(K)ein Schiff wird kommen

,,It’s a kind of magic.“
Queen

Menschen wiederholen gerne Dinge, die sie gesehen haben. Sie haben gesehen, wie andere Leute diese Dinge tun und wie diese Handlungen ein bestimmtes Ergebnis hervorbrachten. Sie haben nie kapiert, was da eigentlich vorgeht, denn den Nachahmern fehlt jegliches technologisches Verständnis.
Da werden Türme aus Holz aufgebaut. Menschen roden den Dschungel, um eine freie, gerade Fläche zu erhalten. Der Typ auf seinem Holzturm trägt etwas, das aussieht wie große Kopfhörer und aus Stroh oder Gras geflochten ist. Oder aus Holz geschnitzt. Wiederum andere Typen stehen herum und wedeln mit großen Fliegenklatschen herum oder mit etwas, das aussieht wie zu groß geratene Tennisschläger.

Der ganze Tanz hat etwas völlig Absurdes. Bis einem klar wird, daß die gerodete Fläche eine Landebahn ist. Der Kerl auf dem Holzturm trägt tatsächlich Kopfhörer und spricht tatsächlich nicht in eine Rübe, die er in der Hand hält, sondern ein Mikrofon. Die Wedler auf der Landebahn sind dabei, einen Piloten einzuweisen. Diese Leute wiederholen nichts weiter als alle Aktivitäten, die sie einmal beobachtet haben, als es tatsächlich einen Flughafen gab, auf dem Maschinen starteten und landeten. Amerikanische Maschinen, den Bauch voller Versorgungsgüter aller Art. Materielle Konsumgüter aus einer industrialisierten Welt jenseits des Wassers, von der die Vorfahren der Rumwedler nichts wußten.

Was ich beschrieben habe, existiert tatsächlich. Anthropologen nennen das einen Cargo-Kult.  Auf einer Handvoll Pazifikinseln finden derartige Zeremonien tatsächlich statt.
Denn die Einheimischen sahen damals, im Zweiten Weltkrieg, die großen Metallvögel der Amerikaner starten und landen und sie sahen die Palette an Gütern, die diese dabei hatten. Einige dieser Dinge müssen ihnen wohl gefallen haben, und was einem gefällt, hätte man gerne auch weiterhin zur Verfügung. So sind Menschen nun einmal.
Aber irgendwann war der Krieg vorbei. Die Notwendigkeit zur Unterhaltung staubiger Landebahnen auf irgendwelchen Inselchen mitten in der Wasserwüste Pazifik entfiel schlagartig. Somit verschwanden diese seltsamen weißen Menschen und ihre Metallvögel und kehrten niemals zurück. Ich schreibe extra nicht „Götter“, denn ich glaube nicht, daß die damaligen Insulaner Neu-Guineas die amerikanischen GIs für Götter gehalten haben. Götter bauen keine Latrinen, damit sie am Dschungelrand kacken können. Und nur weil Menschen womöglich Röckchen aus Bananenblättern tragen, sind sie nicht automatisch Vollidioten.
Für sie waren das nur komische Typen mit sehr komischer Hautfarbe und absurder Kleidung, die aber Dinge vom Himmel herab beschwören konnten.
Diese Dinge wiederum waren den Einheimischen oft sehr rätselhaft in ihrer Verwendung. Das ist nicht verwunderlich, wenn man sich einmal überlegt, wie viele Objekte einer industriellen Gesellschaft eigentlich bedeutungsloser Schnick-Schnack sind in einer Welt, die gerade keinen Krieg führt, über keine Luftfahrt verfügt und auch keine Dienstpläne kennt. So etwas wie eine Armbanduhr dürfte da so ziemlich den Nutzwert eines Plastik-Laserschwerts haben.
Erstmals beschrieben wurden die Cargo-Kulte im 19. Jahrhundert, damals kamen mit Schiffen auch Werkzeuge, die der Kopra-Verarbeitung dienen und über die die Einheimischen ebenfalls sehr verwundert waren. Heute weiß in der modernen Welt kaum noch jemand, was Kopra eigentlich ist, wenn er nicht gerade damit zu tun hat oder auf Kokos-Schokolade steht.
All diese seltsamen Werkzeuge und unerklärlichen Dingsbumse mußten also von den Göttern stammen, zu denen diese seltsamen Typen mit der falschen Hautfarbe offenbar besonders gute Kontakte hatten.

In völlig logischer Konsequenz zogen die Schamanen und Stammesältesten dann den Schluß, daß die Metallvögel etwas mit den beobachteten Handlungen zu tun haben mußten. Schließlich tauchten die ja immer dann auf, den Bauch voller seltsamer und manchmal eben auch nützlicher Waren. Also begann man, das Gesehene nachzubauen und nachzuahmen. In immer weiter perfektioniertem Ritual wurden ganze Flughäfen aus Palmblättern und Gras nachgebaut und dieselben Handlungen vollführt, die man bei den Weißen gesehen hatte.
Funkgespräche zur Einweisung der Piloten, Herumgewedel der Signalgasten auf den Landebahnen, Beleuchtung der Bahnen mit Fackeln in der Nacht.
Aber nichts half. Die großen Metallvögel und ihre Güter kehrten niemals zurück. Denn weitab vom Wissen dieser Menschen war weitaus mehr erforderlich für ihr Erscheinen. Ein globaler Krieg beispielsweise, geführt von Nationen mit technologischen Möglichkeiten, die die Vorstellungskraft der Inselbewohner bei weitem überstieg und aus Gründen, die diese Vorstellungskraft ebenfalls überstiegen. Zumindest hoffe ich das.

Trotzdem werden diese Rituale noch heute durchgeführt. Siebzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wedeln irgendwo Menschen mit Palmblätter-Signalpaddeln auf einer nachgebastelten Landebahn herum und irgendwer spricht sinnlose Worte in ein Rübenmikrophon auf einem Holzturm. Zwei Generationen nach der Landung des letzten Metallvogels versuchen die Nachfahren noch immer, neue Vögel herbeizubeschwören. Denn irgendwann muß es ja klappen. Wenn nur die richtigen Worte an der richtigen Stelle gesprochen werden, das richtige Wedeln gewedelt, die richtigen Fackeln entzündet sind, werden die geheimnisvollen Metalldinger zurückkommen.
Die eigentlichen Voraussetzungen für ihr Erscheinen haben die damaligen Beobachter nie verstanden. Sie haben nur die logistische Tätigkeit gesehen und ahmen sie nach. Und wenn trotzdem keine Metallvögel kommen, liegt es am Ritual. Die Fackeln stehen nicht gerade. Der Turm ist nicht hoch genug. Die Graskopfhörer sind nicht kopfhörerig genug. Was auch immer.

Wenn die Magie von Schamanen und Stammesführern nicht wirkt, kann es nicht an der Magie liegen. Es liegt immer am Ritual.

Aber auf keinen Fall ist es möglich, daß die Realität eben gar keine Metallvögel vorbeischickt, wenn man nur die richtigen Handlungen vollzieht. Es kann nicht sein, daß das, was man da tut, von vornherein sinnlos ist, weil die Schlußfolgerung, die die Vorfahren gezogen haben, von falschen Voraussetzungen ausgeht. Es kann nicht sein, daß die eigenen Annahmen über die Struktur der Realität falsch sind. Die Menschen haben damals genau diese Handlungen beobachtet und die Metallvögel kamen zuverlässig. Also muß sich dieses Ergebnis reproduzieren lassen.
Es ist schon erstaunlich, wie sehr magisches Wunschdenken Menschen beeinflußt, die nicht in einer hochentwickelten technologischen Kultur aufgewachsen sind wie wir, nicht wahr?

Ökonomen in aller Welt erzählen weiterhin vom Wachstum. Wenn es nur mehr Arbeitsplätze gäbe, auf denen Menschen arbeiteten, die natürlich auch nicht zuviel verdienen dürfen. Wenn die Rohstoffpreise doch nicht so niedrig wären. Wenn die Banken doch endlich die Güterwaggons voller Geld aus den letzten Jahren als Kredite in eine Wirtschaft fließen ließen, die diese Kredite benötigt.
Dann würde endlich alles gut werden. Die Wirtschaft würde wieder wachsen. Die Ökonomen könnten an ihre Universitäten zurückkehren, die unverschämten Protestler und Kultur-Hippies ignorieren, die überall aufgetaucht sind in den letzten Jahren – seien es die Idignados in Spanien oder die Occupy-Bewegung in den USA – und gelehrte Bücher darüber schreiben, warum diese seltsame Finanzkrise ein ganz ungewöhnliches und niemals wiederkehrendes Ereignis in der Wirtschaftsgeschichte ist. Beziehungsweise war, denn natürlich ist diese Krise ja vorbei.

Woher die ganzen Arbeiter eigentlich das Geld haben sollen, um die ganzen wunderbaren Dinge zu kaufen, die da produziert werden, ist vielen dieser Ökonomen schon nicht mehr so wichtig. Das diese Dinge zusätzlich teurer würden, wenn denn die Rohstoffpreise höher lägen, auch nicht. Die Preise sind zu niedrig, um vielen Firmen einen dauerhaften Gewinn zu ermöglichen, also müssen sie rauf. Denn nur dann, wenn ein Konzern genug Gewinne macht, stellt er auch Menschen ein. Immer. Stimmt doch? Oder?
Außerdem könnten ja die Arbeiter zum Erwerb der neuen Dinge einfach mal einen Kredit aufnehmen. Schließlich haben sie das immer getan und die Zinsen sind gerade ohnehin so sensationell niedrig – wie könnte man da keinen Kredit haben wollen?
Das sehr viele Menschen eben keine 20.000 Euro pro Monat dafür bekommen, daß sie lustige Zahlen in Excel-Tabellen hin- und herschieben, ist vielen Ökonomen da schon nicht mehr so wichtig. Solche wenig stichhaltigen Einwände werden gerne überhört.
Das Menschen sich Sorgen darüber machen könnten, daß sie ihre Schulden nicht bezahlen könnten, auch. Ist doch völlig absurd. Schließlich haben diese Menschen ja eine Arbeit und eine Arbeit wirft immer soviel ab, wie diese Menschen brauchen, denn ansonsten würden sie sich ja nach einer anderen Beschäftigung umsehen. Angebot und Nachfrage. Ein Konzern, der zu wenig bezahlt, wird bald keine Arbeitskräfte mehr finden. Stimmt doch? Oder?

Menschen treten vor Mikrofone und murmeln seltsame Dinge über den Zins von Zentralbanken. Alan Greenspan, jahrelanger Hauptmurmler der amerikanischen Zentralbank, ist wohl eines der berühmtesten Beispiele. Überall wird mit komischen Gegenständen gewedelt. Dem da beispielsweise:

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Das ist die sogenannte „Taylor-Regel“. Ich erspare mir und allen anderen die Erläuterung der einzelnen Parameter, schon weil ich das nicht könnte. Ich bin kein studierter Ökonom, deshalb ist meine spontane Reaktion auf dieses Gebilde deckungsgleich mit der sehr vieler anderer Menschen. Also etwa: „Was ist das denn für ein Scheiß?“ oder: „Oh Gott – Mathe!“
Was dazu führt, daß die Murmler, die solche Dinge von sich geben, dieses wunderbare Formeldings dann für uns übersetzen. Was sie natürlich wieder in einer Sprache tun, die man nicht versteht. Oft nicht einmal dann, wenn man studierter Ökonom ist.
Wie oft haben die gespannt lauschenden Profis mit dem Millionensalär nach einer ins Mikro geknödelten Ankündigung von Greenspan da gestanden und ein Gesicht gemacht, als hätte ihnen gerade jemand in die Eier getreten?
Dann haben sie sich angesehen und gefragt: „Erhöht er den Leitzins jetzt oder nicht?“
Die Taylor-Regel sieht nicht immer so aus wie oben. Sie kann in verschiedenen mathematischen Mutationen vorkommen und bleibt aber trotzdem weiterhin unverständlich, wenn man eben keiner von den genialen Schamanen unserer Zeit ist oder zumindest einer dieser subalternen Priester, also Finanzmathematiker oder so etwas.
Doch auch ohne ökonomisches Studium kann man herausfinden, was das magische Gekritzel denn bedeuten soll. Die Wahrheit lautet: Man schreibt diesen Spruch auf, um die Geister der Inflation zu beschwören, auf daß sie sich der Kontrolle des Zauberers unterwerfen mögen. In meinen Worten.
In ökonomischer Beschreibung dient die Taylor-Formel dazu, die Inflation zu kontrollieren. Was bedeutet, die Inflation soll unter Anwendung dieses Wissens so steigen oder fallen, wie die Herrscher der Finanzen das wollen. Denn nichts anderes bedeutet ja das Wort „Kontrolle“.
Mit dieser phantastischen Methode hat man es hinbekommen, das staatliche Defizit der USA inzwischen auf runde 20 Billionen Dollar anwachsen zu lassen, was etwa 107 Prozent des Bruttoinlandsproduktes entspricht. Somit bewegen sich die USA in einer Liga mit finanziell stabilen Ländern wie Italien und auch die griechischen Rückleuchten sind am Horizont durchaus deutlich zu erkennen.
Dank Taylor wissen wir ganz genau, daß Menschen und Staaten um so mehr Geld leihen und natürlich auch wieder ausgeben, je niedriger die Zinsen sind. Und da sie das Geld so nett ausgeben, erhöht sich somit dann die Inflation. Stimmt doch? Oder?

Was mich zu den Ökonomen zurückbringt, die sich darüber wundern, daß Menschen, die einen Job haben, keine Kredite aufnehmen, um das Geld dann auszugeben. Oder das Banken, die tonnenweise Geld haben, dieses nicht verleihen wollen.
Aber das kann natürlich nicht daran liegen, daß die Formeln nicht stimmen oder womöglich gar nichts mit der Realität zu tun haben. Oder – schrecklicher Gedanke – daß womöglich das Verhalten bestimmter Dinge gar nichts mit der ins Mikrofon gemurmelten Magie zu tun hat. Völlig ausgeschlossen!
Nein, natürlich liegt es an der Durchführung des Spruchs. Die Intonierung war nicht ganz richtig. Oder das Mikrofon falsch eingestellt. Oder es gab die falschen Drinks für die zuhörende Finanzmeute. Vielleicht muß man eine Inflationsrate von 4 Prozent statt von 2 Prozent als „Ziel“ festlegen. Es gibt immer ein Inflationsziel, denn wir haben ja alles unter Kontrolle. Man achte mal darauf bei der nächsten Verkündung der Europäischen Zentralbank und ihres Oberschamanen.
Keinesfalls kann es sein, daß die Magie wirkungslos ist und auch immer war.
Wir haben so etwas wie Taylor. Stimmt doch? Oder?

Während mich manchmal der starke Eindruck beschleicht, daß unsere Finanzbeschwörer und ihre politischen Priester sich nicht sonderlich von lustigen Eingeborenen unterscheiden – außer durch die Tatsache, daß Ökonomen und Politiker normalerweise keine Röckchen aus Bananenblättern tragen – macht die Weltwirtschaft derweil, was sie schon eine ganze Weile tut. Sie schrumpft.

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Im Januar dieses Jahres 2016 ereignete sich, von magischen Murmlern unerwähnt und vom Großteil der Welt unbemerkt, etwas geradezu Furchterregendes: Zwischen Europa und Nordamerika befand sich kein einziges Frachtschiff im Transit. Nicht ein einziges.
Das ist etwa das, was Roland Emmerich in seinem Film „The day after Tomorrow“ so schön beschreibt. Der wirtschaftliche Golfstrom zwischen den beiden größten Wirtschaftsmächten des Planeten kommt zum Erliegen. Die Eiszeit kann nicht mehr weit entfernt sein.
Mitte Februar fiel der sogenannte „Dry Baltic Index“ auf einen historischen Tiefststand von nicht einmal 300 Punkten. Dieser Index dient als Anhaltspunkt dafür, wie viele Frachtgüter auf den großen Seehandelsrouten weltweit so unterwegs sind und vor allem, was man so dafür bezahlen muß. Inzwischen liegt der Wert wieder bei über 900 Punkten, was alleine schon die Schwankungsbreite in der letzten Zeit verdeutlicht. Ein Patient mit derartigem Herzrhythmus hat ein schwerwiegendes Problem.
Vor dem Beginn der offiziell längst überwundenen Finanz- und Wirtschaftskrise hatte der Index seinen Höchststand bei 11.793 Punkten. Das war im Mai 2008. Im Dezember desselben Jahres, also nach der Implosion von Lehmann Brothers und bei Ölpreisen unter 25 Dollar, betrug der Indexwert dann noch etwa 660 Punkte. Allein aus diesen Zahlen kann man erschließen, wie unglaublich billig bereits seit Jahren Frachtkapazitäten im Seehandel über den Ladentisch gehen.

Während überall von den Ökonomen das Wachstumsbanner rausgeholt wird, man die verbesserten Arbeitsmarktzahlen aus den USA feiert und Hillary Clinton auf Stimmenfang geht, indem sie behauptet, Amerika sei halt schon immer Great gewesen und müsse es deshalb nicht wieder werden, zeigt sich anhand dieser Kostenentwicklung im Seehandelsverkehr, daß an all den magischen Ritualen etwas nicht zu stimmen scheint. Außerdem wird damit noch einmal der Effekt deutlich, den ich woanders schon einmal erläutert hatte.
Niedrige Preise klingt gut für den Normalverbraucher. Betrachtet man aber das größere Bild, ist das nur bedingt richtig. Dem siebtgrößten Frachtanbieter auf den Ozeanen der Erde hilft all das nicht mehr weiter. Wie ich auch schon einmal kurz erwähnte, ist die Reederei Hanjin aus Südkorea pleite.

Das erscheint solange nicht sonderlich bemerkenswert, wie man es losgelöst von allem anderen betrachtet. Eine Reederei geht pleite, was ist da schon dabei? Es gibt jeden Tag Firmenpleiten auf der Welt und manche davon sind eben größer als andere.
Ich finde es bemerkenswert, daß neulich vor nunmehr acht Jahren eine ähnliche Pleite eine andere Branche erschüttert hat. Die von Lehman Brothers nämlich. Der Untergang des Geldhauses war nicht der Beginn der Krise, die inzwischen medial namentlich mehrfach mutiert worden ist und die immer noch anhält, allen anderen Aussagen zum Trotz. Diese Krise begann bereits vor dem 15. September 2008. Die abfackelnden Finanztrümmer von Lehman waren nur das nicht mehr zu verbergende Zeichen, das hier eine Katastrophe stattfand. Konnte man vorher noch über die sich vermehrenden Anzeichen des nahenden Untergangs drüberspachteln, war das ab diesem Moment nicht mehr möglich.
Mit dem Untergang von Hanjin Shipping Co. Ltd., so der vollständige Name der Reederei, brennt eine ganz ähnliche Zündschnur. Aktuell hängen in 500.000 Seecontainern auf etwa 100 Schiffen Waren fest, deren Wert mindestens zwölf Milliarden Euro beträgt. Die Hafenmeister lassen die Schiffe der Gesellschaft nicht einlaufen und die Ladung löschen, denn sie wissen nicht, ob die Gesellschaft diesen Vorgang jemals wird bezahlen können. Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit dafür natürlich gering.
Ein weiterer Grund für das Verweigern der Anlandung sind die Mannschaften. Denn natürlich beschäftigt die Gesellschaft mit Sitz in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul nicht nur Südkoreaner an Bord ihrer Containerfrachter. Machen deutsche Reeder ja auch nicht. Grund: Globalisierung.
Wenn der spindeldürre Typ aus Liberia ein Kapitänspatent vorweisen kann, das gut genug gefälscht ist, oder der Kollege aus Südwestmarsupilamien nur zehn Dollar pro Jahr verdient, weil sie in dem Land von Photosynthese leben und nicht von was Eßbaren, dann werden diese Leute eingestellt. Das spart eben Geld.
Tatsächlich nutzen Reedereien gerne Briefkastenfirmen, wie sie die neulich durch die Presse geisternden Panama Papers deutlich enthüllt haben. Die ermöglichen es dann nämlich von vornherein, sein Schiff nicht unter der Flagge des eigenen Heimatlandes fahren zu lassen. Korrekterweise nennt man das Ausflaggen.
Ganz vorne bei deutschen Reedern dabei: Liberia, Antigua und Barbados und Malta. Ja, Malta, die Insel im Mittelmeer. Man muß nicht so weit schauen, um Briefkastenparadiese zu finden. Das spart ordentlich Kosten in Sachen Sozialversicherungen und anderem Zeug, wie beispielsweise lästigen Tarifverträgen mit Urlaubsregelungen oder so was.

Alle diese Leute würden eventuell in einem Hafen, in den ihr Schiff jetzt einläuft, an Land gehen wollen. Oder müssen. Denn auch das Personal an Bord der Containerriesen weiß nicht mehr, ob es bezahlt werden wird. Ist das nicht der Fall, bleiben diese Menschen an land zurück, ohne Job, ohne Geld und manchmal auch ohne Papiere, mit denen sie das Land wieder verlassen könnten. Darauf haben die meisten Staaten keinen Bock, denn womöglich müßten sie die Rückreise organisieren und dafür Steuergelder aufwenden.
Richtig unangenehm wird die Geschichte dann, wenn man das bedenkt, was ich sinnigerweise letzte Woche erwähnt hatte: Lockere 90 Prozent des Handels mit irgendwelchen Gütern laufen nicht etwa durch die Luft ab, sondern über die See.
Die globalisierte Warenwunderwelt des 21. Jahrhunderts besteht zum Großteil aus Lieferketten, die einmal um den halben Planeten reichen und die dann auch noch nach dem allseits beliebten Motto „just in time“ funktionieren. Lagerhaltung ist sowas von 1970, macht keiner mehr.
Was passiert, wenn dann alleine ein deutscher Zulieferer für einen Großkonzern wie VW rumzickt, hat man neulich erst gesehen. Dann stehen die Bänder in Wolfsburg still, einige zig tausend Menschen werden auf Kurzarbeit geschickt und der Konzern erwirkt einstweilige Verfügungen gegen seinen eigenen Geschäftspartner, um notfalls Zulieferteile vom Gelände weg beschlagnahmen zu können. Und dabei handelte es sich um eine Lieferkette innerhalb Deutschlands. Dieses Land hier ist eindeutig nicht 20.000 Kilometer groß von Ost nach West oder so.
Die Erde schon, und da eben Containerfrachter nicht fliegen, sondern schwimmen, und die verdammten Brocken oft zu groß sind für solche sinnigen Abkürzungen wie den Suezkanal, sind die Frachtlinien häufig auch länger als die erwähnte Strecke um den halben Planeten.

Globalisierung ist ein effizientes System. Also ein Kartenhaus, nur eben ein besonders hohes.

Die gesamte Branche wirft bereits die Hände zum Himmel und murmelt magische Sprüche, denn die Pleite der Südkoreaner bedroht wohl den „Black Friday“ in den USA. Das ist der Tag, an dem alle Amis frei nehmen und sich vor allen Warenhäusern – also WalMart-BigBox-Stores – versammeln wie die Jünger des Heiligen Steve bei Neuerscheinen eines weiteren iPhones, von heiliger Hand vom Himmel herabgereicht.
Ungelogen warten da Menschen, die offiziell erwachsen sind, vor einer Art gammeligem Netto auf Steroiden morgens um 3 Uhr darauf, daß das abgehalfterte Warenhaus seine Pforten öffnet, damit die meistens überfetten Exemplare des Homo sapiens USamericanus das Personal tottrampeln können, um auf irgendwelchen Wühltischen Billigmist zu kaufen, der ohnehin nicht länger als zwei Wochen hält.
Oder manchmal auch vier Wochen, denn dieser „Schwarze Freitag“ ist einer, wenn nicht der wichtigste Tag für den US-Einzelhandel. Die Dimensionen dieses Ramschverkaufs sind sowohl finanziell als auch sozial sehr beachtlich, denn viele Amerikaner sind auf die an diesem Tag gewährten Rabatte angewiesen.
Ansonsten gibt es nämlich vier Wochen später keine Geschenke unter dem vermutlich ebenfalls in China hergestellten Weihnachtsbaum aus ökologisch unbedenklichem Plastik.
Die gesamte Elektronikbranche ist derzeit in Aufruhr, denn die ganzen Spielekonsolen, von XBox One bis PS4, ebenso das in den USA ja deutlich billigere elektronische Geraffel wie Tablets, Laptops, Smartphones und Notebooks, liegt auf See fest und nicht etwa im Laden. Das wiederum ist schlecht für Firmen wie Samsung oder LG.
Auch die Fahrer irgendwelcher Trucks sind vermutlich wenig begeistert. Denn in den USA sind solche Menschen gerne das, was deutsche Ex-Sozialdemokraten eine „Ich-AG“ nennen würden, also arme Schweine, die ihre Selbstausbeutung optimieren müssen. Diese Leute haben den Truck gekauft, mit dem sie da rumfahren, und handeln auf eigene Rechnung. Und die dürfte nicht aufgehen, wenn im Weihnachtsgeschäft die ganzen Transportaufträge wegbrechen.
Diese ganze Wirkungskette wird ausgelöst vom Untergang einer Frachtgesellschaft, die etwa einen Marktanteil von 3 Prozent hat. Aktuell sind die Preise für Fracht deutlich gestiegen, als unmittelbare Folge des Verschwindens von Kapazitäten. Denn die Hanjin-Schiffe liegen ja fest. Was wiederum auch Auswirkungen auf andere Reedereien hat, denn nicht alle Schiffe von Hanjin gehören Hanjin. Die sind gechartert von anderen Anbietern.
Aber sehr bald werden diese Schiffe auf den Markt zurückkehren, zu Billigpreisen. Denn ein Insolvenzverwalter wird versuchen, aus den Resten des Unternehmens soviel wie möglich herauszuholen. Das ist der Job eines Insolvenzverwalters.
Ähnlich wie ein Überangebot am weltweiten Ölmarkt dazu führt, daß derzeit eine Pleitewelle durch die US-amerikanischen Ölfördergesellschaften geht, dürften sinkende Preise dann anderen Container-Reedereien sehr bald eine direkte Fahrt in die roten Zahlen bescheren. Sofern die nicht schon jetzt vorliegen.

Insgesamt ist diese Pleite ein wunderschönes Beispiel dafür, was passiert, wenn in einem vernetzten System – dem globalisierten Frachttransport – eine relativ unbedeutende Komponente – eine Gesellschaft mit mageren drei Prozent Anteil am Gesamtvolumen – plötzlich und endgültig ausfällt. Und ebenso wie der Untergang einer Bank namens Lehman Brothers ist natürlich auch Hanjin nicht der Beginn einer Katastrophe. Es ist nur die erste Rauchsäule, ab deren Sichtung in der Weltpresse keiner mehr behaupten kann, es würde nicht brennen. Denn das tut es schon länger. Die gesamte Globalisierung, deren Wachstum uns alle retten soll und auch sicherlich wird, leidet unter seltsamen Ausfallerscheinungen.
Das wird Ökonomen nicht davon abhalten, von einer „Marktbereinigung“ zu sprechen und darauf zu verweisen, daß die Indexraten für Fracht ja gerade schön steigen und man deshalb unbedingt jetzt sofort in entsprechende Papiere am Markt investieren muß, wenn man was vom Kuchen abhaben möchte. Selbstverständlich ist das nur eine Beseitigung eines Überangebots an Frachtraum, versteht sich.
Man könnte das auch anders sehen und darauf hinweisen, daß es scheinbar ein Problem damit gibt, in großen Seecontainern Fracht über den Planeten zu karren und dabei noch Gewinne einzufahren, die man irgendwo braucht. Denn selbst Besatzungsmitglieder, die Photosynthese betreiben, um sich zu ernähren, müssen irgendwann doch bezahlt werden. Von den Schiffen mal ganz zu schweigen.
Das wäre dann das Äquivalent zu Banken, die keine Kredite vergeben, da es eben in der realen Wirtschaft, also da, wo Menschen wirklich arbeiten, einfach keine Geschäfte gibt, die windig genug sind, um die mindestens zehn Prozent Rendite zu „erwirtschaften“, die irgendwelche Anleger gerne hätten und die Banken unbedingt brauchen, um weiter wild den Finanzmarkt zu manipulieren. Hanjin könnte sich also sehr wohl als das Lehman Brothers der Transportbranche erweisen.

Sinnigerweise ist der Schwarze Freitag immer der Tag nach Thanksgiving, das wäre dieses Jahr am 25. November. Das ist nach den US-Wahlen.
Bei diesen Wahlen haben sich Hillary Trump und Donald Clinton soeben das erste Wortgefecht geliefert, marktschreierisch „TV-Duell“ genannt. Ich wäre ja dafür, daß man da wirklich mal live überträgt, wie sich die Kontrahenten Rücken an Rücken aufstellen, dann zwanzig Schritt auseinandergehen, sich umdrehen und…nun ja, was wäre dagegen einzuwenden?
Erstens sähe es edler aus, mit den Sekundanten in schwarzem Stöffchen und Zylinder nebendran. Zweitens schießen sich Amerikaner ohnehin gerne über den Haufen. Drittens müßte man sich das Gelaber dann nicht stundenlang anhören, und das auch noch mehrfach, sondern könnte die Sache mit einer einzigen Übertragung erledigen.
Ich bin mir sicher, die Einschaltquoten wären phänomenal. Die Wettbuden würden mit ihren Einnahmen die amerikanische Wirtschaft mindestens so ankurbeln wie ein Ramschkauf-Feiertag. Und man könnte sich die enormen Kosten für die Wahl sparen, denn danach wäre ja nur noch ein Kandidat übrig. Vielleicht könnte man sich auch die Vorwahlen sparen, die ja ohnehin eine demokratische Farce sind, und mehrere Duellrunden durchführen. Außerdem kämen nur Kandidaten ins Weiße Haus, die womöglich keine Ahnung von Politik haben, aber zumindest mutig oder dumm genug sind und gut schießen können. Also kaum ein Unterschied zur heutigen Auswahl, nur mit weniger Wahlplakaten. Eventuell könnte man auch die Wahl der Waffen dem jeweiligen Herausforderer überlassen, der gerade nicht den Präsidenten stellt. Es gäbe so viele Möglichkeiten, die Präsidentenwahl in den USA zu verbessern.
Immerhin hat neulich der FBI-Direktor persönlich verkündet, daß die Russen auf keinen Fall die US-Wahlen hacken könnten. Nicht etwa, weil das System aus Computern, Zettelkram und genial undurchsichtigen Lochkarten so unglaublich phantastisch ist. Nein, einfach weil es völlig gruselig zusammengestoppelt ist und in jedem der Bundesstaaten andere Bedingungen gelten, was die Durchführung der Wahl angeht und auch die notwendige Registrierung vorher.
Anders ausgedrückt: Das US-Wahlsystem ist nach Ansicht des Direktors des FBI derartig scheiße, daß sich da einfach niemand reinhacken kann, denn es würde gar keinen Sinn ergeben. Wenn das nicht beruhigend ist, weiß ich auch nicht.
Alleine das Registrieren ist jedes Mal Anlaß für Ärger. Denn in den USA wird man nicht automatisch Wähler, die haben kein Einwohnermeldeamt. So etwas wie einen Personalausweis oder eine zentrale Registrierungsstelle für ortsansässige Bürger finden die Amerikaner faschistisch. Vermutlich hat ihnen das die NSA eingeredet.
Das gerne mal Schwarze, Latinos oder andere Menschen durch die Registrierungsverfahren vom Grundrecht der Wahl ausgeschlossen werden, stört normalerweise keinen großartig. Es sei denn, er ist halt einer der Betroffenen. Nur ist es am Wahltag eben zu spät.

Während sich also die beiden Kandidaten für das mächtigste Amt des Planeten langweiliges Zeug an den ergrauten Kopf werfen, verkündet das US Bureau of the Census – das ist das Äquivalent zum Statistischen Bundesamt – die größte Steigerung des Median-Einkommens in den USA seit 1967. Seit geschlagenen 49 Jahren ging es den Amerikanern nicht mehr so unglaublich gut wie gerade jetzt.
Wenn das mal kein Zufall ist, so genau sechs Wochen vor der Wahl.
Witzigerweise verkündet das Census Bureau diese Zahlen mit stolzgeschwellter Brust, während gleichzeitig im letzten November die Wirtschaft in den USA über die mieseste Gewinnentwicklung seit dem Beginn der Krise 2009 klagte. Ganz besonders betroffen waren die Vertreter der Öl- und Gasindustrie, die ja in diesem Jahr auch schon reihenweise pleite gegangen sind. Zeitlich ist das übrigens kein unfairer Vergleich, die Zahlen des Census Bureau beziehen sich natürlich ebenfalls auf das Jahr 2015.

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Glücklicherweise gibt es sogar Amerikaner, denen das zu dämlich ist. Einer davon heißt David Stockman und ist ehemaliger Berater von US-Präsident Reagan und ein Mensch, der zwanzig Jahre der Wall Street gedient hat. Nur für den Fall, daß einer meine Ansichten über Wirtschaft für „zu links“ hält oder so einen Mist.
Besagter David Stockman hat dann auch in seinem Blog kurz analysiert, was von diesem so plötzlichem Wohlstandssprung zu halten ist. Kurz und nett gesagt: Nichts.
Von den verkündeten sensationellen 5,2 Prozent Steigerung sind alleine 3,8 Prozent darauf zurückzuführen, daß das Statistikbüro seine Fragen für 2015 anders gestellt hat als im Jahre 2014. Die verbleibenden 1,4 Prozentpunkte ergeben sich statistisch aus der Tatsache, daß der Durchschnitts-Ami weniger für Benzin ausgeben muß und für Elektronikgüter und so weiter und so fort – wir kennen das in Deutschland als den berühmten „Warenkorb“.
Ich fordere alle Leser auf, in den Kommentaren die Hand zu heben, wenn sie schon einmal plötzlich mehr Geld am Monatsende übrig hatten als vorher, weil sich in diesem Warenkorb irgendwas statistisch verbilligt hat. Ein kurzes „Hier“ genügt völlig.
Diese Zahlenspielereien mögen statistisch nett sein, sogar mathematisch korrekt und auch berechtigt als Methodik. Auswirkungen auf das echte Einkommen haben sie üblicherweise nicht. Im siebten Jahr der „Großen Erholung von der Rezession“, wie man das in den USA so schön nennt, leben 43 Millionen Amerikaner in Armut.
Das echte mediane Einkommen des statistischen Haushalts liegt derzeit bei runden 56.600 Dollar. Im Jahre 1999 lag es bei runden 58.000 Dollar. Die Werte sind bereits inflationsbereinigt.
Das sind dann also die wohlhabendsten Amerikaner seit 1967. Da mußte die Frau des Hauses oft noch nicht einmal arbeiten gehen, denn ein Gehalt genügte, um über die Runden zu kommen. Ich bin sehr gespannt, was passiert, wenn sich Dinge wie sterbende Ölfirmen oder Pleitewellen beim globalen Frachttransport im ganzen Umfang zu materialisieren beginnen innerhalb der Weltwirtschaft.
Ich äußere die kühne Vermutung, daß diese Dinge nicht auf einen zukünftigen Boom hindeuten. Der eine oder andere Lastwagenfahrer oder Hafenarbeiter oder sonstwie an der globalen Logistikkette Beteiligte könnte ein nicht ganz so entspanntes Weihnachtsfest erleben. Das wiederum findet noch vor der Vereidigung des nächsten US-Präsidenten statt.

Wie bei gewissen Leuten auf Inseln werden weiter die magischen Worte gesprochen. Mit Ritualen vor Mikrofonen beschwören Zentralbankchefs und -chefinnen die Geister des Marktes, die Heilige Trinität aus Wachstum, Kredit und Konsum.
Wiederum woanders werden in immer gleichen Ritualen fossile Brennstoffe aus dem Boden geholt. Für immer mehr Geld, das aus immer mehr Kreditaufnahme kommt und mit immer weiter sinkender Netto-Energie für die Gesellschaft.
Denn das haben wir schon immer so gemacht. Es hat immer funktioniert. Wenn man von der einen oder anderen großen Wirtschaftskrise absieht. Oder gelegentlichen Rezessionen. Oder Börsenabstürzen. Alles Ausnahmen. Nur Bestätigungen der Regel. Wir müssen nur die Rituale verbessern. Mehr wedeln. Mehr magische Worte sprechen.

Dann wird bestimmt alles gut werden. Alles wird gut.

5 Gedanken zu „(K)ein Schiff wird kommen

  1. Na logo:
    Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut wird, ist es auch noch nicht das Ende…
    Will ich jetzt wissen, was das Ende ist? Ich glaube, da befrage ich mal mein Voodoo-Püppchen. Oder wars der Wanderschamane? Vielleicht das Kassandra-Orakel?
    Na, ich denke nochmal drüber nach…

  2. Das sind doch fantastische Aussichten! Alles halb so wild. Wie sagte mir der Doc gerade… Gehen sie mal ein paar Tage nicht zur Landebahn, ihr Hörsturz kommt sicher von dem eingebildeten Fluglärm. Aber in einer Woche können sie wieder wedeln wie ein junger Hund. ‚Wuff‘ I said.

  3. Cargo-Kultur ist natürlich was richtig geiles. Noch besser dass sowas auch noch bei den sonst so heiligen Naturvölkern vorkommt^^
    Die Natives machen nur einen auf Öko-Guru, weil sich das gut verkauft, sie den Titel von den bekifften Hippies umsonst verliehen bekamen, und das Casino nicht genug abwirft.

    Abstreiten lässt sich aber nicht, dass die Rituale, so sinnentleert sie auch sein mögen, letztlich Einigkeit produzieren, und damit tatsächlich Kultur stiften.
    Die Magie funktioniert im Urwald genauso wie einst in unseren Kirchen, oder heute in den Behörden.
    Religionen werden erst dann so richtig gefährlich, wenn es Fanatiker gibt, die den ganzen Käse glauben.

  4. Religionen werden dann ein Problem, wenn ein Typ, der vom Chefpriester gelernt hat, sich mit diesem verkracht und dann auf der anderen Straßenseite einen Konkurrenztempel aufmacht. Mit Konkurrenz-Gott, natürlich. Ab da wird es hektisch.

    Oder aber es stellt sich eben einer hin und sagt: „Also, ich verstehe ja diese Stelle im [Heiliges Buch einfügen] völlig anders…“
    Folgt dem Schuh! Nein, folgt der Flasche 😀

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