mal ansagen ,,Let there be Evolution“, um den wissensbefreiten Kreationisten was zum Aufregen zu geben und solche Sachen. Aber Schlaglöcher? Echt jetzt?
Da würde ich den bekloppten Bürgermeister doch beim nächsten öffentlichen Auftritt publikumswirksam mit einem ordentlichen Blitz platzen lassen und dann mit unsichtbarer Hand in Blut an die Wand schreiben: ,,Erhöht die Steuern für die Reichen, ihr Penner. Wählt nicht immer so korrupte Arschlöcher und versucht es mal mit Instandhaltung. Das hilft!“ Amen, Brüder Und Schwestern.

In der Weltwirtschaft geht derweil auch alles seinen guten alten Gang, das Wachstum springt uns förmlich über den grünen Klee davon und…nein, Moment…falscher Planet.
In Wirklichkeit ziehen Investoren Summen in Billionenhöhe aus den ,,emerging markets“ ab, also den Börsen der Schwellenländer. Also das, was zu meiner Schulzeit die ,,Zweite Welt“ war, aber das darf man ja heute nicht mehr sagen. Drum schreibe ich es halt.
Auf jeden Fall sind in den letzten 13 Monaten 940 Milliarden Dollar an Investitionen aus den 19 größten Schwellenländern abgezogen worden. Weiterlesen

Big Mutti

52. Bundesstaat, Bananenrepublik Deutschland
Im Mai des 10. Jahres der Regierung von Herrscherin Merkel

,,Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht.“

Das hat die Eiserne Kanzlerin gesagt, also Frau Doktor Angela Merkel, falls das jemand nicht wissen sollte. Und zwar im Oktober 2013, dem achten Jahr ihrer glorreichen Regierung.
Anlaß zu dieser kanzlerlichen Empörung war damals die Tatsache, daß die NSA wohl auch das hoheitlich geschützte Merkelphone abgehört hat.
Frau Merkel hat sich also bereits vor 2 Jahren darüber aufgeregt, daß sie ebenso von der unheimlichen amerikanischen Staatspolizei abgehört wird wie 80 Millionen Deutsche auch. Die einzige der Wahrheit verpflichtete Tageszeitung in Deutschland hatte das damals sehr trefflich formuliert.
Diese Haltung ließ schon damals sehr gut darauf schließen, welche Wertschätzung die Bundeskanzlerin ihrem Wahlvolk so entgegenbringt.

Jeden anderen würde man für eine derartige kackdreiste Arroganz in den Arsch treten wollen, aber dummerweise hatte die deutsche BILDvölkerung© Frau Merkel ja gerade wiedergewählt, im September 2013. Man schaue mich jetzt nicht so vorwurfsvoll an aus dem Internet heraus – ich war es nicht. Und – Nein, ich habe auch die ehemalige SPD nicht gewählt beim letztenmal.

Was mir eine beruhigende Ausgangsbasis verschafft, um über die völlige Bewußtlosigkeit deutscher Politik in der Merkel-Ära ordentlich zu nörgeln.
Ach ja – ich sage übrigens ,,unheimliche“ Staatspolizei zur NSA, weil die ja nicht einmal mehr so tun, als würden sie sich für die Rechte anderer Staaten in irgendeiner Form interessieren oder als wären sie nicht für diese ganze Überwachung verantwortlich. Und das Gegenteil von ,,heimlich“ ist nun einmal ,,unheimlich“.

Noch im Wahlkampf hatte die Bundesregierung versucht, ein ,,No Spy“-Abkommen mit den USA abzuschließen und man hatte auch in der Öffentlichkeit alles getan, um den Eindruck zu erwecken, ein derartiges Abkommen stünde vor seinem Abschluß.
Jetzt – nur 2 Jahre danach – stellt sich heraus, was skeptische Menschen wie ich einer bin, schon damals vermutet hatten: Das war leider alles gelogen.

Big Mutti

Die Herrscherin der BRD (BananenRepublik Deutschland) läßt ihr wachsames Auge über ihre Untertanen schweifen auf der steten Suche nach terroristischer Staatsgefährdung. Dies alles nur zu unserer Sicherheit!

Gut, die Bundesregierung sieht das anders. Konfrontiert mit dem unglaublichen Vorwurf, gelogen zu haben, sagte Regierungssprecher Seibert neulich Folgendes:

,,Wir fühlen uns bestätigt“, erklärte er. Nach wie vor gelte, dass sich die Bundesregierung nach bestem Wissen und Gewissen geäußert habe.
Denn: ,,Die grundsätzliche Bereitschaft der amerikanischen Seite zu solchen Verhandlungen war der Bundesregierung zuvor in diversen Gesprächen und diversen Kontakten zwischen Vertretern beider Regierungen und ihrer Nachrichtendienste erkennbar geworden.“

Das ist doch großartig, oder?
Ich frage mich, welches Wort Orwell erfunden hätte, um das Amt des deutschen Regierungsprechers unter Angela Merkel zu beschreiben. Doppeldenk reicht da jedenfalls vorne und hinten nicht mehr aus. Merkel-Denk wäre möglicherweise eine brauchbare Steigerung.
Diese ,,vorhandene Bereitschaft“ – die man übrigens nur sehr wohlwollend in die Dinge hineininterpretieren kann, die amerikanische Offizielle zur Bundesregierung gesagt hatten – wurde damals in der Öffentlichkeit verbreitet mit:

,,Es wird ein No-Spy-Abkommen zwischen BND und NSA geben.“ – Steffen Seibert, Regierungssprecher, am 14. August 2013

Gehen Sie mal zu ihrem Finanzamt und erklären ihm, sie hätten eventuell die Absicht, vielleicht Steuern zu bezahlen. Ich bezweifle sehr stark, daß diese Erklärung bereits als getätigte Zahlung bewertet würde, geschweige denn, daß das Finanzamt das dann auch schon verbucht. Weiterlesen

Die geheimen Folterdrohnen der Demokratie

Seit einer Woche ist der Zerfall des Demokratischen, der zumindest einen kleinen Teil unserer Gesellschaft beschäftigt und besorgt, in eine völlig neue Phase eingetreten. Die Erbsenpistole der Demokratie, das Spiegel-Magazin, kommt mit einem groß angelegten Enthüllungsartikel daher, in dem es um die Killerdrohnen der USA geht.

Tatsächlich sind die Vorwürfe, daß die alltäglichen Todesaktionen in Pakistan oder Afghanistan von Deutschland aus gesteuert werden, eigentlich nicht neu.
Schon in der vorletzten Sendung der ,,Anstalt“ im Staatsfernsehen, II. Kanal, war deutlich ein Herr von Wagner zu sehen, der ganz klar zum Ausdruck bringt, was man von so einem Vorgehen halten sollte. Das kann man sich HIER anschauen.

Ich möchte diese Fernsehsendung an dieser Stelle einmal ausdrücklich loben. Wenn das deutsche Staatsfernsehen überhaupt irgendeinen Existenzgrund hat, dann ist es diese Sendung. Beim Spiegel stehen die dort erwähnten Tatsachen dann auch weiter unten, etwas verschämt aufgeführt. Vermutlich, um den Anschein von ,,Qualitätsjournalismus“ zu bewahren.

,,Berlin allerdings behauptete stets, man habe keine Kenntnis über die Aktivitäten der Amerikaner.“

So ist es da zu lesen.
Dieser Satz ist völlig richtig und es hat auch einen Grund, warum die beste Bundesregierung seit der Wiedervereinigung keine Kenntnis über derartige Aktivitäten hat. Das liegt schlicht und einfach daran, daß sie die Amerikaner gar nicht erst gefragt hat. Wer nicht fragt, bleibt nicht nur dumm, er kann auch besonders dumme Dementis herausbringen. Weiterlesen

Kurzmitteilung

Blick über den Tellerrand

Da ich es im letzten Hauptbeitrag ja gerade davon hatte, mit Finanzsystem und so: In der Schweiz verweigert eine Bank jetzt einem Pensionsfonds die Bargeldauszahlung.
Die Fondsmanager hatten sich überlegt, daß Negativzins ja doof ist und deshalb beschlossen, mal diverse Millionen einfach in die Socke zu packen, also in den Tresor. Die Bank hat das Kundenansinnen geprüft und abgelehnt, so nach dem Motto: ,,Da könnte ja jeder kommen.“
Scheinbar handelt sie dabei auch mit Rückendeckung der Nationalbank, denn die möchte nicht, daß Bargeld in großen Mengen gehortet wird, um dem Negativzins zu entgehen. Hochinteressant!
Das passiert, wenn in einem Geldsystem wie unserem irgendwelche Personen ,,ihr“ Geld haben wollen. Eigentlich geht man immer davon aus, daß ein sogenannter Bank Rush von Privatpersonen ausgeht, aber das muß nicht so sein. Sollte Negativzins für Privatpersonen in Deutschland eingeführt werden, werde ich mein Geld notfalls mit der Mistgabel abheben. Da könnte ja sonst jeder kommen.
Vielleicht überziehe ich aber auch mal so richtig fett in den Dispo rein, denn eigentlich müßte mir dann ja meine Bank 12% Zinsen da drauf zahlen. Zumindest nach der Logik von negativen Zinsen.

Im letzten Flame hatte ich mich ja kurz über Herrn Oettinger, dessen geistige Inkapazitäten, Datenschutz im Zeitalter der VDS und digitale Bürgerrechte ausgelassen. Zu Recht, wie sch herausstellt.
Der EU-Rat hat sich vom Prinzip der Datensparsamkeit verabschiedet und schlägt der Kommission im neuen Entwurf zur Datenschutzverordnung vor, daß die ,,legitimen Interessen“ von Firmen und Ämtern an Personaldaten vor den Interessen der Personen rangieren sollen. Wobei ,,legitim“ natürlich auch Direktmarketing oder so heißt. Alles, was Wirtschaftsinteresse sein könnte, darf also massiv Daten sammeln. Großartig.
Merke: ,,Datenschutz“ in Europa heißt also, daß man die Daten davor schützen muß, nicht herausgegeben zu werden.

Wer gerne Plätzchen oder Kuchen backt, sollte sich vielleicht demnächst mit Mandeln eindecken, die könnten bald sehr teuer sein.
Die sogenannte Dürre im Südwesten der USA führt dazu, daß sich die Leute schon gegenseitig Wasser klauen.
Jetzt besteht dieser Teil der USA aber nun mal auch aus Kalifornien und damit aus dem Central Valley. Von hier kommt der Löwenanteil an Obst und Gemüse für den US-Markt. Und außerdem 80% aller Mandeln weltweit.
Die Kommunalbehörden wollen jetzt Bußgelder erhöhen. Es gibt übrigens seit Jahren im Großraum L.A. Maßnahmen, die Hausbesitzer belohnen, die ihren grünen Golfrasen durch einen Steingarten ersetzen und solche Dinge.
Ach ja, ich formuliere deswegen ,,sogenannte Dürre“, weil der Südwesten der USA schon immer aus Wüste und Halbwüste bestand.
Das ist keine Dürre, diese Region kehrt nach einem wohl ungewöhnlich feuchten Jahrhundert zu ihrem Normalzustand zurück. Die exzessive Übernutzung von Grundwasser – einer fossilen Ressource in diesem Fall – für Agrarzwecke hilft dabei natürlich auch enorm.
Warum denkt eigentlich beim Thema ,,Völkerwanderung durch Klimaeffekte“ in den USA nie einer an die Bürger des eigenen Landes?