Der Rauch eines großen Brandes

”I can calculate the motion of heavenly bodies but not the madness of people.”
Isaac Newton

Das Rauschen der Autos klingt wieder wie Meeresbrandung auf Asphalt. Über den Schrebergärten hängt Rauch wie über der Innenstadt Londons im Jahre 1666. Oder über Rom, als Nero so schön die Laute gespielt haben soll. Ein warmer Tag. Wenn der Wetterbericht recht hat, der letzte warme Tag für eine Woche, weil es morgen um 15 Grad kühler sein soll. Deutschland nach Corona.
Wahrscheinlich demonstrieren irgendwo auch gerade einige durchgeknallte Aluhüte gegen den Wetterbericht. Wobei man klarstellen muß, daß es sich bei den Demonstrationen in Stuttgart oder Berlin und anderswo nicht um rechte Veranstaltungen handelt. Es handelt sich um eine Allianz des Schwachsinns.
Sehr viele der Menschen, die da demonstrieren, fabulieren etwas von einer Impfpflicht. Nicht etwa, weil sie sich davor fürchten. Sondern deshalb, weil in ihrem Weltbild Impfungen eine wirkungslose Vergiftungsstrategie der Pharmamafia sind. Da gibt es Leute, die eher an Echsenmenschen im Inneren der Hohlerde glauben – die natürlich flach ist – als daran, daß Viren existieren. Sätze wie „Ich glaube nicht an Corona!” sind ein klares Zeichen für völlige Hirnfreiheit und würden die entsprechende Person im Normalfall augenblicklich auf die aussichtsreichen Plätze zum Sieg beim Darwin Award katapultieren.

Aber die ganzen Protestler vereinen einige Punkte. Sie betrachten sich als nicht von Ausbruch des Coronavirus SARS-CoV-2 betroffen, warum auch immer. Sie haben nach diversen Wochen angeblichem “Lockdown” massiven Budenkoller und wollen wieder raus. Übrigens etwas, das in keiner Gegend Deutschlands verboten war in den letzten Wochen. Außer in Berlin, und wer in Berlin raus will, leckt auch den Asphalt auf dem Ku’damm ab als Mutprobe.
Die Protestierenden würden auch gegen schlechtes Wetter demonstrieren, wäre das nicht offensichtlich nutzlos. Denn das Wetter interessiert sich dafür nicht. Das Coronavirus allerdings auch nicht. Ein weiterer Punkt ist also, daß die Demonstranten des Irrsinns sich ganz offensichtlich nicht als Teil der Gesellschaft begreifen, in der sie leben. Für sie hat die Welt so zu sein, wie sie das wollen. Was etwas schwierig ist, da die Welt in Wahrheit nicht von Echsenmenschen aus dem All beherrscht wird, Mondnazis nicht existieren und Bill Gates auch nicht vor hat, die Weltbevölkerung durch Impfungen zu vergiften.
Wenn Bill Gates die Weltbevölkerung reduzieren wollte oder sich zum Diktator ernennen lassen, würde er Windows abschalten und damit 80 Prozent der IT-Infrastruktur des Planeten. Twitter, Facebook, Amazon und Instagram würden ausfallen und die Intelligenzresistenten auf den Demos wären völlig aufgeschmissen, da sie dann ihr von Wahnvorstellungen geprägtes Weltbild nicht mehr von anderen Realitätsresistenten als die Wahrheit™ bestätigen lassen könnten.

Ich vermute stark, daß einige der Demonstranten gegen die Realität in einigen Wochen feststellen werden, daß das Coronavirus sehr wohl existiert, und zwar am eigenen Leib. Ich hoffe auch, daß alles dafür zuständige Personal so vernünftig sein wird, diese Leute dann im Krankenhaus in den Heizungskeller zu schieben und sie nicht auf Intensivstationen wertvollen Platz verschwenden zu lassen. Wie man sieht, wäre meine ärtzliche Ethik hier starken Belastungen ausgesetzt.
Besonders amüsant waren die Rufe „Nazis raus” auf einer Demonstration, die von den umgebenden, für Respekt, Meinungsfreiheit und Toleranz werbenden Grundgesetzverteidigern sofort niedergebrüllt und mit Todesdrohungen bedacht wurden. So sieht das Gesicht autoritären Respekts aus. Wer auf derartige Idioten Bock hat, sollte Wolfgang Kubicki um ein Autogramm bitten.
Auch hier zeigt sich ein verbindendes Element der Protestierer: Rationale Denkarbeit ist nicht so ihre Sache. Man distanziert sich nicht auf einer Demo, die größtenteils von antigesellschaftlichen Nazi-Wahnwichteln organisiert und besucht wird, von Nazis. Ich gehe auch nicht zum Reichsparteitag, um dort Flugblätter der Weißen Rose zu verteilen.

Die Anwesenden scheißen gemeinsam auf die sie umgebende Gesellschaft, während sie Solidarität mit ihrer Sache fordern. Wer der Überzeugung ist, sein Recht auf Freiheit beinhalte, daß andere Menschen von ihm angesteckt werden dürfen oder diese gefälligst zu Hause bleiben sollen, damit der geistige Ballonseidenadel sich zum Grillen im Park treffen kann, hat das Grundgesetz weder gelesen noch hat er es verstanden. So ziemlich jedes Grundrecht kann eingeschränkt werden. Von Artikel 10 GG ist beispielsweise nach Jahren der subversiven Unterwanderung durch fleißige Geheimdienste und deutscher Innenminister so gut wie nichts mehr übrig. Wenn ein Jura-Professor seine Studenten haßt, gibt er ihnen im Examen einen Fall mit Art. 10 GG in der Hauptrolle, wenn er nicht Kunst- gegen Religionsfreiheit abwägen läßt.
Über solche Dinge regen sich die ahnungsbefreiten Elendsgestalten auf ihrer Demo nicht auf. Sie fürchten sich davor, daß Bill Gates ihnen Chips einpflanzen möchte. Aber alle haben sie ihr Smartphone dabei.
Hinzu kommt, daß Arschlöcher dieses Kalibers hinterher im Park ihren Müll liegen ließen, denn Aufräumen kann immer irgendwer anders. Ist ja nicht deren Job. Im Grunde würden diese Gestalten nur deshalb im Park grillen, damit sie hinterher ihren Müll liegen lassen können.
Anschließend demonstrieren sie gegen die unfähige Stadtverwaltung und wollen Ausländer einfliegen lassen, die den Dreck wegräumen, damit sie sich darüber beschweren können, daß diese ihnen die Arbeit wegnehmen.
Nein, die armseligen Protestler sind keine Front aus Spartanern an einem Bergpaß, die sich gegen eine Invasion des Bösen verteidigen. Sie sind verzogene Blagen an der Supermarktkasse, die sich protestierend auf den Boden werfen, weil sie gerade ihr Eis haben fallen lassen und es kein neues gibt. Natürlich kann man jetzt mit müsligenährter Geduld auf Malte-Torben einreden und ihm für den Abend ein schönes Quinoa versprechen. Man könnte sich die Göre aber auch einfach unter den Arm klemmen und die nächsten zwei Wochen dummerweise keinen Bock haben, irgendwelches Eis, Schokolade oder sonstigen Mist zu kaufen.
Oder das Kind liegen lassen, während es auf den Boden trommelt und versuchen, auf dem Supermarktparkplatz heimlich zu entkommen, bevor jemand das Nummernschild erkennen kann, während man noch mal über diese Sache mit der Vasektomie und der Überbevölkerung nachdenkt.

Glaube ist keine Kategorie, die ein Virus in irgendeiner Form beeindruckt. Ich glaube auch nicht an Schwerkraft. Oder Mathematik.

Es gibt noch einen Punkt, der die Vollpfosten auf den Demos in Stuttgart und Berlin verbindet: Sie alle glauben ernsthaft, es ginge bei den gesamten Anti-Corona-Maßnahmen nur um sie. Menschen, die von der Gesellschaftsordnung des Grundgesetzes nicht das Geringste halten, versammeln sich in der Öffentlichkeit zu einer Demonstration, um gegen die angebliche Abschaffung von Grundrechten zu pöbeln, die sie selber allen anderen in der Gesellschaft nur zu gern wegnähmen, hätten sie etwas zu sagen. Zutiefst antidemokratische Gestalten demonstrieren dafür, bald wieder gegen die Gesellschaft demonstrieren zu dürfen, während sie gleichzeitig behaupten, brutal unterdrückt zu werden. Dümmer geht’s kaum noch. Zumindest, solange Christian Lindner nichts dazu sagt.
Es ist exakt dasselbe Syndrom wie beim pathologischen Narzißten Trump, der ebenfalls immer fest davon überzeugt ist, Dinge geschähen nur, um sein Genie und seine gottbeseelte Führerschaft in ein schlechtes Licht zu rücken. Alles dreht sich immer nur um ihn. Das ist natürlich auch richtig, denn auf Planet Trump gibt es nur einen einzigen Bewohner. Darum ist Trump auch immer und in allem der Beste.

Tatsächlich aber geht es überhaupt nicht um Donald Trump. Oder einen der Aluhutschwurbler vor dem Reichstag. Oder um mich. Es geht in Sachen Pandemie immer um alle anderen. Man nennt dieses für einige humanoide Gestalten offenbar unverständliche Konzept Gesellschaft.
Diese Gesellschaft wird es zunehmend schwer haben, gegen den grassierenden Wahnsinn und die Wahnsinnigen, die ihn verkünden oder fordern, als Ganzes zu bestehen. Ihre Art der angeblichen Demokratieverteidigung demontiert schlicht und einfach die Reste der Demokratie für alle anderen, die eben nicht den Aluhut aufhaben.

Vor wenigen Wochen warf die Zentralbank der USA, die FED, direkt über dem Börsenparkett eines der inzwischen berühmten Hilfspakete ab. Clusterbomben im Wert von 1,5 Billionen Dollar gingen auf verarmte Börsianer nieder, auf daß sie ungehindert damit fortfahren können, den Reichtum derjenigen absurd zu vermehren, die ohnehin bereits über absurde Mengen davon verfügen. In den allermeisten Fällen sind es geliehene oder fiktive Mengen an Reichtum, aber was soll’s?
Ungefragt senkte die Bank auch die Leitzinsen vor dem eigentlichen Termin ab. Ein paar Tage später strich sie die ganz. Dazu kamen Kreditzusagen von weiteren vier Billionen Dollar. In diesem Artilleriegewitter und dem Dröhnen der Finanzbomber ging völlig unter, daß die FED den Interbankenmarkt bereits seit letztem Oktober wieder künstlich beatmet. COVID-19 bietet nur die Gelegenheit, jetzt wieder so richtig in die Tasten zu greifen.
Dazu kommt ein Paket von 2,2 Billionen Dollar, das vom Kongress beschlossen wurde. Für kleine und mittelständische Unternehmen, plus der berühmte $1.200-Scheck für jeden US-Haushalt. Leider haben sich bisher vor allem Fracking-Ölfirmen an dem aufgestellten Topf mit Gold bedienen können. Der Scheck ist noch immer nicht bei den Amerikanern eingetroffen. Vermutlich, da Donald Trump unbedingt seine Unterschrift darunter gestempelt haben wollte, was die Sache leider verzögert.
In Deutschland sieht es nicht anders aus. Abgesehen davon, daß es keinen Scheck für die Haushalte gibt. Oder das griechische Restaurant von nebenan. Dafür gibt es Geld für die Lufthansa, VW, BMW oder die TUI. Deutschlands Politik rettet also den Verbrennungsmotor, den Massentourismus und die Luftfahrt. Symbolischer hätte man kaum ausdrücken können, daß man nichts verstanden hat und einem die Zukunft als solche vollkommen am Arsch vorbeigeht. Denn erstens zahlen diese Konzerne gerne keine Steuern und zweitens handelt es sich um Branchen, die federführend verantwortlich sind für den Ausbruch einer Pandemie wie COVID-19.

Bild 1: Arme Irre.
Demonstranten in Melbourne, Australien protestieren gegen die von Satan eingefädelten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Diese Leute halten das Virus ernsthaft für eine Erfindung. Sie halten auch viel CO2 für gut für die Menschheit. Man muß einfach nur nicht an das glauben, was die gekaufte Lügenpresse erzählt. Arme Irre in der Bevölkerung sind kein spezifisch deutsches Problem. Ignoranz, wie Thomas Gray sagte, ist kein Segen. Sie ist gefährlich.
Photograph: Scott Barbour/EPA
QUELLE

Gleichzeitig ist das einzige, was dieses fragile politische und finanzielle Finanzsystem zusammenhält, das Vertrauen auf seine angebliche Rationalität. Völlig rational hat auch schon der wochenlang in der Corona-Versenkung verschwundene Möchtegern-Kanzler des Mittelstands, Friedrich Merz, am Freitag dieser Woche verkündet, man dürfe jetzt auf keinen Fall neue Steuern erheben. Die FDP und überhaupt der Chor der Marktradikalen stimmen fröhlich mit ein.
Warum sollte man auch eine Vermögenssteuer erheben bei erwarteten Steuerausfällen von mindestens 100 Milliarden. Herr Merz hingegen fordert, man müsse jetzt Subventionen des Staates prüfen. Klingt gut, ist es aber nicht. Denn damit meint er die vom Koalitionspartner, der ehemaligen spd, geforderte Grundrente, mit der diese darüber hinwegtäuschen möchte, daß sie 40 Prozent aller Arbeitnehmer ein Altersleben in Armut verschafft hat, um das Land auszuverkaufen.
Er meint damit auch Hartz IV, denn früher einmal, als er noch in der Politik tätig war, hat dieser Mann ernsthaft behauptet, 150 Euro pro Monat würden da schon genügen.
Was Mittelstands-Merz nicht meinte, sind Pendlerpauschale oder so etwas wie Kurzarbeitergeld für Konzerne, die gerade erst Milliarden an Dividenden an ihre Großaktionäre überwiesen haben. Würde man einer Frau Klatten 90 Prozent ihrer erhaltenen Zahlungen wegnehmen, als Sonderabgabe auf Vermögen oder Kapitalerträge, die Frau hätte immer noch 40 Millionen extra auf ihrem Konto gefunden vor ein paar Wochen. Ich persönlich käme damit über die Runden in diesem Jahr. Gut, ich müßte eventuell bei den Preisen für Austern, Schampus, Koks und Nutten ein bißchen aufpassen, aber das sollte gehen. Das sind die Dimensionen, von denen wir reden, wenn „Vermögen” erwähnt wird. Der normale Arbeitnehmer mit 150K pro Jahr, der immer glaubt, er sei damit gemeint, ist in Wahrheit vollkommen unerheblich.
Die fleißig Gewinne ausschüttenden Konzerne am Staatstropf haben im Vorjahr zweistellige Milliardengewinne verbucht. So wie im Jahr davor auch.
Fragt man einmal nach, warum denn der Staat jetzt 87 Prozent der Löhne bezahlt, ohne etwas dafür zu bekommen, antworten Ökonomen immer mit dem Argument, daß die Konzerne das Geld ja gar nicht hätten. Denn das haben sie investiert, ist ja klar.

Stimmt auch. Die Banken und Konzerne haben in den letzten Jahren, seit der Finanzkrise, in denen ihnen auch schon ohne Gegenleistung geholfen wurde, besonders gern eigene Aktien zurückgekauft. Das erhöht den Börsenkurs und somit die Boni des Managements. Ansonsten hat man das Geld irgendwo in die Finanzmärkte geschoben. An dieser Stelle kann ich getrost nach oben verweisen, auf Börsenparkett und Clusterbombing.
Ich finde, ganz im Sinne gern zitierter FDP-Politik, das Konzerne mal was zurücklegen und sich für Krisenzeiten absichern sollten. Privat, quasi. Man könnte auch von einem Laden wie BMW, der auf seiner Hauptversammlung Dividendenzahlungen beschließt, aber auch liquide Mittel von 19 Milliarden ausweist, einfach verlangen, daß der Konzern das Kurzarbeitergeld für seine Mitarbeiter bezahlen muß. So lange, bis diese Mittel aufgebraucht sind. Jedem ALG-II-Bezieher wird nämlich dasselbe zugemutet. Wer noch Bilder von Oma auf dem Speicher hat, muß sie verkaufen. Vermögen in bar darf man auch nicht besitzen. Sonst gibt es keine staatliche Hilfe. Manchmal möchte man doch ein Konzern sein.
Es ist nämlich nicht im Geringsten Aufgabe des Staates, irgendwelche transnationalen Konzerne zu retten. Aufgabe des Staates wäre es, sich um die Arbeitnehmer dieser Konzerne zu kümmern. Wenn man den Laden dazu eben als Konkursmasse aufkaufen muß, dann sei es so.
Und man erzähle mir bitte nicht, das sei ja diese total verbotene kommunistische Enteignung, die – ebenfalls nach Auffassung der FDP oder Wertlosunion in der CxU – nichts im Grundgesetz verloren habe. Im Gegensatz zur gern propagierten Meinung haben die Väter des GG diesen Passus extra hineingeschrieben, um dem Staat eine Möglichkeit zu geben, eine Vormachtstellung wirtschaftlicher Interessen im Zweifel zerschlagen zu können. Es ist also nicht so, daß Artikel 14 GG eine Enteignung verbietet, wie Laien das gern annehmen. Er erlaubt sie ausdrücklich.

In der Corona-Pandemie regen sich alle über die Jungs mit dem geistig durchgebrannten Sicherungskasten auf wie Xavier Naidoo. Oder diesen mir vorher glücklicherweise unbekannten Koch, Attila Hildmann. An diesem Mann kann man mal sehen, was vegane Ernährung so anrichten kann. Für letzten Freitag hat er zusammen mit seinen Kollegen von Aluhut e.V. die neue Weltordnung verkündet. Die NWO, die Neue-Wahnwichtel-Ordnung, sieht unter anderem Zwangsimpfungen für alle vor. Leider gibt es bisher weder gegen COVID-19 noch gegen grassierende Blödheit eine Impfung. Besonders letztere wird noch dringender gebraucht, da ist seit Jahrzehnten Krise auf diesem Planeten.
Jedenfalls fiel die Machtübernahme der Echsenregierung aus der Hohlerde leider aus. Im Vorfeld sah sich der zunehmend als behandlungsbedürftig erkennbare A. Hildmann genötigt, auf den antisozialen Medien lautstark zu fordern, dieses Land brauche mehr Eier.

Wissenschaft war noch niemals eine demokratische Mehrheitsveranstaltung. Journalismus auch nicht. Fakten sind nicht verpflichtet, einem zu gefallen.

Wenn einem ein veganer Koch etwas von Eiern erzählen will, sollte man spätestens wissen, wer da über den Rand der flachen Erde gefallen ist. Nicht hinterherlaufen ist in diesem Moment angesagt. Hinterherwinken ist die angemessene Reaktion.
Ich finde, diesen Kerl sollte man zusammen mit den anderen Idioten, bei denen ein Aluhut längst nicht mehr ausreicht, einfach des Landes verweisen. Die ganzen Superhelden, die ernsthaft behaupten, sie würden für den Erhalt von Grundrechten einstehen, die ihnen sonst in Bezug auf andere Menschen am Arsch vorbeigehen, indem sie ohne Maske auf Tuchfühlung rumdemonstrieren, sind einfach nur ein armseliger Mob, der es auch in Tausender-Stärke nicht auf die Intelligenz eines durchschnittlichen Marienkäfers bringt. Oder die Wichtigkeit und Systemrelevanz auch nur einer Pflegekraft im Krankenhaus oder Altenheim.

Es gibt kein Grundrecht darauf, andere mit seinem Arschlochverhalten möglichst großflächig zu gefährden. Ob jetzt in einer Tempo-30-Zone oder im Supermarkt. Ich lasse auch nicht als Entschuldigung gelten, daß man in einem zutiefst menschenverachtenden System großgezogen wurde.
Das bin ich auch und ich habe mich trotzdem nicht in eine hirnfreie Pöbelzone verwandelt. Wenn ich mich über Dinge aufrege, kann ich Quellen verlinken, die keine Drei-Stunden-Videos mit supergeheimen Geheimwissen sind, die von der Weltelite unterdrückt werden, aber auf Youtube rumdümpeln. Wenn Donald Trump, ein Mann, der ohne Landkarte seinen Hintern auf dem Klo nicht finden kann, behauptet, so etwas wie SARS-CoV-2 sei in einem chinesischen Labor zusammengebaut worden, während die WHO, das US-eigene CDC und alle anderen medizinischen Institutionen gleichzeitig zu dem Schluß kommen, es handle sich um eine natürliche Mutation, muß ich keine Sekunde nachdenken, welche Variante ich erst einmal als gegeben annehme.
Würde man dem nachgehen – man nennt so etwas  „Recherche” – könnte man herausfinden, daß es tatsächlich ein Biolabor der Stufe III in Wuhan gibt. Das streitet auch niemand ab. Meines Wissens haben die Chinesen das Ding da hingebaut, um den letzten SARS-Erreger zu analysieren, also SARS-2003. Die höchste Biostufe ist übrigens IV. Aber natürlich ist das viel zu mühselig in heutigen Zeiten. Da ist so ein Post auf Facebook oder Twitter, der von irgendeinem Halbaffen mit acht Ausrufezeichen versehen wurde, viel schneller geteilt. Hinterher muß es auch automatisch die Wahrheit sein, ist ja von vielen geteilt worden.
Gleichzeitig erfüllt Donald Trump denselben Zweck wie die peinlichen Humanoiden, die eine Mundschutzpflicht ernsthaft in eine diktatorische Freiheitsbeschneidung umdeuten. Die permanenten Schuldzuweisungen aus dem Weißen Haus verhindern erfolgreich, daß die Welt der chinesischen Regierung einige berechtigte und überfällige Fragen stellt, was die Handhabung der Pandemie im eigenen Land angeht. Denn noch im Dezember wurden in China Ärzte und Journalisten, die die Alarmglocken zu läuten begannen, in guter alter Methodik mundtot gemacht und entlassen. Das hat natürlich die Bekämpfung der heraufziehenden Pandemie nicht gerade erleichtert, um es diplomatisch zu sagen. SARS-CoV-2 ist längst zu einem internationalen Politikum geworden. Chinas Parteiführung lacht in den letzten Wochen sicherlich herzlich über den nützlichen Vollidioten im Oval Office und seine „Pressekonferenzen”, die er als Ersatz für die Wahlkampfveranstaltungen benutzt hat. Natürlich hinter der Schutzmaske.

Bild 2: Irre, wie arm das ist.
Obdachlose werden Ende März 2020 in Las Vegas in Parkboxen verfrachtet, um sie zu schützen. Rührend, wie sich der Kapitalismus kümmert. Rundherum stehen derweil die Luxushotels in Sin City komplett leer.
Photograph: Steve Marcus/Reuters
QUELLE

Diese ganzen Kandidaten, die jetzt aus ihren Löchern auftauchen, brauchen keine Aluhüte mehr. Die brauchen Bleihelme. Ob sie jetzt Friedrich Merz heißen oder Wolfgang Kubicki, wir sollten sie gesellschaftlich ächten. Wenn sie dann wieder behaupten, man sei in der Merkeldiktatur nicht frei, sollten wir ihnen den Gefallen erweisen und sie rauswerfen.
Ich könnte mir Attila Hildmann prima als Ernährungsberater von Donald Trump vorstellen. Das paßt. Blackrock sitzt ohnehin in den USA. Und ein Kubicki würde in den USA mit Freude sehen, wohin eine Gesellschaft treibt, wie er sie in seiner völligen Ignoranz und bar jeglicher Empathie gerne auch in Deutschland hätte. In den Bürgerkrieg nämlich. Da kriegen dann die armen Idioten ihre Waffen von den Reichen bezahlt, um die Armen, die sich nicht wie asoziale Idioten verhalten wollen, ordentlich umzubringen, damit die reichen Arschlöcher weiter reich bleiben können.
In Wirklichkeit tut die aktuelle Pandemie nichts weiter, als unser angebliches ökonomisches System als das erbärmliche, menschenhassende und destruktive Konstrukt zu enttarnen, das es eben ist. In diesem System steigen an der Wall Street die Börsenkurse, nachdem 36 Millionen Amerikaner Arbeitslosenhilfe beantragen mußten. Mit der Begründung, daß man diese Welle jetzt überstanden habe, denn in der aktuellen Woche seien nur noch drei Millionen neue Anträge hinzugekommen, ein Bruchteil des vorherigen Wertes. Wenn das kein Grund ist, die Sektkorken knallen zu lassen.

Wenn der Markt wirklich irgend etwas regeln würde, wären sowohl FDP als auch CxU längst gemeinsam mit den traurigen Überresten des Kapitalismus im Massengrab verscharrt worden. Etwa um die Jahrhundertwende. Stattdessen werden die üblichen Verdächtigen versuchen, die ökonomischen Verwerfungen, die durch die Pandemie auf die Welt als Ganzes zukommen, durch die üblichen Rezepte zu bekämpfen. Sozialismus für die Reichen, Geld sparen bei allen anderen. Lemon socialism, wie man so sagt. Alle anfallenden Kosten werden schön externalisiert, wie immer. Denn wenn ein Friedrich Merz „Subventionen prüft”, wird dabei natürlich völlig überraschend herauskommen, daß systemrelevante Luftfahrt oder Ähnliches Unterstützung verdient. Egal, wie viele Leben das im Pöbel kostet, weil der nichts mehr zu essen kriegt. Wie in den USA eben. Oder in Großbritannien. Es ist kein Zufall, daß ausgerechnet in diesen beiden Staaten das Coronavirus die Verwerfungslinien in der Gesellschaft so schonungslos offenlegt.
Außerdem muß irgendwer schuld sein, wenn die Zeitrechnung „nach Corona” erst einmal wahr werden sollte. Wahrscheinlich die Grünen, wenn sie statt Braunkohle lieber zukunftsfähige Technologien fördern möchten. Oder Radfahrer. Oder Blogger am Rande der Gesellschaft in ihrer Bambushütte.
Letzten Endes müssen Menschen das an der Wahlurne regeln. Wobei sich die Frage stellt, ob Wahlen in einer Demokratie überhaupt etwas bringen, wenn doch immer die falschen Eidechsen ans Ruder kommen. Womit weitere Steine den Hang hinunterrollen.

13 Comments

  1. Obwohl Angehöriger des durch Covid-19 gefährdeten Personenkreises nehme ich an, dass ich noch nicht ganz der Verblödung anheim gefallen bin und noch einigermaßen in der Lage bin, den gerade gelesenen Kommemtar zu analysieren.
    Mir ist dabei – ich frage mich, warum eigentlich – der 2CV eigefallen, den ich auch noch im besten Mannesalter gerne gefahren habe. Dieses Auto hat nicht nur mir, sondern auch meinen Kindern viel Spass bereitet. Mein Urteil als Techniker sah allerdings so aus, daß sich in diesem Gefährt Genie und Wahnsinn wohl einträchtig vereint hätten.
    Wenn ich mich richtig erinnere, soll der Wahnsinn ja der Bruder des Genies sein(oder so ähnlich). Ist der Bruder des kühl und emotionslos analysierenden Verstandes die hysterisch schreiende gedankenlose Dummheit, wenn auch gepaart mit einer exzellenten „Schreibe“?
    Bricht diese dann bei einem passenden Anlass partiell hemmungslos durch?
    Für mich ein bisher ungeklärtes Rätsel! Zur Erklärung brauche ich wohl einen guten Psychologen?!?

    MfG Rainer

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    1. Ich verweise auf den Hinweis-Tag “Flame”, der einen gewissen Stil vorausahnen läßt. Selbstverständlich ließe sich auch kühl-analytisch über die aktuelle Invasion der Aluhüte berichten.
      Aber das wäre langweilig, ganz besonders für den Autor, der diese peinliche Hysterie misinformierter – oder uninformierter – Verschwörungsveganer ertragen muß. Im Grunde hätte auch das Zitat eines großen – und keinesfalls dicken – Philosophen genügt: »Die spinnen, die Protestierer!«

      Das mag etwas pauschal geurteilt sein, aber ich verweise auf die ersten Absätze. Jede Einstufung des Textes als gedankenlos oder dumm weise ich zurück mit dem klaren Argument: Das glaube ich anders.
      Möge der Montag mit Ihnen sein!

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  2. Ich würde diese Protestler auch in die Schublade “Gelbwesten” (Verlustverängstigte) stecken.
    Diese werden sicher immer mehr und lauter…aber bringen tut das alles nüschte.
    Lustig finde ich, dass wir Endkapitalismus-Kritiker ebenfalls als Aluhüte verschrien werden.

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    1. Lustig finde ich, dass wir Endkapitalismus-Kritiker ebenfalls als Aluhüte verschrien werden.

      Ach, komm jetzt. Als jemand, der auf diesem Gebiet schon länger tätig ist, sollte man das doch gewohnt sein. Ob du jetzt mieser Stalinistenkommunist, Faschist oder Gelbaluhut bist, wenn du bei nüchterner Analyse auf Punkte kommst, die der herrschenden Ökonomie zuwiderlaufen, ist doch schnuppe.
      Leute anständig bezahlen oder sow as wie ein BGE kommt niemals nicht in Frage. Lieber werfen wir ein Dutzend Milliarden über der Lufthansa ab. Bei Grundrente muß Bedürftigkeit bis in die letzte Tasche geprüft werden. Bei 500 Millionen weggeblasener Mautverträge oder Milliarden Kurzarbeitergeld für steuerprellende Konzerne nicht. Oder Hamburger Bankhäusern. Oder…ich trink jetzt mal ‘nen Tee 😀

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  3. MIR macht das überhaupt nichts aus, im Gegenteil und wie geschrieben: Es belustigt mich.
    Einen noch lächerlicheren Kindergarten, der voll gegen die Wand fährt, kann man sich nicht mehr vorstellen.
    Noch etwas abwarten und Tee trinken, die Zeit läuft für uns(Genügsame, naturliebende Allrounder).

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    1. Tee wird in Zukunft sehr viel teurer werden. Es ist nicht alles schlecht an globaler Wirtschaft 😀

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      1. …oder zugeteilt in homöopathischen Dosen, da sich die Währungen und Anlagen mit dem Kollaps des Systems in Luft aufgelöst haben.
        Aber bspw. Hagebutten-, Pfefferminz- oder Wildkirschtee schmecken doch sowieso viel besser. Ok, als Koffein-Junkie muss man dann halt drogentechnisch umschulen oder eben kürzer treten.

      2. Ich habe früher auch kannenweise dem Koffein in mich reingeschüttet. Umstellen geht 😉

  4. Was ist denn hier auf einmal los?!
    Ich habe zwar keinen ‘Anspruch’ darauf, mich hier bestätigt zu sehen – aber dieser Artikel beißt sich mit meinen Empfindungen derart, dass es schon fast an kognitiver Dissonanz grenzt.
    Bis genau eben hatte ich diesen Artikel gelesen: https://www.rubikon.news/artikel/staatlicher-psychoterror
    Und dann dieser hier. Nasser Waschlappen mitten ins Gesicht, um den Autor mal zu zitieren…

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    1. Nasser Waschlappen erfrischt und macht sauber und wach. Außerdem entknittert er die Gesichtsfalten und hilft so, die Welt zu verbessern, weil sich dann keiner mehr erschreckt, wenn der Waschlappenbenutzer sein Heim verläßt. Mit Maske, versteht sich.

      Wer SARS-CoV-2 nur als einen “weiteren Virus, der Atemwegserkrankungen verursacht” betrachtet, darf das gern tun. Allerdings muß ich ihm dann medizinische Ahnungslosigkeit unterstellen und auch, die zahlreichen Quellen der letzten Wochen nicht gelesen zu haben. Kassandra hat übrigens auch mal Medizin studiert.
      Und wie es ein “erpresserisches Geschäftsmodell” sein soll, die Geschäfte zu schließen, weiß vermutlich auch nur der Autor des erwähnten Artikels.

      Mein Hinweis: der Laden nennt sein Produkt “Rubikon”, da seine Autoren diesem geistig meist schon lange den Rücken zudrehen, nachdem sie ihn überquert haben. Ich weise auch darauf hin, daß ihm Taka-Tuka-Land der Diktaturgläubigen fleißig demonstriert wird und solche Artikel erscheinen. In meiner Diktatur wär’ das ja anders.

      Die gesamte Gesellschaft ist also dabei, sich in eine Sekte zu verwandeln? Echt? Global? Alles Geisterfahrer?
      Ich erhebe die zweifelnd die linke Augenbraue. In einem hat der Autor allerdings recht: Manche Menschen brauchen dringend psychologische Hilfe in Sachen Corona.

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      1. Habe mir den verlinkten Rubikon-Artikel gerade mal zu Gemüte geführt. Ich muss ehrlich zugeben, ich habe von einem Autor, der vollständige Sätze formulieren kann, selten so einen unvermengten Schwachsinn gelesen. Ich würde gern herzlich darüber lachen können, allein bereits das höhnische Grinsen bleibt angesichts des offenbarten intellektuellen Abgrunds in den Mundwinkeln stecken. 🙁

  5. Dank einmal mehr für einen exzellenten Rant, der treffend auf den Punkt bringt, was ich in die Tastatur zu tippen zu faul, im Grunde meines Stammhirns aber vor allem nicht wortgewandt genug bin. :top:

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