Back to the No-Future

»Tell me how this ends?«
Gen. David Petraeus, Irak, 2003

Es ist Ostern. Es ist sonnig. Irgendwelche Raketen der NASA fliegen zum Mond. Es ist Energiekrise. Willkommen in den 70ern.
Zumindest könnte man das fast glauben, wären da nicht diese seltsamen Bullshit-Schwafler, die mir was erzählen von „Wir brauchen unbedingt neue Atomkraftwerke” oder „Wir müssen die Steuern aufs Fliegen senken, steht so im Koalitionsvertrag” oder auch wahlweise „Wir sollten unbedingt mehr Gas verbrennen, auch in deinem Heizungskeller”.
Was genau ist der Plan solcher fossil verwirrten Null-Bits? Russland ökonomisch auszutrocknen in seinem Angriffskrieg, indem wir alle Gasvorräte des Landes bei uns verfeuern und dann erst stellen wir alles um auf diese anderen Hirngespinste wie grünen Wasserstoff oder e-Fuels?

Woher kommen diese Typen eigentlich alle? Gab es da einen Brand in einer Klapsmühle für besonders schwere Fälle und die sind alle weggelaufen? Wird sie jemand wieder einfangen? Wieso ist einer von denen Bundeskanzler?
Also, in echt jetzt. Nicht am Frühstückstisch, wo er sich in Ruhe mit Cäsar, Napoleon und Genghis Khan unterhalten könnte, bis der Betreuer ihm seine Medikamente bringt.
Was ist mit dieser geistig völlig verwirrten Lobbyistin mit Gasvergiftung und wieso läuft die im Wirtschaftsministerium rum? Fragen über Fragen.

In der letzten Energiekrise verhängte eine deutsche Regierung, kurz vorher gewählt bei 93% Wahlbeteiligung, kurzerhand ein Tempolimit auf Landstraßen und Autobahnen. Man verordnete sofort autofreie Sonntage. Das Bundesministerium für Wirtschaft gab Flugblätter heraus mit Sätzen wie: „Der beste Weg, Energie einzusparen ist es, sie gar nicht erst zu verbrauchen.”
Die aktuelle Kaspermannschaft im Bundeskabinett würde da sofort den Staatsschutz anrufen wegen kommunistischer Unterwanderung. Für unsere Möchtegern-Faschisten von vorgestern sind schon Worte wie „Profitmaximierung” linksradikale Gesellschaftsunterwanderung.
A pro Profitmaximierung – wie geht’s ihrem Benzinpreis eigentlich so? Als ich gestern an der Tankstelle vorbeiradelte, habe ich herzlich gelacht. Gerade erst hat Katharina die Vergaste die Einführung eines Tempolimits abgelehnt. Begründung dafür: keine.
Aber die Pendlerpauschale erhöhen, natürlich auf Kosten der Steuerzahler auch ohne Auto, das geht immer. Hauptsache, wir können weiterhin so tun, als wär‘ nix. Fossiler Protektionismus vor der physikalischen Realität. Was unterscheidet also die Bundesregierung von den faschistischen, völlig realitätsentfernten Kriegstreibern in Washington? Eben. Nix. Das geistige, oder besser, ungeistige Setting ist diesseits und jenseits des Atlantik völlig kongruent.

Irgendwer meinte neulich, die US-Regierung würde das alles als ein Spiel betrachten. Aber man merkt deutlich, dass in Washington keine Gamer am Ruder sind. Die wissen nämlich genau, dass sie besser mal eine Strategie haben sollten und einen Plan, bevor sie ihre mühselig aufgestellten Truppen in ferne Weltregionen entsenden.
Die NASA hat es nicht dank Donald Trump hinbekommen, mal wieder eine lunare Expedition zu starten, sondern trotz Donald Trump. Der gerne die NATO verlassen würde und dafür das US-Militärbudget noch mal um 450 Milliarden Dollar erhöhen will, auf dann sagenhafte 1,5 Billionen Dollar. Damit das auch klappt, hat er bereits damit begonnen, alles für illegal erklären zu lassen, was im November einen Wahlsieg bei den Midterms gefährden könnte. Also ganz besonders demokratische Wähler und demokratische Bundesstaaten.
Donald Trump baut in seinen angeblichen Ballsaal des Weißen Hauses nach eigenen Angaben „einen bombensicheren Bunker und Militärinstallationen” ein. Wundert mich nicht.
Mr Trump wird das brauchen, um sich nach 2028 im White House zu verschanzen, wenn er den Faschismus endgültig ausrollt über den Trümmern der USA. Eventuell hat er es so eilig mit dem Bau, weil er den Führerbunker schon im Herbst benutzen möchte.
Auch hier ist das theokratische Regime in Washington auf einer Linie mit den Kollegen in Teheran. Vermutlich wird Trump dem Iran übernächsten Monat eine Allianz anbieten. Schon, um die dann toten 5.000 Marines oder so unter den Tisch zu kehren, also die größten Verluste der USA seit Vietnam. Falls er denn so blöde ist, wirklich eine Landungsoperation durchführen zu lassen. Ok. Rhetorische Anmerkung.

Falls so etwas übernächsten Monat noch relevant sein sollte. Was ich bezweifle. Aus Gründen.
Die unfassbar arrogante Strunzdämlichkeit unserer – zumindest teilweise – leider auch gewählten Anführer ist nur ein Grund für Kassandras Zweifel. Ich habe da noch ein paar andere mitgebracht. Continue reading →

Priceless

»The Spice must flow!«
Padishah Emperor Shaddam IV. Corrino

Irgendwo in einem Kaminzimmer klingelte vor einigen Tagen ein Telefon. Zumindest stellt sich mein Gehirn das so vor. Aus einem mit extremst gemütlichen Flausch überzogenen Ohrensessel streckt sich eine Hand aus und ergreift mit einem Ausdruck vollkommenster, belangloser Lässigkeit den Hörer des Geräts.

»Jo?«
»BigBoss, ich habe hier so eine Reederei dran. Die wollen ihre Schiffe wieder fahren lassen.«
»Und? Wo ist das Problem?«
»Der Krieg.«
»Watt? Welcher Krieg?«
»Na, der amerikanische Präsident hat zusammen mit Israel den Iran überfallen.«
»Den Iran? War das nicht der Irak?«
»Nee. Das war mal. Neuer Präsident.«
»Echt? Schon wieder? Wer denn?«
»Donald Trump.«
»Ernsthaft? Schon wieder?«
»Na ja, er hat die Stimmauszählung manipuliert und…«
»Und da glaubt immer noch einer, Demokratie existiert? Wie doof können Leute sein?«

»Also, was das angeht…«
»Egal. Da ist Krieg?«
»Jo. Alle schießen.«
»Die Straße von Hormuz?«
»Yep.«
»Dat versicher’n wa nich.«

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Der angebliche amerikanische Präsident und die erbärmliche Junta aus Arschkriechern und Speichelleckern, die ihn umgibt, wird sehr bald einen äußerst unangenehmen Zusammenstoß mit der Realität erleiden, die diese Leute in ihrer happy Propaganda-Welt immer wieder ausblenden oder in ein projiziertes Zerrbild ihrer eigenen Erbärmlichkeit verwandeln.
Während Donald Trump darüber erzählt, dass er womöglich den Iran noch ein bisschen ‚just for fun‘ bombardieren wird und die USA gewonnen haben, aber noch nicht gewonnen genug, regelt die Physik.
Während der US-Kriegsminister (sic!), ein versoffener Kneipenschläger, der auf St. Pauli nicht mal Türsteher in der letzten Kaschemme sein dürfte, darüber schwadroniert, dass „die Presse” den Krieg nicht schön genug darstellt und der Überwacher der Rundfunkfrequenzen, FCC-Boss Brendan Carr, diese Medien mit Lizenzentzug bedroht, sollten sie nicht im ‚public interest‘ berichten, ist der Krieg, den diese Idioten angezettelt haben, bereits verloren.
„Öffentliches Interesse”, zur Erläuterung, bedeutet natürlich: Alles, was der Präsident sagt, ist automatisch wahr und richtig. CDU-Wähler und ihre AfD-Kumpel verstehen das.

Die Straße von Hormuz ist trotzdem geschlossen. Sie ist nicht geschlossen, weil der Iran diese Meerenge vermint hat. Oder weil die US Navy – zumindest prinzipiell – nicht in der Lage wäre, Tanker durch die Passage zu geleiten.
Die Halsschlagader der fossilen Weltwirtschaft ist geschlossen, weil von sieben Schreibtischen in London und anderswo sieben Schreiben rausgegangen sind, die wiederum an die großen Reedereien der Erde gerichtet waren.
In Essenz besagen diese Schreiben etwa: »Ihre War Premium Insurance ist leider aktuell nicht verfügbar.« Continue reading →