Back to the No-Future

»Tell me how this ends?«
Gen. David Petraeus, Irak, 2003

Es ist Ostern. Es ist sonnig. Irgendwelche Raketen der NASA fliegen zum Mond. Es ist Energiekrise. Willkommen in den 70ern.
Zumindest könnte man das fast glauben, wären da nicht diese seltsamen Bullshit-Schwafler, die mir was erzählen von „Wir brauchen unbedingt neue Atomkraftwerke” oder „Wir müssen die Steuern aufs Fliegen senken, steht so im Koalitionsvertrag” oder auch wahlweise „Wir sollten unbedingt mehr Gas verbrennen, auch in deinem Heizungskeller”.
Was genau ist der Plan solcher fossil verwirrten Null-Bits? Russland ökonomisch auszutrocknen in seinem Angriffskrieg, indem wir alle Gasvorräte des Landes bei uns verfeuern und dann erst stellen wir alles um auf diese anderen Hirngespinste wie grünen Wasserstoff oder e-Fuels?

Woher kommen diese Typen eigentlich alle? Gab es da einen Brand in einer Klapsmühle für besonders schwere Fälle und die sind alle weggelaufen? Wird sie jemand wieder einfangen? Wieso ist einer von denen Bundeskanzler?
Also, in echt jetzt. Nicht am Frühstückstisch, wo er sich in Ruhe mit Cäsar, Napoleon und Genghis Khan unterhalten könnte, bis der Betreuer ihm seine Medikamente bringt.
Was ist mit dieser geistig völlig verwirrten Lobbyistin mit Gasvergiftung und wieso läuft die im Wirtschaftsministerium rum? Fragen über Fragen.

In der letzten Energiekrise verhängte eine deutsche Regierung, kurz vorher gewählt bei 93% Wahlbeteiligung, kurzerhand ein Tempolimit auf Landstraßen und Autobahnen. Man verordnete sofort autofreie Sonntage. Das Bundesministerium für Wirtschaft gab Flugblätter heraus mit Sätzen wie: „Der beste Weg, Energie einzusparen ist es, sie gar nicht erst zu verbrauchen.”
Die aktuelle Kaspermannschaft im Bundeskabinett würde da sofort den Staatsschutz anrufen wegen kommunistischer Unterwanderung. Für unsere Möchtegern-Faschisten von vorgestern sind schon Worte wie „Profitmaximierung” linksradikale Gesellschaftsunterwanderung.
A pro Profitmaximierung – wie geht’s ihrem Benzinpreis eigentlich so? Als ich gestern an der Tankstelle vorbeiradelte, habe ich herzlich gelacht. Gerade erst hat Katharina die Vergaste die Einführung eines Tempolimits abgelehnt. Begründung dafür: keine.
Aber die Pendlerpauschale erhöhen, natürlich auf Kosten der Steuerzahler auch ohne Auto, das geht immer. Hauptsache, wir können weiterhin so tun, als wär‘ nix. Fossiler Protektionismus vor der physikalischen Realität. Was unterscheidet also die Bundesregierung von den faschistischen, völlig realitätsentfernten Kriegstreibern in Washington? Eben. Nix. Das geistige, oder besser, ungeistige Setting ist diesseits und jenseits des Atlantik völlig kongruent.

Irgendwer meinte neulich, die US-Regierung würde das alles als ein Spiel betrachten. Aber man merkt deutlich, dass in Washington keine Gamer am Ruder sind. Die wissen nämlich genau, dass sie besser mal eine Strategie haben sollten und einen Plan, bevor sie ihre mühselig aufgestellten Truppen in ferne Weltregionen entsenden.
Die NASA hat es nicht dank Donald Trump hinbekommen, mal wieder eine lunare Expedition zu starten, sondern trotz Donald Trump. Der gerne die NATO verlassen würde und dafür das US-Militärbudget noch mal um 450 Milliarden Dollar erhöhen will, auf dann sagenhafte 1,5 Billionen Dollar. Damit das auch klappt, hat er bereits damit begonnen, alles für illegal erklären zu lassen, was im November einen Wahlsieg bei den Midterms gefährden könnte. Also ganz besonders demokratische Wähler und demokratische Bundesstaaten.
Donald Trump baut in seinen angeblichen Ballsaal des Weißen Hauses nach eigenen Angaben „einen bombensicheren Bunker und Militärinstallationen” ein. Wundert mich nicht.
Mr Trump wird das brauchen, um sich nach 2028 im White House zu verschanzen, wenn er den Faschismus endgültig ausrollt über den Trümmern der USA. Eventuell hat er es so eilig mit dem Bau, weil er den Führerbunker schon im Herbst benutzen möchte.
Auch hier ist das theokratische Regime in Washington auf einer Linie mit den Kollegen in Teheran. Vermutlich wird Trump dem Iran übernächsten Monat eine Allianz anbieten. Schon, um die dann toten 5.000 Marines oder so unter den Tisch zu kehren, also die größten Verluste der USA seit Vietnam. Falls er denn so blöde ist, wirklich eine Landungsoperation durchführen zu lassen. Ok. Rhetorische Anmerkung.

Falls so etwas übernächsten Monat noch relevant sein sollte. Was ich bezweifle. Aus Gründen.
Die unfassbar arrogante Strunzdämlichkeit unserer – zumindest teilweise – leider auch gewählten Anführer ist nur ein Grund für Kassandras Zweifel. Ich habe da noch ein paar andere mitgebracht.

Alle reden in letzter Zeit vornehmlich über das Öl, das jetzt nicht mehr durch die Straße von Hormuz fließt. Es wird auch morgen nicht fließen, selbst wenn Mr Trump den Iran mit Nuklearwaffen angreift. Ganz im Gegenteil wird der Iran in diesem Falle dafür sorgen, dass die Wasserstraße möglichst lange unbenutzbar bleiben wird. Überhaupt scheinen das auch Diesel-Detlef und Rennwagen-Ronny auf deutschen Straßen immer noch nicht begriffen zu haben. Der teure Sprit an der Tanke ist aus dem Öl gemacht, das schon da war und das auf See war, als Israel den Angriff gegen den Iran losgetreten hat. Die Lücke in der Tankerversorgung hat einen Verzögerungszünder von etwa fünf Wochen. Solange irgendwelche Idioten am Ostersonntag hier mit ihrem Dodge Ram-Schwanzersatz durch die Gegend defilieren, kann das mit dem Spritpreis ohnehin nicht so wichtig sein. Hirn statt Hubraum, das sollten wir für die Zukunft mal als generelles Kriterium festhalten.
Derweil hat der Mangel an Öl dazu geführt, dass die Philippinen in Russland nach Öl gefragt haben, nachdem sich die Inflationsrate dank Spritpreisen mal kurz verdoppelt hat. Der australische Premier muss nach Singapur fliegen, um welches zu suchen. Südkorea erhält 60% seines Öls über die Straße von Hormuz. Ich nehme an, in spätestens zwei Wochen wird die Regierung ein Schild an das Land hängen können: Vorübergehend geschlossen.

Dank seit Jahrzehnten vorangetriebener globaler Vernetzung ist der Rattenschwanz der nahenden Katastrophe allerdings sehr viel größer. Es ist mehr ein Drachenschweif, würde ich sagen. Aber solange illusorische Gagaisten mit ökonomischen Titeln weiterhin daran glauben, dass Effizienz der Heilige Gral ist, wird keiner von diesem Idiotenklub begreifen, dass ein vernetztes System eben nicht gleich einem widerstandsfähigem System ist. „Effizienz” eliminiert alle Resilienz aus einem System heraus. Und wir alle wissen aus Indiana Jones, was passiert, wenn man den falschen Heiligen Gral wählt in seiner Gier.

 

Bild 1: Unsere Wahl war nicht weise
Wir haben unsere gesamte Zivilisation auf einer Ressource aufgebaut, die unweigerlich verschwinden wird. Das war eventuell unklug.

 

Helium

Ja, Helium. Das zweite Element der Periodentabelle, 8. Hauptgruppe. Es steht da ganz rechts, fast wie die Bundesregierung, weil es ein Edelgas ist. Rein chemisch macht Helium nix, da es völlig gesättigt ist. Es ist quasi wie die Superreichen weltweit oder deutsches Beamtentum in Ministerien. Was es von seinem Kumpel ganz links unterscheidet, dem Wasserstoff. Der hat nur ein einsames Elektron und reagiert daher äußert volatil, wenn man es anspricht. Etwa wie ich in einem Raum mit Wirtschaftswissenschaftlern auf einer Konferenz.
Helium ist eine explosiven Reaktion völlig unverdächtig, daher wurde es vor einem Jahrhundert für amerikanische Luftschiffe benutzt. Deutsche Luftschiffe hatten kein Helium, wegen dieser Sanktionen damals, weswegen ein Prachtstück wie die Hindenburg über Lakehurst innerhalb weniger Minuten abfackelte. Das Ende des Luftschiff-Zeitalters.
Es gibt nur wenige natürliche Helium-Vorkommen auf der Erde, unter anderem in den USA, Algerien, Russland und – Qatar. Hierbei steht das Land am Golf für etwa 30% des globalen Volumens. Außerdem ist Qatar ein Nebenerzeuger, da es jede Menge Erdgas verflüssigt.
Qatar steht auch für ca. 20% des Gesamtvolumens an LNG und laut Aussage des Landes sind davon etwa 20% für mindestens drei Jahre ausgeschaltet. So lange dauern die nötigen Reparaturen. Ich merke an, dass dieser Zeitrahmen natürlich nur dann gilt, wenn weiterhin andere Versorgungsströme nach Qatar fließen. Was stark zweifelhaft ist.
Die aktuellen Verluste belaufen sich also nach Angriffen des Iran auf etwa 4% des globalen LNG-Bedarfs. Für Minimum drei Jahre. Dazu fehlt ein Drittel des Heliums.
Warum ist das wichtig?
Weil Helium in der Halbleiterherstellung unabdingbar ist. Schon seit zig Jahren wird bei der Herstellung von Wafern bzw. Chips technologisch getrickst, wo es nur geht. Helium ist Teil dieser Trickserei, mit der immer kleinere Strukturen und leistungsfähigere CPUs möglich gemacht wurden. Bis neulich.
Betroffene Unternehmen: TSMC, mit einem Volumen von etwa 90% des globalen Chipmarkts. Dazu Samsung und SK Hynix – da sind wir wieder in Südkorea – die wiederum ähnlich große Anteile halten, bei anderen Produktlinien. Wir reden hier von allen Grafikkarten, allen RAM-Bausteinen in Smartphones, PCs und anderem Kram und wir reden von AI. Jedes der fiktiven KI-Datacenter, das mit Billionenaufwand gebaut werden soll und drei Wasserfälle zur Kühlung benötigt, von dem irgendwelche Investoren seit geraumer Zeit träumen, ist eine Blaupause aus Marketing-Wichsphantasien. Dank Heliummangel werden die meisten das auch bleiben. Ich verweise auf den aufgepumpten „Investoren”markt, in dem die Superreichen der Welt mal wieder ihre geklauten zweitausend Milliarden Dollar geparkt haben, um sich mit diesen gehypten Einhörnern an der Börse wieder einmal goldene Subventionsnasen zu verdienen.
Zur Kühlung eingesetzt wird Helium auch bei MRI/MRT. Die Magneten in den Scannerröhren sind supraleitend und können ohne Helium nicht arbeiten. Wer also noch Termine beim Radiologen braucht, sollte sich schon mal ins Wartezimmer setzen.

Schwefel und Schwefelsäure

Ja, tatsächlich. Bei der Raffinierung von Erdöl und -gas fällt gerne verdammt viel Schwefel und Schwefelsäure an. Jedes Öl mit einem Schwefelgehalt von mehr als 0,5% per Masseeinheit gilt als ’sour crude‘ und muss gemäß globaler Vorschriften entschwefelt werden. Die Erdölindustrie ist tatsächlich der weltgrößte Lieferant für elementaren Schwefel und Schwefelsäure. Im Raffineriekomplex Ras Laffan in Qatar werden täglich etwa 10.000 Tonnen flüssiger Schwefel verarbeitet. Das summiert sich auf 3,8 Millionen Tonnen jährlich oder etwa 8% des globalen, seegebundenen Handelsvolumens. Dieses Volumen ist effektiv vom Markt verschwunden.
H₂SO₄ wiederum ist ein hochtoxisches Transportgut, wird aber trotzdem auf Spezialtankern durch die Gegend gekarrt. In sehr engen Zeitplänen, denn aufgrund seiner Eigenschaften kann man dieses Zeug eher schlecht bevorraten. Die globale Just-In-Time-Diktatur ist bei Schwefelsäure und Schwefel extrem auf Kante genäht, Pufferzeiten umfassen hier üblicherweise nur wenige Tage. China ist einer der Hauptabnehmer, besonders für die Produktion von Phosphatdüngern für die einheimische Landwirtschaft.

Warum brauchen wir das Zeug überhaupt?
Nun ja, etwa 18% der weltweiten Kupfererze kommen aus der „Demokratischen Republik” Kongo, die etwa so republikanisch ist wie die USA und so demokratisch wie die CDU. Außerdem kommen sie aus Sambia, die Kupfererze. Für 2024 lauten die Werte beider Länder 3,3 Millionen Tonnen und 680.000 Tonnen.
Dazu kommen gute 70% des globalen Volumens an Kobalt, einem weiteren wichtigen Industriemetall. Hier reden wir von Hochleistungsmagneten in Windfarmen, allgemein elektrischer Infrastruktur wie Kabeln, vor allem aber hochspezialisiertem Kram wie Transformatorstationen, Hochspannungs-Schaltschränken und ähnlichen Großanlagen, die für ein modernes Energienetz unverzichtbar sind.
Für diese Produktionsmengen werden alleine im Kongo 500.000 Tonnen Schwefel p. a. importiert, um dann vor Ort verbrannt zu werden, für die Erzeugung der Schwefelsäure. Diese unglaubliche Umweltsauerei fernab europäischer Badestrände sichert die Gesteinslaugung im Bergbau, mit der die Metalle aus den Erzen gewonnen werden.
Für Kupfer wird hier SX-EW eingesetzt (Solvent Extraction and Electrowinning), auf gut deutsch Gewinnung der Metalle in einem elektrolytischen Prozess, was dann hochreine Metalle erzeugt, wie jeder weiß, der nicht in der Bundesregierung arbeitet und Chemie vor der ersten Klasse abgewählt hat.
Dann gibt es da noch HPAL, das steht für High Pressure Acid Leaching, also Hochdruck-Säure-Laugung. Die wird für Kobalt und Nickel benutzt und ist genau das, wonach es klingt. Wenn du hier keine Maske tragen willst, Bruder, dann ist das echt dein Problem.
Allein der dank Chinas Hilfe hochgezogene Kamoa-Kakula-Copper Complex im Kongo erzeugt ein Zehntel der Gesamtmenge an exportiertem Kupfer. Insgesamt eine hochmoderne Anlage auf dem Stand der Technik, die alleine täglich 1.200 Tonnen hochreiner Schwefelsäure erzeugt. Chemie direkt aus der Hölle, aber trotzdem zu wenig, um einen kompletten Wegfall der Importe annähernd auszugleichen.
Betroffene Firmen sind hier global Siemens Energy, Hitachi Energy und GE Vernova. Das Backlog dieser Firmen war bereits im Januar gewaltig groß, die Lead-Time für Hochenergieanlagen lag schon da bei etwa 210 Wochen, also gut vier Jahren. Modernisierung oder Ausbau eines Energienetzes für mehr Elektromobilität oder KI-Datacenter? Good luck with that.

Kunstdünger

Das kennen wir alle. Der subventionierte Landwirt, der von Land keine Ahnung hat und auch nicht bewirtschaftet, streut es gerade jetzt auf seine Felder. Wenn er es noch hat.
Im Gartenmarkt kann man es kaufen, für 22 Euronen auf den 5-Kilo-Sack, demnächst dann vermutlich im Tresorraum. Bevor man dann einen Sack Ammoniumnitrat ins Museum für Zeitgeschichte stellt, weil es keins mehr gibt.
Jedenfalls wird dieses Zeug aus Erdgas hergestellt. Die Herren Fritz Haber und Carl Bosch haben Anfang des 20. Jahrhunderts ein Verfahren etabliert, mit dem der reichlich vorhandene Stickstoff der Atmosphäre chemisch gebunden werden kann. Haber stellte nicht nur Giftgas für Kaiserreich her, sondern realisierte somit auch das „Brot aus der Luft”, wie es damals genannt wurde. Mittelbar ist dieses Verfahren dafür verantwortlich, dass heute 8,3 Milliarden Menschen auf einem Planeten rumlaufen, dessen agrarökologische Strukturen diese Masse gar nicht hergeben. Ich hatte das mal irgendwo erwähnt.
Ich schweife daher hier ausnahmsweise mal nicht ab in die Wissenschaftsgeschichte, sondern verweise auf Wikipedia.
Das Haber-Bosch-Verfahren benötigt jedenfalls riesige Mengen an Wasserstoff für seinen Prozess und dieser Wasserstoff stammt in unseren Zeiten aus – Tusch! – Erdgas. Womit wir wieder in Qatar landen, diesem Land mit etwa 20% globalem Anteil an der Flüssiggasindustrie. Insgesamt fließen gute 40% des weltweiten Kunstdüngers bzw. seiner Vorprodukte durch die Straße von Hormuz. Normalerweise.

Hier greift die Realität unserer Konsumkultur so richtig fest an die Eier, und zwar mit Stahlfaust und sehr langen Fingernägeln.
Ein eklatanter Mangel an Harnstoff, Ammoniumphosphat und -nitrat übersetzt sich in massiv steigende Preise für Kunstdünger. Das wiederum übersetzt sich in höhere Preise für Essen. Es übersetzt sich in sinkende Erntequoten weltweit*, denn entweder geht jemand beim Bieterwettbewerb leer aus oder aber er entscheidet sich, anderes Zeug anzubauen. Womöglich etwas, das lokal sinnvoll ist, aber weniger für den Weltmarkt, also Export. Was wiederum das Angebot dort verringert, was wiederum die Preise erhöht. Da reden wir dann schon von den nächsten Jahren, nicht unbedingt dieser Erntesaison.
Was sich wiederum in der einen oder anderen Revolution und gelegentlichem Armageddon manifestieren wird. Der sog. Arabische Frühling ab 2011 war ein Hungeraufstand. Man stelle sich das um den Faktor 100 verstärkt und in Ländern vor, in denen Supermärkte existieren, die normalerweise gefüllte Regale haben. Aktuell sehe ich bereits Lücken in den Regalen und weiß nicht, ob der LKW nur Verspätung hat oder ob er Verspätung hat, weil schon einer überlegt, welchen Preis die Ware denn ab nächster Woche haben soll. Aber ich rechne noch immer damit, dass diese Lücken wieder verschwinden werden und die Flaschen- und Dosenbataillone der Supermarktwelt bald wieder geschlossene Reihen bilden werden wie im Horst-Wessels-Lied.
Kritisch wird es dann, wenn die Lücken bleiben. Jede Kultur ist immer nur drei Mahlzeiten von ihrem gewaltsamen Untergang entfernt. Derartige Zustände könnten sogar zu einem Regime Change in den USA und anderswo führen.

Polypropylen/PVC, weitere Kunststoffe

Das verdammte Zeug, mit dem wir den Planeten plastifizieren, hat seinen Ursprung ebenfalls in fossilen Rohstoffen. Die Kette für Polypropylen beginnt mit Petrochemie. Medizinische Verpackungen und Wegwerfprodukte sind ebenso auf der Roten Liste wie Kunststoffe für die Autoindustrie oder das Hackfleisch im leckeren Plastikmantel in der Kühlzone im Supermarkt.
Das gute alte Polyester, das Jagdwild, aus dem unsere Klamotten heutzutage gerne hergestellt werden, ist auch gefährdet. Ganze Billigproduktionsketten von Givenchy bis Kick werden hier wegfallen. Was  teurere Socken bei C&A in Europa bedeutet, aber Arbeitslosigkeit für Sweatshops anderswo auf der Welt. In einem Moment, in dem Lebenshaltung und besonders Ernährung massiv teurer werden. Nicht, dass ich ein Freund der Ausbeutung der Dritten Welt bin. Es geht hier nur um die Darstellung von Reaktionsketten in unserer weltweiten Anti-Wirtschaft.
Auch synthetisches Gummi fällt in die Kette. Was mich als Radfahrer zu Autoreifen bringt und der Frage, wie viele Reifen von LKW pro Tag eigentlich so getauscht werden in der EU, damit diese Jungs Brokkoli aus Südostspanien in meinen Aldi liefern können über 3.500 km Strecke. Der Brokkoli ist übrigens in Plastik eingewickelt.
Logistikketten des Just-In-Time-Irrsinns können eben auch an Stellen gefährdet werden, an die keiner so wirklich gedacht hat.

Recycling? Hat da jemand Recycling gesagt? Nun, da habe ich schlechte Nachrichten. Irgendwer ist mit der Mutation der schwarzen Mülltonne über den Grünen Punkt zum Gelben Sack sicherlich reich geworden. Nur ökologisch hat das Ganze nichts gebracht, dank einer Industrie, die weiterhin jedes Jahr ihre Produktionsmengen gesteigert hat und den Planeten mit dem Müll verseucht, in jedem Aggregatzustand.
In der EU werden schätzungsweise 7-15% des gesamten Plastikmülls wiederverwertet. Der Rest wird verbrannt – sehr lecker – oder eben weggeworfen. Wobei das mit dem Wegwerfen schwierig ist, denn alles, was wir wegwerfen, muss irgendwo landen. In diesem Falle gerne an afrikanischen Küsten oder im pazifischen Müllstrudel. Man kann auf einem Planeten nichts wegwerfen, wenn man keinen Oberarm hat, der Masse auf Fluchtgeschwindigkeit beschleunigen kann.
Seitdem sich China vor einigen Jahren entschlossen hat, den Import von low-grade-Kunststoffen aus den USA zum Zwecke der „thermischen Beseitigung” komplett einzustellen, versackt Kalifornien und der Rest der USA noch mehr in Plastikmüll als zuvor. Der Industrie mal anzusagen, welche Kunststoffe sie eigentlich herstellen darf und welche nicht, hat sich noch kein Gouverneur oder deutscher Wirtschaftsminister getraut. Wäre allerdings längst notwendig gewesen.

Halbleiterproduktion

Mit diesem Stichwort landen wir in Taiwan, so wie es die chinesische Volksbefreiungsarmee auch gerne tun würde. Wir landen auch – schon wieder – bei TSMC, das steht für Taiwan Semiconductor Manufacturing Company und die machen eigentlich fast alles, was an Halbleitern irgendwo verbaut wird.
Das ist an dieser Stelle doof, denn die Insel Taiwan hängt extrem stark an Importen von Flüssiggas, das wiederum über die Straße von Hormuz läuft. Das staatliche Unternehmen Taipower erzeugt etwa 47% seiner Gesamtenergie aus LNG. Von der dafür erforderlichen Importmenge kommt wiederum ein Drittel direkt aus Qatar. Oder eben aktuell auch nicht.
Dieser Insel wird also beizeiten die Energie so richtig ausgehen, was zu unangenehmen Nebeneffekten führen wird. Beispielsweise Lastabwürfen, wie man Brownouts, also vorher angesagte Abschaltungen, im Fachchinesisch nennt.
Dummerweise, das weiß ich aus eigener Arbeitserfahrung in einem anderen Leben, ist die Erzeugung kleinteiliger Computerkomponenten extremst empfindlich gegen Stromschwankungen, die man daheim am PC simpel nicht mitkriegt und die von der eigenen Hardware auch komplett ignoriert werden.
Gemäß globalem Industriestandard SEMI F47-0706 ist moderne Ausrüstung in der Halbleiterindustrie darauf ausgelegt, einen Spannungsabfall auf 50% für 200 Milisekunden abzufangen. Auf 70% sind es 500 Milisekunden und bei einem Abfall auf 80% sind es 1 Sekunde. Das ist also maximal die Zeit, die ich benötige, um bei Quake 3 einen Gegner mit der Railgun zu erlegen. Wenn also der Strom schwankt, dann kann ich hinterher vermutlich einige Dutzend Millionen an Werten in ruinierten Silizium-Wafern in die Tonne treten.

Bild 2: Ein Stoff, aus dem die Welt besteht
In diesem Falle hochreines, monokristallines Silizium in Form eines Wafers. Aus diesen Scheiben werden Chips geschnitten, um danach ihre Weltherrschaft zu festigen, indem sie Börsenkurse auf Dashboards malen

Ein weiterer Engpass, der im Gegensatz zum unerschütterlichen Glauben der Ökonomen an Substitution nicht überwindbar ist, sind Ajinomoto Build-up Films oder ABF. Kennt keine Sau, die nicht schon mal mit so etwas zu tun hatte. Es ist in diesem Falle eine Isolierfolie mit speziellen Eigenschaften. Klingt simpel, ist es aber nicht. Wie man aus dem Namen womöglich schon korrekt schlußfolgern konnte, sitzt der Laden in Japan.
Das hochspezielle Spezialzeug ist unerläßlich zur Produktion hochmoderner Wafer bzw. Substrate, wenn es um die Verbindung zwischen Chips und Mainboards geht. Die Lead Time dieser Produkte lag im Januar bei mindestens 28 Wochen. Der Marktanteil von Ajinomoto beträgt 100%.
Um dieses Material zu erzeugen, benötigt man wiederum Picosekunden-Laser. Die bohren in die Folie nämlich Löcher, durch die hindurch dann Kontakt erfolgen kann, während der Rest der Umgebung isoliert bleibt. Hier kommen dann auch die speziellen Spezialeigenschaften der Spezialfolie zum Tragen, wie z. B. Hitzebeständigkeit.
Es gibt exakt zwei Firmen, die diese Laser herstellen: LPKF Laser & Electronics. Die sitzen tatsächlich bei Hannover, in Garbsen. Die andere Firma ist etwas größer und heißt Mitsubishi Electric mit Hauptsitz in Chiyoda, Präfektur Tokyo, Japan. Beide Firmen haben Lead Times für ihre Spezialprodukte von mindestens 18 Monaten.
Es gibt eine weitere Firma, mit Sitz in den Niederlanden. Die heißen ASML und produzieren die Belichtungsstraßen, die in der Halbleiterindustrie benötigt werden. Auch hier liegt der Marktanteil bei etwa 100 Prozent.
Das wiederum wirkt sich auf die Produktionslinien von NVidia und AMD aus, ich sage nur: KI.
TSMCs Kurswerte sind erst vor einigen Wochen deutlich gestiegen, weil die Firma sagte, sie habe Aufträge für 1,1 Billionen Dollar in den Büchern. Echte Billionen, kein Übersetzungsfehler.
Ebenso wie bei Siemens und anderen geht das exakt so lange gut, bis mal jemand fragt, ob man denn diese ganzen Aufträge irgendwann auch wird abwickeln können. Idealerweise innerhalb der vier Jahre Wartezeit oder so.
Ich würde persönlich empfehlen, mindestens zehn Sekunden vorher den Rettungsring zu greifen und über die Reeling der MS Global Economics zu springen, völlig egal, wie laut das Orchester spielt. Denn nach Ablauf dieser Zeit wird der Kahn sehr schnell absaufen.

Alleine aus diesen Beispielen wird ein Ausmaß an Katastrophe deutlich, dass bisher offiziell nur sehr wenige auf der Uhr zu haben scheinen. Die Bundesregierung macht nichts außer fossilen Bullshit in die Welt zu tröten und verläßt sich darauf, dass der zuverlässige und urdemokratische US-Partner schön weiterhin Flüssiggas liefern wird. Ich weiß nicht, ob Friedrich Merz schon mal was vom Defense Production Act gehört hat. Ich schon.
Spoiler Alert: der angebliche Partner wird nicht liefern.**
Spätestens dann nicht, wenn irgendwer feststellt, dass auch strategische Ölreserven durch eine Pipeline fließen, die wiederum eine begrenzte Kapazität hat. Im Falle der USA maximal 4 Millionen Barrel pro Tag, unter Vollast.
Damit lässt sich aber eine Lücke von eher sechs Millionen Barrel täglich nicht stopfen. Im besten Falle haben es die USA nach meiner Schätzung mit einer Lücke von 500K Barrel täglich zu tun, bei maximaler Leistung der Reserven. Die dann auch innerhalb von maximal 120 Tagen aufgebraucht sein werden, plusminus ein paar Tankfüllungen für eine F35.
Ich bin gespannt, was Donald Trump tun wird, wenn ihm das einer erklärt. Vermutlich wird er dann Texas bombardieren, denn schließlich haben die USA das stärkste Militär der Welt, wie Don Führer gestern sagte. Und damit kann man ALLES lösen.

Die ganze Geschichte beinhaltet also Logistik über See, die wiederum wird von Computern gesteuert, so wie die Börsenkurse auch. Die Computer benötigen Chips.
Dann ist da noch so etwas wie drölf Billionen Dollar in „Investment” in einen KI-Hype, der schon jetzt zum Tode verurteilt ist. Natürlich sind diese Investments wie immer other people’s money, also Kredite. Zusätzlich kommen da noch etwa 3 Billionen Dollar an Giftmüll aus den Bankkellern oben drauf, die seit der letzten Finanzkrise in denselben vor sich hin strahlen. Kurz: wenn der KI-Hype zusammenbricht und der Ölpreis derweil weiter steigt, ganz egal, was Benjamin Trump oder Donald Netanyahu so bombardieren, lösen sich zweistellige Billionenwerte in den Industrien der Tech Bros mal eben in die Luft auf, aus der sie immer bestanden haben. Von Amazon und Alphabet über Meta bis NVidia und AMD wird es großes Wehklagen geben. Auch von VW übrigens, denn alles, was oben angeführt ist, betrifft natürlich auch Stahlproduktionen und andere Dinge. Selbst elektrische Autos werden nicht verschont bleiben, denn High-End-Kompaktbatterien bestehen aus diversen Komponenten, die man nicht gerade mit der Laubsäge ausschneidet. Außerdem müsste solche Autos ja jemand aus China verschiffen, da sich die deutsche Industrie seit 15 Jahren beharrlich weigert, so etwas zu bauen. Diese Schiffe sind groß, haben große Container an Bord und benötigen leckeres Schweröl für ihre Maschinen. Was uns wieder zu den langkettigen Kohlenwasserstoffen bringt, die Basis unserer modernen Zivilisation.

Die aktuelle Globalwirtschaft ist zum Tode verurteilt. Die Räder haben nur noch nicht aufgehört, sich zu drehen.

Die Schwefelsäurekrise wird eine Metallkrise wird eine Stahlkrise wird eine Elektrokrise wird eine Aluminiumkrise wird eine Energiekrise wird ein Zusammenbruch der Autoindustrie und der Bauwirtschaft. So ungefähr sieht die nicht allzu ferne Zukunft aus. Eventuell das übernächste Wochenende.

Hyperinflation, verehrte Vorbeileser und Stammleser, ist der Ausdruck physikalischer Flaschenhälse in einem global vernetzten System, das Dutzende dieser Flaschenhälse aufweist. Zerbrechlichkeit by Design, könnte man sagen.
Die Anzahl der Flaschen in den politischen und ökonomischen Schaltstellen ist bedauerlicherweise um mehrere Größenordnungen höher. Man kann sich natürlich darauf verlassen, dass diese stets auf das Wohl des Volkes bedachten Staatsdiener in ihrer intellektuellen Eloquenz und gestützt vom Ratschlag ausgewiesener Experten der Naturwissenschaften bereits an einer Problemlösung arbeiten.
Ich würde dann allerdings empfehlen, die persönliche Medikation endlich mal abzusetzen oder aber die Dosis stark zu erhöhen, denn irgendwas kann da nicht stimmen.

Wenn Länder in einen Bieterwettbewerb um Öl in US-Dollar eintreten müssen, um weitere Energieversorgung zu sichern, wenn Währungen abwerten, wenn die Kosten für Dünger und Transporte ins Astronomische steigen und die Erntezyklen der Zukunft preislich in diese Regionen mitnehmen, dann hört Inflation auf, zyklisch zu sein. Sie wird zwingend. Während in Europa und anderswo zaghaft debattiert wird, ob es eventuell zu einer kleinen Rezessions-Delle kommen könnte, ist die größte Depression seit 1929 schon auf dem Surfbrett unterwegs, um demnächst in allen Börsen der Welt an Land zu gehen. Vermutlich für immer.

Seit Wochen regt sich Donald Trump, elender Narzisst, der er ist, darüber auf, dass die Realität alle erbärmlichen Tiraden auf seinem persönlichen Propagandakanal komplett ignoriert und einfach so weiter existiert, wie sie das immer getan hat. Physik lässt sich nicht bestechen. Sie ist außerdem auch kugelsicher.
Wenn wir uns über den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik unterhalten – also Dinge wie Klimazerstörung und so – dann ist das kein Parteiprogramm. Es sind Naturgesetze. Die wiederum sind von menschlicher Zustimmung völlig unabhängig. Aber Menschen, die an Märchengeschichten glauben von Göttern, die irgendwelchen Blödsinn auf Steintafeln gemeißelt haben sollen und die sich den 10, 12 oder 398 Geboten der persönlichen Gottheit jederzeit unterwerfen, erwarten ernsthaft, dass die Biophysik eines Planeten ihre wissenschaftlich eher unbedarften Einwände ernst nimmt und sich dem Wunschdenken dieser Idioten gefälligst anzupassen hat.
Wäre ja auch furchtbar, wenn man als Professor der Wirtschafts’wissenschaften‘ da stünde und feststellen muss, dass alle 23 Lehrbücher der eigenen Karriere nicht mal als Klopapier taugen, weil die Papierqualität dafür zu schlecht ist. Da glaubt man doch lieber weiter an die eigenen Hypothesen und behauptet, die Realität hätte die nur nicht verstanden. Das gestaltet die kognitive Dissonanz einfacher. An der Gültigkeit der Naturgesetze ändert das selbstredend nichts.

Israel hat bereits Infrastruktur im Iran angegriffen. Der Iran liefert aber eigentlich noch immer Öl in die Weltwirtschaft. Illegal, wie Russland. Aber er liefert. Unter anderem nach China. Ich kann mir kaum vorstellen, dass China einer dauerhaften Zerstörung der Infrastruktur des Iran aufgeschlossen oder neutral gegenübersteht. Beijing wird darauf eine Antwort haben. Vermutlich eine indirekte, aber eine Antwort.
Wenn der Iran wieder einmal sein Wort hält, wird es zerstörte Entsalzungsanlagen geben in Nahost. Dann werden Kuwait, die Emirate, Israel und Saudi-Arabien bald bemerken, dass es eine Flüssigkeit gibt, die allemal wichtiger ist als Öl: Trinkwasser.
In Plastikflaschen liefern lassen können es die Saudis dann nicht, denn es wird niemand mehr Plastikflaschen herstellen. Oder fliegen. Wenn das die Bevölkerung bemerkt, wird sie sich in Bewegung setzen. Menschen bleiben nach meiner Erfahrung nicht an einem Ort, an dem ihnen der Tod sicher erscheint.

Ich habe hier noch ein Dutzend andere kritische Komponenten nicht erwähnt.
Graphit. Monoethylenglycol (MEG) als Basis für Kunstfasern, Kunststoffe und Harze. Aluminium. Spezialstahl für die Energieversorger-Industrien, sog. „grain oriented electrical steel” (GOES).
Der gesamte Komplex regenerativer Energien. Solarpaneele sind beispielsweise mit einer Glasschicht abgedeckt. Dieses Glas wiederum ist Float-Silikatglas, das auf Quarzsande mit niedrigem Eisengehalt angewiesen ist und auf Hochöfen, die wiederum eine konstante Energieversorgung benötigen. Von Harzen in den Rotoren einer WKA oder den Dauermagneten aus Seltenen Erden reden wir mal gar nicht.
Wenn die USA demnächst in Kanada und Grönland einmarschieren, dann nur, weil es da Rohstoffe gibt, die man sehr dringend braucht. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich die Armee der Ostküste dann gegen die entsandten EU-Truppen schlagen wird. Allerdings plädiere ich dafür, Ursula vdL und Friedrich Merz mitsamt Bundesregierung hier in die erste Reihe zu stellen. Das könnte natürlich ein Kriegsverbrechen sein, aber wir leben in einer Zeit, in der so etwas wie Genfer Konvention oder UN-Charta ohnehin nur noch ein besserer Witz sind. Also, scheiß drauf.

Benzinkrisen sind Erdölkrisen sind Raffineriekrisen sind Düngemittelkrisen sind Inflationskrisen bei Nahrungsmitteln sind soziale Instabilität sind der Untergang der Welt, wie wir sie kennen.

Unsere Volkswirtschaft ist  gegen diese Entwicklungen nicht gefeit. Während woanders Menschen verhungern, haben wir Lücken in Regalen, die Spinnweben ansetzen. Was als Versorgungsschock beginnt, entwickelt sich zur Restrukturierung der gesamten politischen Ökonomie. Regierungen, die nicht mal ein Tempolimit geistig gebacken kriegen, müssen sich mit Rationierungsfragen auseinandersetzen. Mit Verweis auf die aktuelle Besetzung in Berlin möchte ich diesen Horrortrip nicht weiter ausführen und überlasse das der Phantasie der Lesenden.
Wir haben unsere gesamte Zivilisation auf einer Ressource aufgebaut, die so oder so verschwinden wird. Egal, wer wo welche Bomben wirft: es wird die Physik nicht beeindrucken. In diesem Sinne also noch nachträglich: Frohe Ostern.


* tatsächlich sinken die Erntequoten pro Kopf bereits seit einigen Jahren ab. Eine Entwicklung, die nach dem BAU-Szenario in ‚Limits to Growth‘ von 1972 zu erwarten war
**tatsächlich muss sich die erwähnte Firma ASML von den USA dabei reinquatschen lassen, an wen sie ihre Maschinen verkaufen darf. Die Lieferung der modernsten Reihen an China ist z. B. untersagt. Ich würde mit solchen Arschlöchern keinerlei Geschäftsbeziehung unterhalten wollen
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
20 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Michael Meier

Danke für die umfassende Zusammenstellung und die Ausblicke in eine mögliche baldige Zukunft.

(Wollte erst schreiben „schöne Zusammenstellung“, aber schön ist da nichts dran, wenn man bedenkt, wieviele Menschen dadurch betroffen sein werden.)

Onuron

Hallo zusammen,

wenn ich aus GMX aus meinen Emails von dir eine Benachrichtigung für einen neuen Bericht, auf weiterleiten drücke kommt folgendes:

Achtung – Gefahr durch schädliche Programme oder Inhalte
Sie verlassen gerade das Angebot von GMX und öffnen eine Internetseite, die wahrscheinlich schädliche Programme oder Inhalte enthält. Daher werden Sie nicht automatisch weitergeleitet.

Möchten Sie dennoch fortfahren und diese Seite besuchen? Wenn ja, kopieren Sie den folgenden Link in die Adresszeile Ihres Browsers:
[gekürzt für Übersichtlichkeit, die Red.]
Zu Ihrer Sicherheit wird diese Warnung auch angezeigt, wenn sich Ihre E-Mail im Spam-Ordner befindet. Weitere Informationen zu den Gefahren im Internet finden Sie in unserer Hilfe.

Empfehlung
Gehen Sie nicht auf diese Seite.

— wollte nur Bescheid sagen —

How? - Lennon

„… werdet ihr merken, dass man Gold nicht essen kann.“
Also demnächst dann, in der Hyperinflation und Massenarbeitslosigkeit, wenn sie große Augen und rote Köpfe bekommen auf’m Schwarzmarkt. „Gold??? Was soll ich denn damit? Verpiss dich!“
Ganz zu schweigen von Bitcoins und Co 🤦🥲

Kai

Dein Text lebt von einer starken These: Entfällt die Versicherung, verschwindet der Ölmarkt. Das klingt dramatisch, ist aber zu doch einfach gedacht und reduziert ein komplexes System auf einen einzigen Hebel.
Versicherungen sind bestimmt wichtig, aber zu denken, ohne sie fahre keiner mehr, ignoriert die Realität vergangener Krisen: Märkte reagieren mit Anpassung statt Stillstand – oft chaotisch und teuer, jedoch nicht mit Verschwinden.
Wir sehen es in den letzten Jahren: Trotz massiver Sanktionen und Risiken wird weiter Öl gehandelt – über Umwege und mit Aufschlägen. Das System justiert sich neu und es gibt eben nicht den „priceless“-Moment sondern viel eher ein „alles wird noch teurer und noch komplizierter“.
.

How? - Lennon

Vor allem gehört der Schreiber wie die meisten anscheinend auch zur immer verängstigteren, gutgläubigen Mitläufermasse: Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Bzw. künstliche Verknappung statt natürliche/physikalische, wie ich schon zum vorigen Artikel schrieb. Statt zu erkennen, dass Krieg und Geplänkel klare Symptome der zur Neige gehenden Energieressourcen sind, will der Alles-soll-mindestens-so-bleiben-wie’s-ist-Kapitalist genau das Gegenteil sehen: Die Verknappung und Teuerung sind nur Symptom des Krieges, Krise, zeitlich beschränkt🥲

Das Gesabbel von Ursel zum Thema „Alternative“ ist so geistreich wie die Äußerungen von Black Rock Merz zum „Fusionskraftwerk“, das jetzt ganz schnell zum Einsatz kommen muss. Fieberträume.

PS
Hoffentlich zeigt die dich jetzt nicht an wegen Beleidigung 🥲

How? - Lennon

Ich meinte Kai.
Ist doch wohl klar, dass ich dich nicht als Mitläufer sehe (außer deine Meinung zur „Pandemie“ und dem „bösen Russen“…na ja, und den Klimawandel siehst du vllt auch etwas zu dramatisch).

Deine „lange Dämmerung“ ist extrem kurz, wenn man erkennt, dass sich die „Krisen“ in kurzer Zeit zu einer Dauerkrise, also einem rasanten Zusammenbruch entwickelt haben.
Diese Krisen dienen vor allem dazu, die Schuldenexplosion beim Bürger (Bürgen 🙂) und Steuerzahler als alternativlos aussehen zu lassen – äußere Gewalt (böse Viren/Russen, Klimawandel) und so.

Richte das doch so ein, dass unter jedem Kommentar ein „antworten“ steht, dann gibt’s auch keine Missverständnisse mehr – hoffentlich 🙂

Titania

Ich würde die Krise auch ein bißchen an der aktuell verfügbaren Literatur fest machen: Games of Thrones versus Romantasy. Kämpfe! Oder Stirb! Mach dich hart! Oder Stirb! Also sterben wir. Oder wir finden in einer Traumwelt einen Traumpartner. Für immer.
Trotzdem gibt es in der aktuellen Situation durchaus Stimmen, die angemerkt haben, dass Diesel teuer ist, weil es davon nicht genug gibt. Ich habe in persönlichen Gesprächen versucht, dem Gegenüber zu erklären, dass ein Preisdeckel dazu führen wird, dass es gar keinen Diesel mehr gibt. Doch, es wurde verstanden.

Kai

Ich glaube, wir sind gar nicht so weit auseinander, wie es vielleicht wirkt. Deinen Punkt mit den kritischen Parametern und möglichen Kipppunkten finde ich absolut nachvollziehbar – das ist ja genau das Unbehagen, das viele bei solchen Themen haben.

Mein Bauchgefühl geht nur in eine etwas andere Richtung: Ich habe in den letzten Jahren eher den Eindruck gewonnen, dass sich dieses System erstaunlich lange durchwurschtelt – oft irrational, oft ineffizient, manchmal ziemlich hässlich, aber eben doch weiterlaufend. Nicht weil es gut funktioniert, sondern weil immer noch irgendwo eine Notlösung gefunden wurde.

Vielleicht ist genau das der Unterschied:
Du schaust stärker auf den Punkt, an dem es kippen muss, und ich eher auf die Erfahrung, dass es oft länger stabil bleibt, als man denkt – selbst wenn vieles eigentlich schon dagegen spricht.

Am Ende bleibt für mich die offene Frage:
Passiert der Bruch wirklich plötzlich – oder ist es eher ein langsames, unordentliches Erodieren, das sich zieht?

Ich kann beide Perspektiven nachvollziehen. Ich gewichte sie eben anders.

In deiner Sache: Ohne Verschachtelung scheint mir unübersichtlicher. Aber ich bin eh nur (Vorbei-)Reisender.

Philipp42;-)

Ich glaube der Kai liegt da mit vielem richtig. Am Schluss geht es um das Ende einer Zivilisationsform, die die grosse Mehrheit nicht aufgeben will. Da wird folglich solange gewurstelt und frisiert wie es nur irgendwie geht, egal ob das jetzt absurd, irrsinnig, mörderisch und langfristig zwecklos ist…aber zwecklos wird es sein und irgendwann erscheint dann mal so ein Kipppunkt, der keine «Stellschrauben» mehr hat. Aber auch ich finde ihr liegt da gar nicht so weit auseinander, es geht hier ja nicht um die kurze, sondern die lange Dämmerung;-)

Und auch diesbezüglich teile ich Kais Meinung: Ohne Verschachtelung scheint mir unübersichtlicher.

Titania

Ein Punkt der langen Dämmerung: es gibt keine Söhne mehr. In nur noch ganz wenigen Ländern liegt die Fruchtbarkeitsrate über 2.
Deswegen wundert mich ja, dass Games of Thrones so erfolgreich ist, da hat man 4 – 6 Kinder. Welcher Mann will das heute noch? (…. Frauen sind mitgemeint)